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Der "Schwarze Schwan" ist auch als Nachbildung in N-Größe wieder erhältlich. Das ursprünglich von Rivarossi konstruierte und vertriebene Modell gibt es jetzt in überarbeiteter Form und mit dem Antriebskonzept der 01 bei Arnold im "Club 2000".
Seit vielen Jahren (länger als in H0) gab es von Rivarossi ein N-Modell der modernsten Schnellzug-Dampflok der DB, der nur noch in zwei Exemplaren gebauten BR 10. Nun wurde dieses seltene Stück unter dem Namen Arnold einer kompletten Verjüngungskur unterzogen. Die Basis war nicht schlecht: Am alten Rivarossi-Modell konnte man sicher manches kritisieren. Doch insgesamt wurde die 10 für das Alter des Modells ganz gut wiedergegeben.
Optik
Das überarbeitete Modell zeigt den Zustand der 10 001 ab etwa 1960, bereits mit Ölhauptfeuerung, in kombinierter Metall-Kunststoffbauweise.
Gegenüber dem alten Modell wurde die Detaillierung des Gehäuses deutlich verbessert. Dennoch ist die Detailgestaltung nicht ganz auf dem aktuellen Niveau, da manche Dinge (z.B. Pumpen) etwas flach graviert sind.
Durch die Übernahme des 01-Fahrwerkes gibt es einige Unstimmigkeiten: Die Nachlaufräder sind deutlich zu groß gegenüber dem Vorbild. Die Übertragung zum Innentriebwerk der Dreizylindermaschine am 3. linken Kuppelrad fehlt. Die Gegengewichte sind für eine Dreizylindermaschine falsch. Daß auch die Stangenlager falsch sind (Gleit- statt Rollenlager) fällt dagegen schon nicht mehr so stark auf. Nach meinen Unterlagen hatte die 10 001 keine Schuten vor den Stirnfenstern, sondern Klarsichtscheiben.
Zum Befahren enger Radien sind in den geschlossenen Schürzen an der Seite Aussparungen zum Ausschwenken der Laufachsen vorgesehen. Diese können bei größeren Radien mit Paßstücken verschlossen werden. Leider gibt die Anleitung keinerlei Auskunft darüber. Daher hier der Hinweis, daß die Teile ab einem Radius von etwa 300 mm eingeklebt werden können. Die Paßstücke haben aber immer noch eine deutlich sichtbare Fuge. Geschickter wäre evtl. ein größeres Teil gewesen, das wie beim Vorbild den ganzen "Kotflügel" umfaßt (mit bzw. ohne Aussparung). Dann wären auch die Zierleisten in diesem Bereich korrekt.
Sehr fein ist wieder die vollständige (bis zum Fabrikschild) Beschriftung ausgefallen, eine Andeutung von Lokschildern ist aber nicht zu sehen. Die beim Vorbild erhabenen Zierleisten sind nur aufgedruckt.
An der Lok vorne ist die Beleuchtung erst bei überhöhter Geschwindigkeit vorbildähnlich zu erkennen. Am Tender sind dafür schön maßstäbliche Lampen, die noch Farbtupfer gebrauchen könnten.
Technik
Der Motor im Tender treibt wie bei der 01 über eine Silikonschlauch-Verbindung die Kuppelräder in der Lok an. Damit wurden auch die Schwachstellen der 01 übernommen (siehe Test der 01 in MIBA 9/94 und Vergleichstest in MIBA 2/97). Immerhin war es durch den größeren Tender möglich, eine an sich ordentlich dimensionierte Schwungmasse unterzubringen. Interessanterweise liegt hinter der echten Schwungmasse noch eine zweite "Schwungmasse", allerdings festgeklebt und damit nur als Ballastgewicht. Es wäre durchaus sinnvoll gewesen, die echte statt dessen zu verlängern.
Die Wirkung der Schwungmasse ist (bedingt durch die ungünstige Übersetzung und die offenbar etwas schwergängige Übertragung der Antriebsleistung vom Tender zur Lok) noch nicht optimal, reicht aber aus, um die Lok nicht ganz so abrupt stehen zu lassen wie die 01. Von Arnolds 152 ist man da richtig verwöhnt.
