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 Konjunktur-Lokomotive
[Abbildung zur Leseprobe]Mit einer gewissen Schreckstarre blickten Ökonomen zu Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise in die Zukunft. Wirtschaftsweise und nicht ganz so Weise überboten sich in der beliebten Disziplin Schwarzmalerei. Das ist ja auch praktisch ohne Risiko: Trifft die Prognose zu, steht der Betreffende als hellsichtige Lichtgestalt da, läuft es besser, will auch keiner meckern.

Die Kanzlerin hingegen machte jobbedingt auf Optimismus. „Deutschland wird gestärkt aus dieser Krise hervorgehen“, war damals zu vernehmen und - sie behielt Recht. Inzwischen mehren sich tatsächlich die positiven Meldungen: Den Autobauern gehts wieder besser (Volkswagen meldet ein „starkes Halbjahr“), im Juli 2010 waren 271 000 Menschen weniger arbeitslos als vor Jahresfrist und auch die Konjunktur-Prognose liegt mit 1,4 % wieder im positiven Bereich. Wären jetzt noch mehr Beschäftigte im sozialversicherungspflichtigen „ersten“ Arbeitsmarkt, könnte man glatt jubeln. Wie auch immer: Der Export hat bereits stark zugelegt und Deutschland wird wieder in seiner gewohnten Rolle als Konjunktur-Lokomotive in Europa gesehen (was freilich nicht heißt, dass unsere Nachbarn diese Entwicklung gerne sehen ...).

Apropos Lokomotive, in diesem Fall kleine Lokomotiven: Märklin teilte in einer Presseerklärung von Juni mit, dass man auch in Göppingen eine positive Halbjahresbilanz ziehe: ein dickes Plus von 1,8 Millionen (vor Steuern und Zinsen). Das ist umso erfreulicher, als dass in dieser Branche üblicherweise das erste Halbjahr zurückhaltend läuft und der Großteil der Umsätze und Gewinne erst von Herbst bis Jahresende realisiert wird. Entsprechend vorsichtig hatten die Planer die Geschäftsziele formuliert und sind jetzt selbst positiv überrascht.

Wie sehr man mit Optimismus in die Zukunft sieht, wird auch an einem anderen Detail deutlich: Im Werk in Györ laufen derzeit Planungen, ein angrenzendes Grundstück zu erwerben, um auf dieser Fläche eine Erweiterung der Fertigung aufzubauen. Schließlich muss der in absehbarer Zeit auslaufende Kooperationsvertrag mit dem chinesischen Hersteller Sanda Kan kompensiert werden.

Märklin findet also wieder in seine alte Rolle als Konjunktur-Lokomotive dieser Branche zurück. Das dürfte nicht nur im Hinblick auf den Erhalt des in Deutschland traditionell dichten Händlernetzes vorteilhaft für alle sein - meint
Ihr Martin Knaden


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