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 Ja, mach nur einen Plan!
[Abbildung zur Leseprobe]Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch `nen zweiten Plan Gehn tun sie beide nicht!" Bert Brechts berechtigter Pessimismus in der „Dreigroschenoper" kann durchaus auf die Modellbahn übertragen werden: So mancher Plan ist das Papier nicht wert, auf dem er steht. Schon gar nicht 3 Groschen, falls man im Euro- und Cent-Zeitalter überhaupt noch in dieser Einheit rechnet ...

Berücksichtigt werden eher die Erfordernisse der Gleisgeometrie als des Betriebs. So wurde das planerische Bewusstsein ganzer Generationen von Nachwuchs-Modellbahnern durch Vorgaben geprägt, die auch heute noch in Anfangspackungen zu finden sind: Zwei gerade und zwölf gebogene Gleise lassen nichts anderes zu als ein Oval, Erweiterungspackungen setzen diesen Irrweg konsequent fort mit einem „Parallelkreis", bei dem unter Geometrie-Gesichtspunkten schon der Begriff höchst zweifelhaft erscheint.

Verlassen wir also die Welt der vorgestanzten Schablonen und wenden uns den Plänen des Vorbilds zu. Hier haben richtige Ingenieure sich schließlich monatelang die Köpfe zerbrochen. Warum bauen wir das nicht einfach nach? Stuttgart Hauptbahnhof zum Beispiel ist in H0 schon auf der Fläche eines mittleren Stadions überzeugend zu realisieren. Was heißt hier „kein Platz"? Dann nehmen Sie doch den Haltepunkt irgendeiner hinterwäldlerischen Nebenbahn, der passt auch noch ins Bücherregal (die eineinhalb Meter Goethe können Sie ja bei eBay verscherbeln): Drei Zugpaare am Tag bringen niemanden ins Schwitzen, Triebfahrzeuge sind da sicher nicht stationiert und Güterzüge rollen nur durch. Wie „nix los"? Ja, was wollen Sie denn nun?

Bevor uns der vielstimmige Chor unterschiedlichster Vorstellungen die Telefonleitungen blockiert, können wir vielleicht zu folgendem Konsens gelangen: Sie wollen interessanten Betrieb auf der verfügbaren Fläche sowie vorbildgerechten Einsatz vorhandener Fahrzeuge und bezahlbar muss das Ganze auch noch sein (die obligatorischen Kostenexplosionen aufgrund dilettantischer Planungen wollen wir mal schön dem Vorbild überlassen). Planung muss also sein, selbst wenn wir einen geeigneten Vorbildbahnhof gefunden haben und ins Modell umsetzen wollen. Erinnert sei hier an die erste Folge der Westbahn in MIBA 1/98: In welche Raumecke kommt der Bahnhof, wohin mit dem Schattenbahnhof, wie viel Fahrstrecke können/müssen wir uns leisten?

Noch schwieriger wird die Sache, wenn man seiner Kreativität gänzlich freien Lauf lässt. Bei erfundenen Strecken und ihren Bahnhöfen sollte man sich nicht von der Frage leiten lassen: „Wie viele Weichen kann ich maximal auf die Platte knallen?" Vielmehr ist das Minimum dessen, was benötigt wird, das Maß der Dinge: Welches Zugaufkommen im Reise- und Güterzugdienst ist zu bewältigen und mit welcher Gleiszahl muss eine sparsame (Modell-) Bahnverwaltung auskommen?

Sie sehen also, Betrieb und Anlagenplanung hängen eng zusammen. Übrigens auch die gewählte Epoche. So wie sich der Zugverkehr im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat, so änderten sich auch die Gleisanlagen in den Bahnhöfen. Das Wechselspiel von Neu-, Aus-, Um- und Rückbau der Strecken und Stationen muss man als Modellbahner ja nicht mitmachen. Suchen Sie sich die attraktivste Zeitspanne heraus und wickeln den dazu passenden Betrieb mit vorbildgerechten Zuggarnituren ab!

Es muss ja nicht alles bis hin zu Uhrzeit und Zugnummer sklavisch nachgestellt werden - obwohl auch das seinen Reiz hat. Aber überzeugend sollte es schon sein. Denn die ständige Ausrede von der Dampflok-Sonderfahrt wird schneller langweilig als ein wirklich interessanter Betrieb.
Martin Knaden



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