  
  

  
  
  
  
  

  
  
  
  
  

  
  
  
  
  
  
  
  
|
|
Kaum ist die Diskussion um Stuttgart 21 in einigermaßen ruhiges Fahrwasser gelangt - der von Heiner Geißler ausgerufenen Friedenspflicht während der Schlichtungsgespräche sei Dank -,
kommt auch schon das nächste Eisenbahnthema in die Schlagzeilen: Ein einzelner Güterzug,
dessen heiße Kokillen für erhitzte Gemüter sorgten,
rollte von Frankreich aus durch die Republik,
kam aber nur schleppend voran.Wie alle Jahre zuvor hatten viele junge Enthusiasten,
die moderner Technik nicht gleichgültig gegenüberstehen,
den Ganzzug mit ihrer Anwesenheit beehrt.
Sie wollten unbedingt dieses rollende Symbol heutiger Energiegewinnung aus der Nähe beobachten.
Sozusagen aus der ersten Reihe.
Und was eignet sich da besser als ein Platz in Gleismitte,
wo ganz sicher nicht die Gefahr besteht,
den entscheidenden Moment der Zugbegegnung zu verpassen. Einige,
die sich außerdem noch für Geologie interessierten,
erkundeten auch gleich mal den Untergrund.
Die Erkundung des Untergrundes hat ja insbesondere im Wendland eine lange Tradition,
der sich dieser spezielle Teil von „Jugend forscht“ offensichtlich eng verbunden fühlt.
Also wurden an manchen Stellen sämtliche Steine,
die den freien Blick auf tieferliegende Schichten behinderten,
kurzerhand entfernt,
sodass sich das Planum barrierefrei betrachten ließ. Auf einschlägigen Internetseiten forderte man zudem andere Wissensdurstige auf,
es den Aktiven gleichzutun.
Die Resonanz auf solche Appelle war aber eher verhalten,
was vermutlich auf einem grundlegenden Missverständnis beruht: Es wurde bei diesen Aufrufen - begrifflich sehr unpräzise - von „Schottern“ gesprochen.
Ts,
ts,
ts. Liebe,
junge Ferrovial-Forscher,
lasst es euch von einem langjährigen Eisenbahnpraktiker sagen: „Schottern“ ist das Hinzufügen von Steinen,
das Wegnehmen dieser grobkörnigen Brocken nennt man Entschottern! Das ist doch wirklich nicht so schwer zu begreifen! Wer es noch genauer wissen will,
möge sich mit der dieser Tage erschienenen Broschüre „Gleise und Weichen“ von Horst Meier befassen.
Unser Autor erläutert in dem aktuellen MIBA-Praxis-Band neben allerlei Wissenwertem über den Oberbau sehr ausführlich auch die Beschaffenheit des Unterbaus bis hin zum tragenden Erdreich.
Niemand muss also Schwelle um Schwelle ausgraben,
nur um zu erfahren,
wie der Untergrund darunter aussieht - meint Ihr Martin Knaden
|