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 Von allem zu wenig
[Abbildung zur Leseprobe]Auf allmonatlich durchschnittlich 120 Seiten so gut wie jeden Aspekt der Modellbahnerei zu würdigen und zu durchleuchten: so schwer sollte das eigentlich nicht sein. Und gerne wollen wir es dabei möglichst allen Modellbahnern und jedem Leser recht machen. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn in der Praxis ist der Umfang der MIBA leider endlich - und am Ende ist immer von allem zu wenig drin.

Nicht alle Wünsche, Erwartungen, Nischen bedienen zu können ist eine Erfahrung, die selbst Händlern mit 20000 Modellbahnartikeln am Lager nicht fremd ist. Da wird die oft gepriesene Vielschichtigkeit unseres Hobbys schnell zum Fluch, vor allem für Einsteiger und Unentschlossene. Die starren in die Schaufenster und Kataloge wie der König der Löwen auf die Zebraherde: Alles so schön bunt hier, kann mich gar nicht entscheiden!

Genau so geht es manchmal der MIBA-Redaktion, wenn sie die neueste Ausgabe plant und zusammenstellt. Was gehört hier hinein, was kommt in der darauffolgenden MIBA, was fliegt raus? Neuheiten und Tests sind ein Muss, Anlagenberichte auch, Planung und Bau sowieso, Modellbahnpraxis ist Pflicht, Digitales ist modern und der Themenschwerpunkt eine beliebte Tradition, von ständigen Rubriken wie Leserbriefen, Veranstaltungsterminen und Rezensionen mal ganz abgesehen. Im Nu wären 150, 160, 170 Seiten ebenso prall wie bunt gefüllt - und unser Controlling wäre auf 180.

Also: Vielfalt mit Limit heißt die Devise, nicht undifferenziert bunt will die MIBA sein, sondern allenfalls farbig. Farbe zu bekennen heißt Themen auszuwählen, Schwerpunkte zu setzen, Trends aufzuspüren, konkrete Erwartungen zu erfüllen oder auch zu enttäuschen - immer in der Hoffnung, den gnädigen Geschmack des Publikums zu erraten und zu treffen.

Das kann leicht daneben gehen. Schließlich gibt es sieben gängige Baugrößen mit jeweils vier Spurweiten und wiederum jeweils fünf Zeitepochen, in denen die Modellbahn spielen kann, betrieben von einem der beiden dominanten Steuerungssysteme oder einer Digitalsteuerung nach Motorola-, DCC-, Selectrix- oder Sonstwie-Norm - ergibt summa summarum mindestens 420 mehr oder weniger große Nischen, in denen die absonderlichsten Modellbahngewächse bunte Blüten treiben.

Sie interessieren sich für eine Feldbahn, Baugröße 1f, Epoche IIIb, mit Selectrix betrieben? Das ist nicht gerade massenkompatibel. Aber vielleicht werden Sie in dieser MIBA-Ausgabe trotzdem fündig. Unser Schwerpunkt „Feldbahn“ (ab S. 39) zeigt nicht nur die erstaunlich bunte Vielfalt an Herstellern, die Feldbahnmodelle in den diversen Baugrößen liefern, sondern präsentiert auch ganz konkrete Umsetzungsvorschläge - als eigenes Feldbahnthema aber auch als zusätzlicher Farbtupfer für eine bestehende Anlage.

Sie wollen lieber schöne Bilder von einer großen Märklin-Anlage sehen? Sie wollen wissen, wie andere Hobbykollegen ihre Anlagen bauen? Oder wie aus Pflanzen vom Bahndamm sehr ansehnliche und vor allem spottgünstige Modellbäume entstehen? Sie brennen darauf zu erfahren, wie sich Gützolds „Sachsenstolz“ und die G 2000 von Mehano im MIBA-Test geschlagen haben? Auch dann werden Sie auf den folgenden Seiten fündig - schön wäre es, wenn Sie nach dem Umblättern der letzten Seite sagen würden: Schade, dass die MIBA zu Ende und noch soviel Monat übrig ist bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe.
Thomas Hilge


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