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 Ens luure, wat esu kütt!*
Auf ein neues ... Wenn diese Zeilen geschrieben werden, steht die Spielwarenmesse unmittelbar bevor. "Da wollen wir doch jetzt noch nicht dran denken", kommt gerade hinter mir der Einwurf von jw. Recht hat er, denn auf Hektik dieser Tage sollte man sich besser schon einige Zeit vorher seelisch vorbereiten. Im Grunde bleibt ohnehin nichts anderes übrig, als sich einfach überraschen zu lassen - auch wenn die sogenannten "großen" Überraschungen wie bereits in den letzten Jahren wohl nicht zu erwarten sind. Oder liegt es einfach daran, daß man als hauptberuflicher Modellbahn-Redakteur bereits fast schon wieder zuviel gesehen hat und einen buchstäblich auch nichts mehr vom Hocker reißt? Vielen normalen Modellbahnern dürfte es durchaus ähnlich gehen, denn eine gewisse Sättigung läßt sich der ganzen Branche zweifellos nicht absprechen.

Aber schließlich besteht unser Hobby glücklicherweise nicht einfach nur im gedankenlosen Konsumieren vorgefertigter Industrieprodukte. Spaß machen soll es ja letztlich auch noch, und dazu gehört vor allem die Freude am Spielen und an kreativen Tätigkeit, sprich Basteln und Gestalten. Model railroading is fun, wie unsere amerikanischen Kollegen zu Recht sagen.

Außerdem, lassen sich beispielsweise so schöne Modelle wie etwa die BR 91 von Fleischmann oder Brawas E 95 einfach so "konsumieren"? Wenn man's wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt, heißt es nichts anderes als "verbrauchen" (und auch "verschwenden"!). In diesem Sinne verbrauchen läßt sich eine Modell-Lok eigentlich nur sehr schlecht: Essen kann man sie nicht, und der Verschleiß hält sich normalerweise auch in Grenzen.

Etwas anders sieht es schon beim Bau einer Anlage aus, denn dort wird in der Regel eine ganze Menge Material wie Holz, Gips, Leim, Gleise, Schotter und vieles mehr verbraucht und - aus eigener Erfahrung - so manches Mal wohl auch verschwendet (hat sich im Zeitalter der korrekten Mülltrennung schon einmal jemand Gedanken über die fachgerechte Entsorgung einer Modellbahnanlage gemacht?).

Was nun das Spielen angeht, so gibt es fast keine Grenzen: Auf den wenigen Gleisen von Bertold Langers Kleinanlage "Müllem", die im neuen MIBA- Spezial 35 mit einer Oberleitung versehen wird, läßt sich ebenso ein abwechslungsreicher und vorbildgetreuer Eisenbahnbetrieb nachspielen wie auf Bruno Kaisers raumfüllender Großanlage (ab Seite 78 in MIBA 3). Sollte es dabei gelegentlich nicht immer ganz so den Vorschriften nach zugehen wie beim großen Vorbild, braucht das glücklicherweise auch nicht zu stören; unsere kleine Bahn hat eben ihre eigenen Regeln. Wen das jetzt stört, kann ja weggucken oder es einfach anders machen - im Zweifelsfall berichten wir auch darüber.
Lutz Kuhl * Rheinisches Äquivalent zu "Schau'n mer mal!"


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