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Ende September feierte der neue Renner von Arnold bei einer Pressekonferenz in Mühlhausen sein Rollout. Gegenüber der BR 10 wurde die BR 02 in einigen Details verbessert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nach nur neunmonatiger Entwicklungszeit stand der edle Renner bei Arnold in Mühlhausen auf dem Gleis. In dieser Zeit wurde viel Erfahrung, Know-how und eine Menge Entwicklungskosten in das neuen Topmodell gesteckt. Schließlich galt es, eine neue Lokomotive mit rundherum guten Eigenschaften auf die Räder zu stellen.
Verbesserter Antrieb
Gegenüber der Baureihe 18 wurde auf die Einbaumöglichkeit des Rauchgenerators verzichtet, um auch die erste Kuppelachse über Zahnräder anzutreiben. Zudem erhielten nach einigen Zugkraftversuchen die Räder der ersten Kuppelachse Haftreifen.
In der BR 02 wird der Arnold-Motor mit einem Drahtdurchmesser von 0,1 mm verwendet. Der Motor entwickelt mehr Kraft und hat gegenüber dem Motor in der BR 10 bei vergleichbarer Gleisspannung eine höhere Drehzahl. Eine zusätzliche Getriebestufe im Stehkessel der Lok reduziert jedoch die Drehzahl zusätzlich. Die Getriebestufe machte es erforderlich, die in der Lok befindliche Schwungmasse leicht schräg einzubauen.
Die beschriebenen Maßnahmen brachten eine feinfühlig regelbare Schnellfahrlok aufs Gleis. Sie läßt sich gemächlich anfahren und wie mit einem schweren Zug am Haken langsam beschleunigen. Die gemessene Höchstgeschwindigkeit bei 12 Volt liegt bei umgerechnet 258 km/h. Der etwas schneller drehende Motor erzeugt ein deutlich vernehmbares Surren. Die Zugkraft ist ausreichend, um auch lange Reisezüge über Gleiswendel und sonstige Steigungen zu ziehen.
Elektrik
Das wichtigste Merkmal der Lokelektrik ist die Stromabnahme. Im Tender wird der Strom über Spiralfedern von der Achse abgenommen. Kontinuierlicher Anpreßdruck und geringe Hemmung der Stromabnehmerfedern wirken sich positiv aus. Die Stromabnahme über die Treibräder mittels gefederter Kipphebel wurde beibehalten. Allerdings wurde die Technik überarbeitet. Die Stromabnehmerhebel drücken butterweich von oben auf die Spurkränze. Die große Stromabnahmebasis und die optimierten Stromabnehmer stehen für einen betriebssicheren Einsatz. Angenehm fällt die auch schon bei langsamer Fahrt deutlich erkennbare Frontbeleuchtung auf.
Digitalfahrern sei gesagt, daß sich oberhalb des Motors im Tendergehäuse Platz für die verschiedensten Decoder findet. Es paßt sowohl der Arnold-Decoder 82210, aber auch die Decoder einiger anderer Anbieter (siehe Tabelle). Wer auch die Beleuchtung schalten möchte, muß vom Tender zur Frontbeleuchtung noch ein zusätzliches Kabel legen. Das Kabel paßt noch in die seitlichen Kabelkanäle der Kabel für die Stromabnehmer.
Um der Lok das nötige Eigengewicht mit auf die Gleise zu geben, sind Kessel, Umlauf mit Schürze und natürlich der Fahrwerksrahmen aus Zinkdruckguß gefertigt. Am Kessel sind im wesentlichen alle Leitungen, Ventile, Stellstangen usw. nachgebildet. Der Umlauf zeigt eine feine Riffelblechstruktur. Kessel und Schürzen zeigen feine Nietreihen. Auch die Details am Stehkessel sind nachgebildet und laden förmlich dazu ein, diese mit einem feinen Pinsel farblich zu behandeln. Leider sind diese Details beim Betrieb nicht zu sehen.
Der Tender stammt von der BR 01 und erhielt geänderte Drehgestelle. Der Ölaufsatz ist ein Steckteil aus Kunststoff. Der Lok/Tenderabstand ist auch ohne Kurzkupplungskulissen angenehm kurz ausgefallen.
Für eine möglichst vorbildgerechte Gestaltung der Zylinder mußte ein kleiner Kompromiß eingegangen werden. Die Lok durchfährt in der Originalausführung nur Radien ab 220 mm. Wer auch den kleinen Radius mit der Maschine durchfahren möchte, muß die Steuerung unter den Zylinder-Entwässerungsventile entfernen.
Rassig
Die BR 02 entstand, wie im Vorbildteil zu lesen war, als schnellfahrende Versuchslok und kam vor allen möglichen und unmöglichen Zuggattungen zum Einsatz. In der schlichten schwarzen Ausführung war sie selten, im grünen Farbkleid dagegen sehr häufig auf Tour. Die grüne Ausführung ist die ideale Schnellfahrlok für den Modellbahner. Es läßt sich so ziemlich alles, was die Sammlung an Reisewagen hergibt, an die Lok hängen, ohne daß es vorbildwidrig wäre. Gute Regeleigenschaften über den gesamten Geschwindigkeitsbereich und eine gute Wahl der Höchstgeschwindigkeit bei 12 Volt sollten alle N-Bahner zufriedenstellen. gp
Maßtabelle BR 02 von Arnold
| | Vorbild | 1:160 | Modell |
| Längenmaß (LüP): | 25 145 | 157,15 | 158,0 |
| Höhenmaß über SO |
| Schlotoberkante: | 4 550 | 28,4 | 28,5 |
| Puffermaße |
| Pufferhöhe Lok: | 1 025 | 6,4 | 6,6 |
| Pufferhöhe Tender: | 1 050 | 6,6 | 7,0 |
| Gesamtbreite: | 3 050 | 19,1 | 20,1 |
| Achsstände |
| Gesamtachsstand: | 21 510 | 134,4 | 135,5 |
| Achsstand Lok: | 13 385 | 83,65 | 84,6 |
| Achsstand Tender: | 5 700 | 35,6 | 35,8 |
| Raddurchmesser |
| Vorlaufräder: | 1100 | 6,8 | 6,0 |
| Treib- und Kuppelräder: | 2 300 | 14,4 | 13,5 |
| Nachlaufrad: | 1 250 | 7,8 | 7,4 |
| Tenderräder: | 1 000 | 6,25 | 6 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM 310 |
| Radsatzinnenmaß: | - | 7,4 | ca. 7,5* |
| Spurkranzhöhe: | - | _0,9 | 0,9 |
| Radbreite: | - | >2,2 | 2,0 |
| Alle Maße in mm |
| *) Die Radsätze der Lok weisen unterschiedliche Radsatzinnenmaße auf. Sie sollen eine bessere Gleisführung besonders im Bereich von Weichen und DKWs ermöglichen. |
Meßwerte
| Gewicht |
| Lok: | Lok und Tender 91 g |
| Tender: | 40 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Meßergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 21 g |
| 3% Steigung: | 18 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 258 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 175 km/h bei 8,9 V |
| Vmin: | ca. 7 km/h bei 1,9 V |
| Schwungscheibe: | 1 |
| Durchmesser x Dicke: | 11 x 7,5 mm |
| Auslauf bei VVorbild: | 90 mm |
| NEM-S-Schnittstelle: | nein |
| Decoder: | DCC: Arnold 82210, Digitrax DZ 120; Selectrix: 66830 (Einbau nur durch Verlöten der Anschlüsse möglich) |
| Ungefährer Ladenpreis: | DM 350,- |
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