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Die Milch machts! War das nicht ein herrlich einprägsamer Werbespruch? Kurz und prägnant,
mit Alliteration durch die beiden M - so recht nach dem Herzen der Marketingstrategen.
Wie immer bei einer reinen Image-Kampagne wurde kein Hersteller genannt,
sondern einfach nur eine Produktgruppe als solche.Die Wirkung blieb nicht aus.
Zuvor sozial geächtete Milchbubis konnten sich wieder diskriminierungsfrei zu ihrem Lieblingsgetränk bekennen,
reihenweise geschlossene Milchbars aus den Fünfzigern wurden im Retrolook pastelliger Farben neu eröffnet und branchenweit stieg der Konsum des nahrhaften Eutersekrets in bislang kaum gekannte Höhen.
So schloss sich der Kreis,
denn die EU-geförderten Überkapazitäten der Molkereien sollten mit EU-geförderten Werbekampagnen schließlich wieder an den Mann gebracht werden. Doch dann mussten die Werbefachleute von heute auf morgen umdenken: EU-gefördert wurde nun der Abbau der Milchkapazitäten,
weshalb es nicht nur so manchem Rindvieh an den Kragen ging,
sondern auch so manchem Werbeetat.
Die Hersteller von Milcherzeugnissen hatten nämlich nun wieder selbst für die Vermarktung ihrer Produkte zu sorgen.
Sieger in der Disziplin „Bekanntheitsgrad“ dürfte dabei die Theo Müller Gruppe geworden sein,
deren witzige Männchen unseren Hunger auf Milchreis und andere Leckereien dieser Art ordentlich anfachten. Die dahinterstehende Werbestrategie lässt auf Spitzenkräfte unter den Werbestrategen schließen.
Es ist wieder cool,
einen Milchreis zu löffeln.
Der Witz einer lustigen Werbefigur - unterstützt freilich von einem entsprechenden Werbeetat - führt zu Sympathie,
die unmittelbar aufs beworbene Produkt abfärbt. Aus diesem Kreis von Marketingfachleuten zieht nun auch der Branchenführer seinen Nutzen.
Axel Dietz,
zuvor Sprecher der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Theo Müller,
wechselt als Vorsitzender der Geschäftsführung nach Göppingen.
Damit löst er den Interimsmanager Dr.
Ulrich Wlecke ab,
der in den Aufsichtsrat von Märklin wechselt. Axel Dietz kann auf eine beeindruckende Karriere mit Stationen in Lausanne,
Lancaster bei Paris und Genf zurückblicken.
Er sammelte Erfahrungen in Marketing,
Vertrieb,
Markenmanagement und Unternehmensführung.
Kenntnisse also,
die,
wenn sie dem Marktführer zugute kommen,
letztlich der ganzen Branche helfen werden,
sich selbst aus dem Umsatztief zu befreien.
Denn da die kleinen Lokomotiven und Wagen keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind,
werden wir auf großangelegte EU-Kampagnen à la „Die Modellbahn machts!“ wohl vergeblich hoffen - meint Ihr Martin Knaden
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