|
Rolf Knipper ist gestorben.
Im Alter von 52 Jahren hat das Schicksal am 17.
Februar 2008 ganz unvermittelt den Schlussstrich unter sein Lebenswerk gezogen.
Wir können es nicht fassen. Dieser Energiegeladene,
voller Kreativität,
Ideen und Pläne,
wird keinen Strich mehr zeichnen,
keine Zeile mehr schreiben,
kein Bild mehr aufnehmen.
Er wird keine Modellbahnanlage mehr bauen.
Er wird seinen Freunden und uns Modellbahnern nicht mehr mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Doch das alles ist nichts gegen den Verlust,
der seine Frau,
seine Tochter und seinen Sohn getroffen hat. Schon vorher hatte Rolf Knipper einiges in der MIBA veröffentlicht.
Aber erst anlässlich einer Autorentagung Ende der 1980er begann die intensive Zusammenarbeit.
Wer war das wohl,
der seine Vorstellungen auch in Form von derart anspruchsvollen perspektivischen Schaubildern so trefflich vermitteln konnte? Rolf Knipper beeindruckte durch seine körperliche Statur und durch sein zurückhaltendes Auftreten.
Er wusste,
wer er war.
Er brauchte sich nicht in den Vordergrund zu drängen.
Doch im persönlichen Gespräch gab es keinerlei Anlaufschwierigkeiten,
wir waren sofort mittendrin: Was könnte Rolf Knipper für die MIBA tun? Wie viel das war,
erwies sich in unmittelbarer Folge.
Als wir Hals über Kopf die Reihe MIBA-Spezial starten mussten,
da war das zweite Heft gleich ein Knipper-Spezial.
Nun ging es Schlag auf Schlag und immer war Rolf Knipper dabei.
Gewöhnlich heckten wir ein neues Heft bei ihm zu Hause aus - open end bis zur physischen Erschöpfung.
Er ist der Mitbegründer von MIBA-Spezial,
ohne ihn hätten wir wahrscheinlich das Handtuch werfen müssen.
Zu spät: Wir können ihm dies nicht mehr sagen. Wer weiß noch,
dass die MIBA einst ein Modellbahn-Videomagazin herausgab? Auch hier bewies Rolf Knipper seine ungewöhnliche Begabung fürs Visualieren.
Er bereitete Bastelschritte präzise vor,
kam mit dem vorbereiteten Material ins Studio,
führte die entscheidenden Handgriffe aus,
und in kürzester Zeit hatte das Videoteam das Band im Kasten. Bis zuletzt war Rolf Knipper für die MIBA tätig.
Seine Artikel und seine Broschüren sind sein Vermächtnis.
Auch für andere Zeitschriften hat er gearbeitet,
aber die MIBA war stets seine erste Adresse.
So konnte sich die Redaktion auf ihn auch als Nothelfer verlassen,
wenn im Heftplan wieder einmal eine Lücke entstanden war.
Er füllte sie,
oft in Eile,
aber immer in hoher Qualität.
Seine letzte Arbeit sind Texte für das MIBA-Messeheft 2008,
für die seine Frau und sein Sohn auf der Messe recherchierten. Rolf Knipper war ein praktischer Modelleisenbahner.
Seine Artikel hoben nicht ab,
aber gerade deshalb hoben sie das Niveau der Anlagen,
die angeregt durch seine Pläne und mit seinen praktischen Hinweisen überall entstanden.
Dies ist sein einzigartiges Verdienst.
Keinem seiner Kollegen könnte man es so eindeutig zuschreiben. Dieses exemplarische Niveau hielt Rolf Knipper bei seinen eigenen Anlagen - wer kennt nicht das legendäre Elberfeld-Projekt - und bei denen,
die er in privatem Auftrag oder für die Modellbahnindustrie erstellte.
Auch hierin war er bis zuletzt tätig.
Nicht zu vergessen: Die Modellbahnindustrie profitierte von ihm als Ideengeber,
wenn er themenbezogene Produktlinien,
wie etwa „Kohlenzeche“,
„Stahlwerk“ oder „Speicherstadt“,
mitentwickelte. Zuletzt nur kurz zu Rolf Knippers Tätigkeit in Modellbahnvereinigungen,
denn hier mögen ihn Berufenere würdigen.
Über lange Jahre stand er den Freunden der Eisenbahn Burscheid vor und sorgte dafür,
dass die Clubanlage eine der ambitioniertesten in Deutschland wurde.
Dem Moba diente er als Pressemann,
eine zeitaufwendige Tätigkeit,
die er trotz seiner vielen anderen Verpflichtungen engagiert ausführte. Der Tod hat nicht nur eine Ehe zerrissen,
sondern auch eine bewundernswerte eheliche Arbeitsgemeinschaft.
Rolf und Mary Knipper waren ein unschlagbares Team.
So danken wir auch seiner Frau,
die so viel zum Werk Rolf Knippers beigetragen hat. Rolf Knipper ist gestorben,
ein Modellbahner,
der in der Modellbahnwelt seinesgleichen nicht findet. Bertold Langer und Redaktion MIBA
|