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 Gibt´s noch gute Vorsätze?
[Abbildung zur Leseprobe]Schwups, schon liegt wieder ein Jahreswechsel hinter uns! Mit allen liebgewonnenen Ritualen, als da sind: Dinner-for-one-Gucken, Fondue zelebrieren und Sektflaschen knallen lassen. Zu mitternächtlicher Stunde schließlich allseitiges Zuprosten, Böller abfeuern und anschließend Blei gießen - leichtgläubige Seelen vertrauen auf solche Art der Zukunftsdeutung. (Unter uns: Ich habe dieses Mal eindeutig eine Sense gegossen und bin folglich in 2010 mit Vorsicht zu genießen ... ;-)

Und dann war da noch etwas, was allerdings Jahr für Jahr die Stimmung eher trübt: die guten Vorsätze. Diesbezüglich stehe ich aber leider ein wenig außen vor. Allgemein sehr beliebt: Aufhören mit Rauchen - bringt mir nichts, ich rauche nicht. Auch ein Klassiker: Doppelt so viel Sport treiben - warum nicht, das Verdoppeln von null ist ja bekanntlich unschädlich. Gesund ernähren - mach ich eh schon, denn mein Bier wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

Was also bleibt, ist die Erkenntnis, dass gute Vorsätze a) nichts bringen und b) ihre Nichtrealisierung nur das schlechte Gewissen fördert. Folglich sollte man solche Vorsätze erst gar nicht fassen. Doch dies gilt wohl nur für natürliche Personen. Juristische Personen, sprich Modellbahnhersteller, können und müssen da ganz anders vorgehen. Zurück in die Gewinnzone, heißt die Devise, die wohl nicht erst in der Sylvesternacht ausgegeben wurde.

Gewinn ist bekanntlich die Differenz zwischen Umsatz und Kosten (vor Steuern, versteht sich). Diese Differenz sollte nicht nur möglichst hoch, sondern keinesfalls mit negativem Vorzeichen versehen sein. Doch Umsatz rauf und Kosten runter ist in der Wirtschaft nicht so einfach zu realisieren.

Eine Reduzierung der Kosten wurde insbesondere im vergangenen Jahr von großen Herstellern durch einen deutlichen Personalabbau vollzogen, einhergehend mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Dieser Teil war noch relativ einfach zu erreichen. Eine effektive Umsatzerhöhung ist schon schwieriger zu realisieren.

Hier gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Wege: Zum einen kann man sich bemühen, die verkaufte Stückzahl seiner Produkte zu erhöhen (= schwierig), zum anderen kann man die Preise dieser Produkte erhöhen (= einfach). Glaubt man den Gerüchten zu den Preislisten der kommenden Spielwarenmesse, haben viele Hersteller wohl den einfacheren Weg gewählt - sozusagen vorsätzlich in Kauf genommen, dass die verkauften Stückzahlen noch weiter in den Keller gehen. Ob solch ein Vorsatz wirklich zu den guten Vorsätzen zählt - fragt
Ihr Martin Knaden


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