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Wer ist denn noch besinnlich? |
Das Jahr neigt sich dem Ende zu.
Das allein wäre noch keine besondere Meldung.
Aber ausgerechnet jetzt zum Jahresende häufen sich die unguten Meldungen und lassen vorweihnachtliche Stimmung gar nicht erst aufkommen.Nach großen Unternehmen wie Grundig und AEG machte nun auch Quelle bundesweit Schlagzeilen mit einer Megapleite,
die Tausende von Arbeitnehmern den Job kostet.
Alle drei waren angesiedelt in der „Metropolregion“ Nürnberg,
wozu auch Fürth und Erlangen zählen.
„Meine Quelle“ ist schon lange nicht mehr das geflügelte Wort der Kunden. Während München dank der einseitigen Bevorzugung durch die bayerische Landesregierung boomt bis zum Überkochen - die Immobilien- bzw.
Mietpreise und die täglichen Staumeldungen aus dem Speckgürtel sind da ein recht guter Indikator -,
fällt die ohnehin schon schwierige Region Mittelfranken in ihrer Wirtschaftskraft noch weiter zurück. Da passt es ins Bild,
dass nun auch Fleischmann eine weitere Runde von Restrukturierungsmaßnahmen einleitet.
Unter „Re“-Strukturierung darf man freilich nicht verstehen,
dass die im vergangenen Jahr entlassenen Mitarbeiter nun wieder in Lohn und Brot stünden.
Der in solchen Fällen ebenso übliche wie irreführende Begriff meint in Wahrheit völlig neue Strukturen,
die insbesondere auf eine nochmalige Verringerung der Arbeitsplätze hinauslaufen: 96 weitere Mitarbeiter müssen das Werk in Heilsbronn verlassen,
nachdem schon 2008 über hundert Beschäftigte gehen mussten. Laut einer Pressemitteilung vom 22.
Oktober 2009 ist für das laufende Jahr „ein operativer Verlust von mehreren Millionen Euro“ zu erwarten.
Als Gegenmaßnahme wird die Montage nach Arad in Rumänien verlegt,
der Werkzeugbau zwischen Heilsbronn und dem Roco-Standort Gloggnitz aufgeteilt.
Mit den verbliebenen 130 Beschäftigten wird ein Umsatz von rund 20 Millionen Euro im Jahr angepeilt - deutlich weniger als die bisherige Umsatzkapazität von 25 Millionen Euro. Lamentieren hilft aber nichts; alle müssen ihre Strukturen an die Gegebenheiten anpassen.
Jedenfalls fast alle: Die neue Koalition in Berlin hatte kein Problem damit,
zur Finanzierung von Wahlversprechen den ohnehin schon riesigen Schuldenberg noch höher aufzutürmen.
Der kreuzchenkritzelnde Souverän hat es offenbar so gewollt.
Ob das die Nachkommen dieser Wähler,
die den Schuldenberg abzutragen haben,
ebenfalls so gewollt haben,
darf jedoch bezweifelt werden.
Vielleicht hätten sie sich ja viel lieber dereinst eine Modellbahn geleistet - meint Ihr Martin Knaden
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