Die Geschwindigkeiten befriedigen höchstens Raser: Man kann zwar zu schnell, aber kaum langsam fahren. Bereits nach kurzem Einfahren war ein Quietschgeräusch zu hören, das mit einem etwas "elektrischen Geruch" verbunden war. Im weiteren Verlauf der Messungen begann die Maschine bei Höchstgeschwindigkeit so heftig zu taumeln, daß die Messungen zunächst abgebrochen werden mußten. Daher sind alle Meßergebnisse mit etwas Vorsicht zu genießen.
Vorn hat Arnold richtigerweise keine Kupplung vorgesehen, um den Eindruck der geschlossenen Schürze nicht zunichte zu machen. Das Modell sollte halt vorbildgemäß nur vorwärts vor Zügen eingesetzt werden. Die Kupplung am Tender ist offenbar noch Original-Rivarossi, eine Kulisse nicht vorhanden. Die Lok-Tender-Kupplung sorgt trotz fehlender Kulisse für ein einigermaßen geschlossenes Bild.
Wartung
Die Anleitung enthält Angaben über alle Ersatzteile und die wichtigsten Wartungsarbeiten. Dennoch ist die 10 wie auch die 01 m.E. eine grundsätzlich wartungsfeindliche Konstruktion. Farbe und Bedruckung erwiesen sich als nicht unbedingt dauerhaft haltbar. Da kann eine Zierleiste schon mal Lücken bekommen.
Fazit
Überarbeitet wurde die alte Rivarossi-BR 10 an sich gründlich. Die Unstimmigkeiten, die sich aus der Kombination "alte 10" und "01-Fahrwerk" ergeben, wurden nicht beseitigt. Man hat es sich werksseitig also offenbar recht einfach gemacht. Das Lokmodell ist im "Club 2000" erhältlich, was m.E. lediglich einen relativ hohen Preis bedeutet. Diesen Preis halte ich aber für nicht unbedingt angemessen, angesichts der gezeigten Leistung. small>Ulf Mahrt
Maßtabelle 10 001 von Arnold in N
| | Vorbild | 1:160 | Modell |
| Länge über Puffer: | 26 503 | 165,6 | 165,8 |
| Höhe Schlotoberkante: | 4 550 | 28,4 | 29,3 |
| Pufferhöhe Lok: | 1 050 | 6,6 | 6,7 |
| Pufferhöhe Tender: | 1 050 | 6,6 | 7,2 |
| Breite Führerhaus: | 3 050 | 19,1 | 20,3 |
| Gesamtachsstand: | 22 185 | 138,7 | 139,7 |
| Achsstand Lok: | 12 525 | 78,3 | 77,7 |
| Achsstand Tender: | 6 600 | 129,9 | 129,8 |
| Raddurchmesser |
| Vorlaufräder: | 1 350 | 15,5 | 15,4 |
| Treib- und Kuppelräder: | 1 350 | 15,5 | 15,4 |
| Nachlaufräder: | 1 350 | 15,5 | 15,4 |
| Tenderräder: | 1 350 | 15,5 | 15,4 |
| Radsatzmaße | | NEM | |
| Radsatzinnenmaß: | - | 14,3+0,1 | 14,3 |
| Spurkranzhöhe: | - | 1,2max | 1,2 |
| Radbreite: | - | 2,8min | 3,0 |
| Alle Maße in mm |
Meßwerte
| Gewicht Lok: | 84 g |
| Gewicht Tender | 36 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Meßergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 18 g |
| 3% Steigung: | 15 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 260 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 140 km/h bei 8,4 V |
| Vmin: | ca. 35 km/h bei 5,5 V |
| Auslauf |
| aus Vmax: | 120 mm |
| aus VVorbild: | 35 mm |
| Schwungscheibe | |
| Anzahl: | 1 |
| Durchmesser: | 12,9 mm |
| Stärke: | 5,6 mm |
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