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Die Ölkrise von 1973 hatte auch ihr Gutes.
Weniger für die Weltwirtschaft,
als vielmehr für mich.
Wir kriegten damals nämlich eine Gas-Etagenheizung.
Na und,
werden Sie denken,
was hat das denn mit Modellbahn zu tun? Mit Ihrer nichts,
aber mit meiner sehr viel! Denn wenig später wurde der Öltank aus dem ehemaligen Kohlenkeller herausgerissen und das obligatorische Mäuerchen an der Türschwelle abgebrochen.Das auf solch elegante Weise frei gewordene Räumchen stellte meine Mutter großzügig für eine Anlage zur Verfügung,
was bei mir augenblicklich eine intensive Planungsphase auslöste.
Die im Maßstab 1:10 gezeichneten Raummaße passten problemlos auf ein der Länge nach halbiertes A4-Blatt,
weshalb die größeren Radien der Märklin-Gleisplanschablone gar nicht erst in Erwägung gezogen wurden.
Aber auch mit den engeren „Kurven" ging es vorn und hinten nicht auf - eine gewisse Ernüchterung schien unausweichlich.
Doch es gab da noch eine Alternative. Jede Mietspartei im Haus besaß nämlich zwei Keller.
Der umsichtig planende Architekt der 1955er-Nachkriegsimmobilie - Auhagen brachte genau solche Häuser 2006 heraus! - hatte jeder Partei einen Kohlenkeller vornheraus und einen Kartoffelkeller hintenheraus zugedacht.
In unserem Fall war der hintere Keller deutlich größer und das weckte mein Interesse: Eine gewisse Beharrlichkeit an den Tag legend überzeugte ich meine Mutter mit immer neuen,
selbstverständlich auf den größeren Keller abgestimmten Plänen von der Notwendigkeit eines Tausches.
Erdäpfel und Einweckgläser konnten schließlich ruhig ein wenig enger zusammenrücken,
während Fahrzeuge und Strecken unmöglich zu komprimieren waren.
Ein kleiner Raum mit sauberen Regalen und einer ordentlichen Kartoffelkiste macht so eine Vorratshaltung doch auch viel übersichtlicher,
gell? Vom wochenlangen Quengeln weichgekocht stimmte meine Mutter schließlich einem Umzug der Vorräte zu - nicht ohne mir noch das Versprechen abzupressen,
auch den vorderen Keller tipptopp mit weißen Wänden und einer feuchtraumgerechten Beleuchtung samt Steckdose für den geplanten Gefrierschrank auszustatten.
Ich akzeptierte augenblicklich und hatte wenige Tage später mein eigenes Reich.
Ein wenig kühl im Winter vielleicht,
aber eine Kammer,
in der ein Radius 3 nicht mehr völlig außerhalb aller denkbaren Möglichkeiten war. So viel Glück hat freilich nicht jeder.
Wer keinen kompletten Raum zur Verfügung hat oder im gleichen Zimmer weitere Nutzungsmöglichkeiten dulden muss,
wird besondere Lösungen zu schätzen wissen.
Das vorliegende Spezial enthält viele pfiffige Möglichkeiten,
wie man bei scheinbar unmöglichen Platzverhältnissen dennoch betrieblich interessante Anlagen unterbringen kann - von der Regallösung bis zum Raumteiler,
vom „Kasperltheater" bis zur Kinderzimmeranlage. Und was ist letztlich in dem großen Keller realisiert worden? Nun,
nach Auswahl des kompliziertesten Plans begann ich den Bau einer raumfüllenden Anlage.
Doch dieses Projekt war zu groß für meine damaligen Möglichkeiten.
Die sogenannte „Unvollendete" - ja,
nicht nur Gustav Mahler hat so was - wurde etliche Jahre später mittels Stichsäge brutal aus ihrem tristen Dasein als Sperrholzwüste erlöst.
Dabei hätte durchaus etwas Vorzeigbares entstehen können,
wären nur die richtigen Planungsideen zur Hand gewesen - meint Ihr Martin Knaden
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