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Als diese Zeilen geschrieben werden,
läuft gerade das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft.
Die deutsche Mannschaft,
soviel wissen wir zu diesem Zeitpunkt schon,
ist eine Runde weiter.
Das vielstimmige "Tooor!" ist da nicht zu überhören.
"Bahnhof" dagegen versteht in Zeiten wie diesen höchstens ein Regelunkundiger in Sachen Fußball,
wenn es heißt "Abseits"! Sicher werden viele Modellbahner-Kollegen in Zeiten sportlicher Großereignisse ihr Interesse vorübergehend verlagern,
weg von der eher individualistischen Beschäftigung mit der Modellbahn,
hin zum kollektiven Emotionsschub.
Klinsmann,
Köpke und Co.
lassen grüßen! Zwei Freizeitbeschäftigungen können entgegengesetzter eigentlich kaum sein.
Zwar ist der Fußballfan,
der in totaler Vereinzelung der geschichtlichen Entwicklung,
sagen wir,
der Cup-Turniere nachspürt,
durchaus vorstellbar.
Dem gängigen Bild des fröhlichen,
extrovertierten,
mit "seiner" Mannschaft mitfiebernden Fans entspricht dieses Beispiel gewiß nicht.
Und so richtig wohl fühlen kann sich der Fußballfan doch wohl nur im Kreise vieler Gleichgesinnter.
Fußball gilt als Massensport und ist nur als solcher denkbar.
Die Begeisterung beruht im Grunde auf Emotionen,
die durch - eigentlich recht kurzlebige - Aktionen auf dem Spielfeld geweckt werden. Eine Massenveranstaltung ist die Modellbahnerei nun gerade nicht,
und mit Emotionen kann man in unserem Metier auch nicht übermäßig viel bewirken.
Eine Turnhalle kann eine Bewegung wie z.B.
die FREMO schon vollkriegen,
ein Stadion nicht.
Der Modellbahner muß,
wenn er etwas von seinem Hobby haben will,
nahe am bewegten Objekt sein: Eine fahrende Lokomotive in H0 sieht man nicht sehr weit.
Ganz abgesehen davon gibt es am Schluß eines Fahrplanspiels mit der Modelleisenbahn keinen Sieger. Doch in der Regel ebben die durch das Massenphänomen Fußball entfachten Emotionen nach kurzer Zeit wieder ab,
und der Fan wendet sich anderen Dingen zu.
Wäre ja auch nicht auszuhalten,
wenn das fußballerische Hochgefühl auf Dauer anhalten würde! Und außerdem: Der Fußballfan kann sich zwar stimmlich und sonstwie verausgaben,
an der Ausübung des eigentlichen Sports ist er zumeist - wenn wir mal ehrlich sind - eher weniger beteiligt.
Der Modellbahner dagegen geht in seinen Keller und ist mittendrin in seinem Hobby! Doch in Zeiten wie diesen können wir das eine tun,
ohne das andere zu lassen. jw
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