  
  

  
  
  
  
  

  
  
  
  
  

  
  
  
  
  
  
  
  
|
|
So schnell kann's gehen.
Noch vor wenigen Monaten sah sich die Geschäftsleitung des Salzburger Modellbahnherstellers Roco genötigt,
den immer wieder auftauchenden Gerüchten um einen Verkauf des Unternehmens energisch entgegenzutreten.
Nachdem die Kollegen einer Schweizer Hobbyzeitschrift schon voreilig verkündet hatten,
Roco sei von einem Hersteller chinesischer Herkunft erworben worden,
hieß es in einem offiziellen Firmenstatement: „Diese Meldung ist schlicht falsch.
Roco wurde nicht verkauft!“ Vielmehr gehöre die Unternehmensgruppe nach wie vor den bekannten österreichischen Eigentümern und die würden „mit Priorität an der Stärkung der Marktposition der Roco-Firmengruppe arbeiten“.Was sich Belegschaft,
Geschäftspartner und Kunden darunter vorzustellen hatten,
wissen wir jetzt.
Roco wurde inzwischen doch verkauft - allerdings nicht an einen Konzern aus Fernost,
wie viele mutmaßten,
sondern an einen österreichischen Privateigentümer.
Wir zitieren das aktuelle Firmenstatement: „Rückwirkend zum 1.2.2002 übernimmt Herr Diplom-Wirtschaftsingenieur Peter Maegdefrau sämtliche Geschäftsanteile der Rössler-/Roco-Gruppe.“ Über den Kaufpreis schweigen sich Alt- und Neueigentümer - entsprechend den Branchengepflogenheiten - aus,
über die Hintergründe der Transaktion ebenso.
Dass der neue Inhaber die positive wirtschaftliche Entwicklung von Roco - offenbar gab es diese zuletzt - nachhaltig sichern will,
mag vielfältigen Spekulationen Nahrung geben.
Händler und Modellbahner müssen aber Eingriffe ins Sortiment und in die Kundenpolitik wohl so schnell nicht befürchten. Einer seiner ersten öffentlichen Auftritte führte den neuen Mann an der Roco-Spitze nach Nürnberg,
genauer: ins Werk Gostenhof der DB AG.
Auf dem Programm stand eine Präsentation der besonderen Art und ein Projekt der besonderen Art.
Es galt,
die Auferstehung der schnellsten betriebsfähigen Dampflok der Welt zu feiern - mit illustrer Gästeschar,
Lightshow,
Musik von Axel Zwingenberger,
telegener Moderatorin und vielen Reden.
Ein medienwirksam inszenierter Auftritt für die legendäre 18201,
die nun anlässlich zahlreicher Sonderfahrten und Veranstaltungen auf die Schienen zurückkehrt.
Ermöglicht durch eine beispielhafte Kooperation von DB-Museum,
Betreibergesellschaft Dampf-Plus,
die sich die Rechte für Nutzung und Betreuung in den nächsten 20 Jahren gesichert hat,
und Modellbahnproduzent Roco,
der die Maschine mit einem Anstrich im dunkelroten „Elegance-Design“ versah und die Fans der kleinen Eisenbahn demnächst mit dem entsprechenden Exklusivmodell versorgen wird (siehe S.
90). Tempowechsel ist angesagt bei der Lektüre dieser MIBA.
Nicht rasanten Transaktionen und rasenden Dampfloks widmet sich beispielsweise MIBA-Autor Jacques Le Plat ab S.
24,
sondern der Entdeckung der Langsamkeit,
und zwar dank moderner Technik.
Die Vorzüge des so genannten Memory-Drahtes und seine Einsatzmöglichkeiten in der Modellbahnpraxis sind seit rund anderthalb Jahrzehnten bekannt,
aber durchgesetzt haben sie sich nicht.
Weichen und Signale,
die sich vorbildlich langsam umstellen lassen,
Schrankenbäume und Pantographen,
die sich heben und senken - die Potenziale des Memory-Drahtes sind vielfältig.
Und so langsam kann's auch gehen! Thomas Hilge
|