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Wie ein Damokles-Schwert schien die in der Überschrift gestellte Frage seit Jahren über der gesamten Modellbahn-Industrie zu schweben.
Die Ertragsentwicklung verlief nahezu parallel zum konjunkturellen Verlauf im ganzen Land,
traf aber unsere Branche mit besonderer Wucht - denn wenn im Konsum Verzicht geübt werden muss,
dann als Erstes bei den Luxusgütern.Wer ist der Nächste? Eine wirklich seltsame Frage,
denn trotz ihrer Beantwortung - Roco,
Märklin und zuletzt Ernst Paul Lehmann - bleibt sie doch beharrlich im Raum stehen.
Und findet in Klein Modellbahn eine weitere Antwort.
Mit Datum vom 5.12.2006 gab nämlich der Wiener Hersteller auf seiner Homepage bekannt,
dass er sich entschlossen habe,
seine Produktionsstätte in Wien-Atzgersdorf zu verkaufen.
Als einer der Gründe wird angegeben,
dass es anders nicht möglich sei,
die Schulden des Betriebs mittelfristig abzubauen.
Ob dies das Aus für Klein Modellbahn bedeutet,
hängt davon ab,
ob eine neue Betriebsstätte gefunden wird.
Sollte dies nicht gelingen - und Oskar Klein geht offensichtlich davon aus -,
wird die Produktion zum Ende Juni 2007 stillgelegt. Ein Hoffnungsschimmer ist der Pressemitteilung jedoch auch zu entnehmen: Sollte die Wintersaison 2006/2007 den in den zurückliegenden Monaten genährten Erwartungen entsprechen - man denke nur an den erfolgreichen Verkauf der österreichischen Baureihe 35 -,
besteht eine Chance auf Fortführung der Klein Modellbahn Ges.m.b.H.
Unangebracht ist dieser Optimismus keineswegs.
Er passt nicht nur zu den Ende 2006 durchweg positiven allgemeinen Wirtschaftsdaten,
sondern auch in die Gesamtsituation der Modellbahnbranche: Roco scheint inzwischen über den Berg,
bei Märklin geht die vom Investor eingeleitete Restrukturierung mit Volldampf voran,
Fleischmann blickt nach kleineren Dellen in der Bilanz wieder mit Optimusmus ins neue Jahr und auch bei Ernst Paul Lehmann gab es kurz vor den Feiertagen noch eine Überraschung: Hermann Schöntag übernimmt EPL. Bei Museums- und Modellbahnern ist der Übernehmer kein Unbekannter.
Einst besaß er die Betriebskonzession für das „Öchsle“ und heute die der Rügener Inselbahn „Rasender Roland“.
Er war bis zum Sommer Herausgeber der Zeitschrift „Modelleisenbahner“ (der MEB gehört seither zur Verlagsgruppe Bahn) und fungiert zudem als Geschäftsführer des privaten „Studentenwerks der Pädagogischen Hochschule des Landes Baden-Württemberg e.V.“. Nicht alle Weggefährten Schöntags haben aber heute den Eindruck,
dass sein Handeln stets von finanzieller Fortune begleitet war.
Es bleibt daher im Sinne von Ernst Paul Lehmann nur zu hoffen,
dass diesmal das Verb „übernehmen“ nicht reflexiv zu verstehen ist,
meint Ihr Martin Knaden
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