Eine alte Volksweisheit kristallisiert sich in dem prägnanten Reim „Alles neu macht der Mai“.
Und tatsächlich war der sogenannte Wonnemonat über Generationen hinweg die beliebteste Zeit zum Heiraten,
Autoskaufen oder Häuserbauen.Nach diesem langen und strengen Winter - mich persönlich nervt Jahr für Jahr schon die erste Schneeflocke,
wenn sie Mitte Dezember zu Boden sinkt - lechzen die Menschen geradezu nach wärmenden Sonnenstrahlen.
Hinzu kommt,
dass nun endlich die Nachrichten aus der Wirtschaft wieder etwas besser klingen: die Exporte ziehen an,
nur die Binnenkonjunktur ist noch ein wenig lahm,
aber zumindest sind am Markt schon höhere Benzinpreise durchsetzbar - isses nich toll? Die richtig schlimmen Krisen sind jedenfalls weit weg.
Die Griechen,
diese alten Drachmen-Töter,
haben es nach beharrlich falschem Regieren geschafft,
ein ganzes Land in den Ruin zu treiben - tatkräftig unterstützt von Spekulanten,
die auch noch die letzte Kraft aus der Wirtschaft saugten: Hellas von Sinnen! Und wir alle sind mit einem Soli dabei: 8 Mrd.
ist der germanische Anteil am Rettungsring,
den unsere nicht ganz so eiserne Maggie Merkel ursprünglich vermeiden wollte.
Macht also für jeden schlappe 100 Euro.
Ein Schnäppchen! Dafür kriegen Sie gerade mal ein paar Güterwagen,
Weichen oder Figuren. Oder auch aktuelle Schilder von einschlägigen Zubehörherstellern.
Das war ja der Schildbürgerstreich par excellence: Die 1992 beschlossene Neugestaltung von Verkehrsschildern wurde jetzt plötzlich aktuell,
weil Ende 2009 die Übergangsfrist im Zuge einer - man glaubt's nicht! - Entbürokratisierung weggefallen ist.
Einige 100 Millionen Euro hätten statt zur Beseitigung von Straßenschäden für nagelneue Schilder verwendet werden müssen.
Die Schilderhersteller hätten dieses Förderprogramm sicherlich begrüßt,
doch kurzerhand wurde der Wegfall der Novelle wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt,
sodass wir beim Verkehrszeichen 283 - ob mit oder ohne Herzchenpfeil - nun doch nicht straffrei halten dürfen. Schade eigentlich.
Ich sah vor meinem geistigen Auge schon die Hammerneuheit 2011: H0-Schlaglöcher in zwei Größen,
klein für die Epochen II bis V und groß für die Epoche VI.
Dazu passend Schilder in neuer Gestaltung nebst einer Truppe von Arbeitern in kommunal-oranger Tracht zum Aufstellen der Verkehrszeichen.
Wenn diese Umsatzbringer nun mangels authentischer Vorbilder ersatzlos wegfallen,
kann es ja nix werden mit der Binnenkonjunktur - meint Ihr Martin Knaden
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