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Mehr als dieSumme aller Teile |
Haben Sie auch so ein Riesentrumm im Keller oder auf dem Dachboden? Mit Ausmaßen,
dass selbst der beste Möbelpacker mit dem Ding nicht durch die Tür kommt? Ja,
so war das damals,
als Modellbahnen noch nach „Plattengröße“ kategorisiert wurden.Je größer das Rechteck,
desto höher das Ansehen bei Hobbykollegen (das Ansehen im sonstigen sozialen Umfeld lassen wir hier mal bewusst außer Betracht ...).
Der Zugänglichkeit hinterer Anlagenpartien setzte nicht die Vernunft,
sondern eher der Bauchumfang gewisse Grenzen.
Wie ein Monolith beherrschte so manche Anlage den jeweiligen Raum - und zwar nur diesen Raum.
Immobil wie das umgebende Gebäude und betrieblich auf den Kreis- oder Oval-Verkehr beschränkt.
Das musste doch auch anders gehen! Eine gewisse Erleichterung brachte da schon die Auflösung in eine offene L- oder U-Form.
Ungezählte Anlagenentwürfe in der MIBA propagierten diese Formen,
boten sie doch in optischer Hinsicht mehr Abwechslung: Wer dem ausfahrenden Zug hinterherblickte,
verlor den Bahnhof mit seinem urbanen Umfeld wenigstens ein bisschen aus den Augen und wandte sich dem Landschaftsteil zu.
Wer den Platz hatte,
konnte sogar eine An-der-Wand-lang-Anlage realisieren,
war dann aber wieder „in Gefahr“,
dem Kreisverkehr zu frönen. Und dann die offene Rahmenbauweise! Die „Platte“ war urplötzlich ebenso unbeliebt wie die gleichnamigen Bauten unserer „Brüder und Schwestern“ in der DDR.
Fortan wurden nur noch da Sperrholzstreifen verlegt,
wo auch Trassen verliefen - ein wesentlicher Schritt bei der Gestaltung der Anlagen war gemacht: Die Landschaft war nun erkennbar nicht mehr zweidimensional,
weil die Versuchung,
zu vieles auf Höhe der Platte zu belassen,
einfach nicht mehr da war.
Die Transportfähigkeit war aber nach wie vor praktisch nicht gegeben,
sieht man mal davon ab,
dass beim Abbruch einer Anlage in offener Rahmenbauweise die Kettensäge leichteres Spiel hatte ... Vom offenen Rahmen zum verschraubbaren Aufbau aus einzelnen Rahmen - seien sie nun als Module genormt oder als Segmente individuell gestaltet - ist es aber nur ein kleiner Schritt.
Hätte man schon früher draufkommen können! Doch offenbar lernt der Mensch lieber aus Fehlern,
statt mal vorher nachzudenken. Apropos: Denker! Platon,
Sokrates und Aristoteles - allesamt Vordenker in jeder Hinsicht.
Auf Aristoteles geht zum Beispiel der bemerkenswerte Satz zurück: „Das Ganze ist mehr als die Summe aller Teile.“ Recht hat er,
der alte Knabe! Es ist merkwürdigerweise nicht überliefert,
ob Aristoteles Modellbahner war.
Falls ja,
wird der Schlaukopf aber bestimmt damals schon seine Anlage in Modulen oder Segmenten aufgebaut haben.
Und zusammengeschraubt ist so ein Arrangement ganz sicher mehr als die Summe der einzelnen Teile,
meint Ihr Martin Knaden
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