Es gehört zur Epoche III,
wie der Faust aufs Gretchen: Nach den schlechten und entbehrungsreichen Nachkriegsjahren zeigte man den wiedergewonnenen Wohlstand mit seinem veritablen Bauch.
Stattliche Minister wie Ludwig Erhard und Franz-Josef Strauß waren ob ihrer Leibesfülle barocke „Vorbilder“,
denen man mit kalorienreicher Nahrung im Übermaß nur zu gern nacheiferte.
Der Status des „Wir sind wieder wer“ ließ sich unmittelbar am wachsenden Durchschnittsgewicht der Bevölkerung ablesen.Diese Art von Fortschritt hatte natürlich auch ihre Kehrseite,
denn gesundheitliche Probleme wie Übergewicht und Herzinfarkte nahmen enorm zu.
Ernährungswissenschaftler predigten immer lauter eine gesündere Lebensweise,
was der Volksmund im besten AküFi-Stil als „FdH“-Diät („Friss-die Hälfte“) aufgriff.
Auch öffentliche Institutionen reagierten.
Unterstützt von Bundesregierung und Fernsehanstalten startete der Deutsche Sportbund am 16.
März 1970 die Kampagne „Trimm Dich“,
die einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte.
In bis dato naturnah belassene Wälder wurden hölzerne Stolperfallen genagelt,
die den Erholungssuchenden zu ausdauerndem Hüpfen animieren wollten,
metallene Stangen luden zum Recken und ein eigens entworfenes Maskottchen,
die Zeichenfigur „Trimmy“,
führte auf lustigen Schildern Übungen vor,
die Beleibte nachmachen sollten. Hat irgendjemand je einen aktiven Menschen auf einem solchen Trimm-Dich-Pfad gesehen? In meiner Erinnerung jedenfalls waren es immer nur Fernsehspots,
in denen Leute beim Trimm-Dich zu sehen waren,
die ebendieses Trimm-Dich gar nicht nötig hatten ... Ich persönlich stehe nun wirklich nicht im Verdacht,
solche gelenkbelastenden Aktivitäten in irgendeiner Form zu goutieren (mein Hausarzt und mein Orthopäde geben hier übrigens völlig gegensätzliche Empfehlungen ab).
Und dennoch sehe ich ein: Ein wenig Bewegung tut uns ja mal ganz gut! Doch keine Angst,
die MIBA mutiert nicht plötzlich zum Fitness-Forum! Wie wäre es aber z.B.
mit ein wenig mehr Bewegung auf einer Modellbahnanlage? Betrieblich mag ja schon eine Menge los sein,
aber rechts und links der Gleise sollte doch nicht der Rest der kleinen Welt wie eingefroren wirken! Es sind gerade diese kleinen Dinge,
die Zuschauer an Ausstellungsanlagen in ihren Bann ziehen.
Denn ebenso wie das Selbstverständliche kaum Beachtung findet,
wird das Besondere zum Hingucker! Wir haben für Sie viele Beispiele zusammengetragen,
wie zusätzliche Bewegung auf die Anlage kommen kann: Kleinstmotoren,
Gewindespindeln,
Memory-Drähte oder Servos - Letztere bilden ob ihrer vielfältigen Einstellmöglichkeiten die Antriebe der Zukunft.
Schmücken Sie also Ihre Anlage mit vielen lebendigen Szenen.
Die Betrachter Ihrer Bahn werden es Ihnen danken.
Und wenn Sie partout vom Trimmen nicht lassen können: Trimmen Sie doch einfach über Poti oder CV einen Servo - meint Ihr Martin Knaden
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