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Verlagsalltag in Nürnberg – eine kleine Personality-Show
Seit 1948 haben eine Reihe von Personen die Inhalte und die äußere Form der "MIBA-Miniaturbahnen” mitbestimmt.
Ein Blick hinter die Verlagskulissen zeigt Ihnen, wer heute daran beteiligt ist, daß pünktlich jeden Monat eine neue
MIBA-Ausgabe beim Händler bereitliegt oder in den Briefkasten der Abonnenten purzelt.
Klar, daß eine gestandene Modellbahnredaktion auch ein Spielzimmer ... äh ... einen Test- und Bastelraum hat.
Während Verlagsleiter und Digitaldilletant Thomas Hilge volle Konzentration aufbietet, um nicht die richtige
Lok in die Grube und die falsche auf die Bühne zu fahren, ist Digitalspezialist Gerhard Peter
von den Errungenschaften moderner Technik nicht nur überzeugt, sondern weiß diese auch sichtlich souverän zu handhaben. Daß
gp als Computerfachmann übrigens die größte Platte im ganzen Verlag hat, versteht sich von selbst...
Obacht, Frenkish spoken: "Allmächd, was macht er denn nuuun?” Als Dienstältester in der MIBA-Redaktion ist
Joachim Wegener abgehärtet und so leicht nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen – nicht mal
durch Exaltiertheiten neuzeitlicher DTP-Programme oder unfolgsamer Macs bei der Bearbeitung von Anlagenberichten oder
Fahrzeugtests.
Nicht, daß jw hier irgendwelche Vorbehalte hätte, aber: "Manchmal spinnt er schon, der Pauermeck”.
Keep cool: Ob während der stattgehabten Hundstage oder im brutalsten monatlichen Abgabestress –
Lutz Kuhl hat Nerven
wie aus Polystyrolprofilen. Und ob sein Arbeitsplatz aufgeräumter ist als lk selber, hängt von der jeweiligen Tagesform
ab. Bestand haben indessen gewisse Accessoires, die unschwer auf die Vorlieben für Gebäudemodellbau, Fernreisen, starke
Getränke und putzige Pelztierchen schließen lassen.
Knadenlose Selektion findet am Schreibtisch des Chefredakteurs statt: "Was ein gutes Bild ist, bestimme ich!”
Wenn Martin Knaden zum Fadenzähler greift, fallen die Dias der bekanntesten Fotografen in
Angststarre. Alle Achsen
der Dampflok sind auf dem Gleis? Der schwarze Kessel nicht abgesoffen? Schärfentiefe von vorn bis hinten? Die Anschriften
bis ins Kleinste lesbar? Na gut, aber: "Wenn er jetzt noch den richtigen Film genommen hätte ...”
Wie bitte, die Autoren wollen schon wieder Honorare, wo sie doch erst letzten Monat welche bekommen haben? Und ihre
Bilder und Zeichnungen wollen sie auch zurück bekommen? Kein Problem, denn bei uns herrscht Ordnung, und die heißt
Ingrid Barsda. Dank ihr erhalten die Einsender von Artikeln eine Eingangsbestätigung, Leser bekommen eine Antwort
auf ihre Anfrage, und das Redaktionsarchiv versinkt nicht im Chaos – um nur ein paar Beispiele zu nennen ...
Eine Leitung ist entweder ein Rohr oder ein Kabel. Die Leitung der Redaktion, Thomas Hilge,
entscheidet sich gewöhnlich
für letzteres. Gute Chancen, den Chefredakteur zu sprechen, hat daher nur, wer es per Telefon versucht. In den wenigen
Gesprächspausen gelingt es aber trotzdem jeden Monat aufs neue, den Heftinhalt festzulegen und – vornehmste Aufgabe des
Primus inter pares – die Seite 3 der MIBA mit Text zu füllen.
Jeden Morgen zum Frühstück verspeist MIBA-Vertriebsleiter Filippo Pistone ein neues Kapitel der "Excel-Enzyklopädie für
die Verlagspraxis”. Dann läuft er zu Hochform auf und erstellt Statistiken und Tabellen, Kurvendiagramme und
Säulengrafiken, in denen nicht die kleinste Tendenz, die unbedeutendste Zahl, das winzigste Detail im Beziehungsgeflecht
zwischen Verlag, Handel und Leser unberücksichtigt bleibt.
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