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 Märklin übernimmt LGB
[Abbildung zur Leseprobe]Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. Lassen wir als alte Lateiner mal den wundersamen Wandel von Singular zu Plural bei der Übersetzung außer acht. Auch dass die Dinger in der toten Sprache („geworfen“) noch rollen, während sie in der aktuellen („gefallen“) bereits zum Stillstand gekommen sind, muss uns nicht kümmern: Am 26. Juli stimmte die Gläubigerversammlung dem Verkauf wesentlicher Activa der Fa. Ernst Paul Lehmann (EPL) an den Göppinger Marktführer zu. Damit ist EPL als eigenständiger Hersteller für alle Zeiten Geschichte.

In der Presseerklärung, die noch am selben Tag von Märklin verbreitet wurde, findet sich dieser wichtige Punkt jedoch erst gegen Ende eines längeren Textes. Offensichtlich will man also jedwedes Triumphgeheul vermeiden und die Sache so tief wie möglich hängen, um die Gemüter nicht weiter zu erhitzen.

Denn schon im Vorfeld dieser Entscheidung hatte es erregte Debatten in der Szene gegeben. Die Gartenbahnfans fürchteten nicht nur um die Verfügbarkeit der Produkte, sondern ebenso um die robuste Qualität, für die das bisherige „made in germany“ gestanden hat.

Überraschen konnte diese Entwicklung aber nicht wirklich, denn unter den Gläubigerbanken war nach dem Erwerb von Forderungen auch die Archon Capitel Bank, eine Tochterbank der New Yorker Bank Goldman Sachs. Diese wiederum ist seit 2006 Miteigentümer von Märklin (nachdem man auch dort Kreditforderungen erworben hatte); sie war somit gleichzeitig auf der Bieterseite vertreten - eine äußerst komfortable Verhandlungsposition, die ein Verhindern jeder anderen Lösung begünstigte.

Aus Märklins Sicht ergibt die Übernahme durchaus Sinn, denn das saisonal im Winter starke Geschäft mit Modelleisenbahnen wird nun gut ergänzt durch ein typisches Sommerprodukt. Die Fertigung wird dem Vernehmen nach am bisherigen Standort aber nur noch bis zum Jahresende fortgeführt (hauptsächlich mit der Herstellung von Gleisen und der Fertigstellung angearbeiteter Waren). Danach wird der Standort Nürnberg- Altenfurt aufgegeben.

Auch wenn rund 30 qualifizierte LGB-Mitarbeiter inzwischen eine neue Anstellung gefunden haben, bleibt doch für die fränkische Region unter dem Strich die Vernichtung etlicher Arbeitsplätze. Der Satz aus der Märklin-Presseerklärung „Am Standort Nürnberg ... werden durch die Übernahme ca. 20 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen“ klingt da wie Hohn - meint
Ihr Martin Knaden


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