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 Ein Wort zuvor
[Abbildung zur Leseprobe]Eine wahrscheinlich gemeinsame Leidenschaft der Modellbahner ist die Suche nach dem ultimativen Gleisplan, vergleichbar mit einer "Eier legenden Wollmilchsau". Auf der zur Verfügung stehenden Fläche sollen möglichst viele Gleise, interessante Bahnhöfe und Weichenstraßen untergebracht werden. Ein Bw mit Drehscheibe und Ringlokschuppen darf auch nicht fehlen. Damit der Zugbetrieb abwechslungsreich gestaltet werden kann oder um die Lok- und Fahrzeugsammlung vorführbereit parat stehen zu haben, braucht es verdeckte Abstellbahnhöfe. Diese müssen zudem noch sehr umfangreich sein, um die wachsende Fahrzeugsammlung aufnehmen zu können.

Für die Gleisplanung sind das schon äußerst ungünstige Voraussetzungen, wenn der zur Verfügung stehende Platz bescheiden ist. Möchte man dennoch etwas "Befahrbares" planen und bauen, müssen die Wünsche zurückgesteckt und auf den zur Verfügung stehenden Platz zurechtgestutzt werden. Das gilt gleichermaßen für den "Profi" wie auch für den Einsteiger, wobei hier sicherlich etwas unterschiedliche Ambitionen zu Grunde liegen. Viele Modellbahner scheitern dabei, die Wünsche auf den vorhanden Platz zurückzuschrauben. Daher verwundert es nicht, wenn immer wieder das Verlangen nach Gleisplänen für kompakte Anlagen laut wird.

Wie kompakt oder klein kann eine Anlage sein? Bis zu welchen Abmessungen ist eine Modelleisenbahnanlage noch als kompakt zu bezeichnen? Wie klein eine Anlage sein kann, haben schon viele Modellbahner anhand von winzigen Anlagen in der Baugröße Z gezeigt. Die Minimalabmessungen von Anlagen werden sicherlich durch die Radien bzw. Kreisdurchmesser der verwendeten Gleissysteme entscheidend mitbestimmt, vorausgesetzt man möchte mehr als nur eine Pendelanlage im Bücherregal (ohne diese abwerten zu wollen). In der Baugröße Z benötigt man eine Anlagentiefe von mindestens 45 cm, und in H0 von mindestens 80 cm. Wer nur 60 cm Anlagentiefe zur Verfügung hat und nun partout einen H0-Anlage bauen möchte, kann entweder eine Anlage ohne "Kreisverkehr" planen oder steigt auf eine Baugröße um, die es ihm bei der zur Verfügung stehenden Anlagentiefe erlaubt, ein Gleisoval auf zu bauen.

Da es in dieser Broschüre um kompakte Anlagen geht, liegt es nahe, bei den Vorschläge von Minimalanforderungen ausgehen und sich bis zu vertretbaren Abmessungen steigern, die noch als "Kompaktanlage" durchgehen mögen. Dabei gilt es mehrere Aspekte zu beachten. Die Gleisplanvorschläge sollen einerseits vorbildorientierten Betrieb ermöglichen, andererseits möglichst viel Betriebsspaß bieten. Modellbahn-Einsteiger finden in Gleisführungen auf nur in einer Ebene betriebsintensive und leicht nachzubauende Entwürfe.

Die Gleisplanvorschläge in dieser Broschüre haben keine konkreten Vorbilder. Deren Umsetzung auf den kleinen Flächen wäre ohnehin nur mit Kompromissen verbunden. Aber alle Entwürfe orientieren sich am Vorbild getreu dem Motto: So hätte es auch bei der großen Bahn sein können! Bei vielen der Vorschläge gelang es, eine Überladung mit Gleisen zu vermeiden, um auch der Landschaftgestaltung noch Raum zu geben. Einige der Gleispläne wirken dagegen wie mit Gleisen "zugepflastert". Bei diesen Anlagenvorschlägen geht es hauptsächlich um Güterverkehr und Industrie, wo die Gleisdichte auch beim Vorbild höher ist.

Auf kleinen zur Verfügung stehenden Flächen lassen sich Anlagen kleiner Baugröße natürlich besser verwirklichen. Darum häufen sich unter den Anlagenvorschlägen mit geringen Abmessungen die Baugrößen Z und N. Bei größer werdender Grundfläche lassen sich dann auch Entwürfe für TT und H0 unterbringen. Aber sogar ein Anlagenvorschlag für die Magic-Train-Bahn von Fleischmann in 1:45 ist vorhanden. Der Aufbau der Broschüre macht klar, dass sich in den kleinen Baugrößen mehr Eisenbahn auf gleicher Fläche darstellen lässt. Die meisten Gleisplanentwürfe sind der einfacheren Umrechnung wegen im Maßstab 1:10 wiedergegeben.
Hoyerswerda, im April 2001
Hermann Peter


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