Nun haben wir sie hinter uns,
die Europawahl.
Jene Wahl mit der geringsten Wahlbeteiligung,
aber mit der größten Anzahl von Abgeordneten und noch mehr Kandidaten.
Seit dem Wahltag ist aber auch eine heitere Zeit zu Ende gegangen,
denn die lustigen Kurzfilme im Fernsehen werden nun nicht mehr gesendet.Einige davon haben mich wirklich tief beeindruckt.
Ja geradezu das Bewusstsein erweitert.
Das Bewusstsein dafür,
wer sich alles zu dieser Europawahl stellt.
Die Violetten zum Beispiel: „Für eine spirituelle Politik.“ Holla,
da muss ein erwachsener Mensch erst mal draufkommen,
dass man mit so was auf Wählerfang gehen kann.
Sollte sich von dieser Gruppierung mal ein extremer Zweig abtrennen,
sind das dann die (nicht sichtbaren) Ultravioletten? Und was ist mit deren Antipoden im politischen Spektrum? Heißen die dann Die Infraroten? Slogan: „Für mehr Wärme in der Politik.“ Sehr überzeugend auch die Rentnerpartei.
Nach eigener Aussage eine Partei „für Alt und Jung “! Was gibts denn da zu lachen? Davon haben wir doch schon als Schüler geträumt: Gleich nach dem Abi in die Rente! Wozu erst noch lange alt werden? Keine Mühe mit der Verschleierung der wahren Ziele macht sich die Piratenpartei: Gegen staatliche Überwachung,
für eine Lockerung des Urheberrechts (kommt bei uns Journalisten echt gut) und gegen Internetfilter.
Es lebe der rechtsfreie Raum! Warum nicht gleich auch noch für einen EU-Beitritt Somalias? Diese Aufzählung lässt sich durchaus noch fortsetzen: Der Spot der Grauen kam in Lila daher (das passt; meine Omma kam auch oft silbrig-bunt vom Frisör),
die Freien Wähler sind gegen Postenschacherei - drum wollen sie den einen oder anderen Posten in Brüssel - und die Freie Bürger-Initiative kürzt sich allen Ernstes FBI ab.
- Das Protokoll verzeichnet Heiterkeit im Auditorium ... Gute Laune hat auch Michael Pluta,
der ebenfalls eine Wahl zu treffen hat.
Märklins Insolvenzverwalter konnte nämlich am Rande der Gläubigerversammlung vom 25.
Mai bekanntgeben,
dass sieben (!) Investoren Interesse am Marktführer bekundet haben.
Und im Gegensatz zu den politischen Parteien bei der Europawahl mussten diese Investoren die Finanzierbarkeit ihrer Pläne schon im Vorfeld unter Beweis stellen.
Gute Chancen also für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs beim Traditionsunternehmen - meint Ihr Martin Knaden
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