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Brawas konsequente Modellpolitik beschert nun auch den N-Bahnern die riesige elektrische Doppellok. Die "kleine" E 95 braucht sich hinter ihrer "großen Schwester" nicht zu verstecken. Auch Modellbahnredakteure zeigen ähnliche Symptome wie jeder andere Modellbahner auch, wenn es um Neuheiten wie die E 95 der DR von Brawa geht. Der erste Eindruck: Proportionen stimmen, Pantos sind für ein Serienmodell recht zierlich.
Das Gehäuse und auch die Dachausrüstungen wie Isolatoren und Leitungen bestehen aus Kunststoff. Die Nietreihen des Lokkastens sind allerfeinst dargestellt. Auch die Lamellen der Lüfter überzeugen, ebenso Türgriffe und Griffstangen, die plastisch dargestellt sind.
Die Dachleitungen sind für ein N-Modell sehr zierlich ausgefallen. Dünner hätte sie zwar schon noch sein können, aber sie wären dann nicht mehr griffsicher gewesen. Der bei der ersten H0-Serie bemängelte zu kleine Überspannungsableiter findet sich beim N-Modell in maßstäblicher Größe. Isolatoren und Leitungen weisen die richtige Farbgebung auf: erstere Braun, letztere Rot. Unter der zierlichen Dachausrüstung finden sich zierliche Abdeckleisten, feine Nietreihen, Abdeckhauben usw. Die "Krönung" des Dachs sind die aus eigener Fertigung stammenden Stromabnehmer, die in Anlehnung an den SBS 10 entstanden sind. Die Stromabnehmer sind auch für den echten Oberleitungsbetrieb robust genug ausgefallen.
Die gut proportionierte Gestaltung des Lokkasten setzt am Fahrwerksrahmen fort. Achsblenden, Federpakete und Abstützpunkte, Ausgleichhebel, Sandfallrohre und -behälter, Bremsgestänge und deren mehr laden zur interessanten Betrachtung ein.
Die Ausrüstung der Fahrwerksrahmen sind wie die Dachausrüstung der beiden Lokhälften nicht identisch. Die Unterschiede des Dachs fallen eher auf als die am schwarzen Fahrwerksrahmen.
Die Lackierung ist sauber ausgefallen und läßt noch die sehr feinen Nieten des Lokkastens hervorspitzen. Das schwarze Fahrwerk könnte einen Hauch matter sein. Entgegen den Beschriftungen anderer N-Modelle von Brawa fällt die Beschriftung etwas unsauberer aus. Allerdings fällt dieses kleine Manko nur unter der Lupe auf.
Fahrzeugtechnik
Antriebstechnisch besteht die E 95 aus zwei identischen Lokhälften. Jede Lokhälfte ist für sich betriebsfähig. Für maximale Betriebssicherheit besteht die verbindende Deichsel aus einer Epoxidharzleiterplatte, die die beiden Lokhälften mechanisch wie auch elektrisch kuppelt. Dadurch erweitert sich die Stromabnahmebasis deutlich. Zudem sind die beiden Motoren über eine kurze Kardanwelle zwischen den Lokhälften miteinander verbunden.
Treibende Kraft sind zwei fünfpolige Hochleistungsmotoren mit schräggenutetem Anker und recht kleinen Luftspalten. Auch im unteren Drehzahlbereich entwickeln diese Motoren mehr als ausreichendes Drehmoment. Die Leerlaufstromaufnahme der Lok bei VVorb. incl. Lokbeleuchtung beträgt 130 mA - wohlgemerkt mit zwei Motoren. Bei schleudernden Rädern, also bei zu schwerem Zug, beträgt die Stromaufnahme immer noch schlappe 160 mA. Das Schneckenstirnradgetriebe befindet sich zwischen Motor und Schwungmasse. Von da aus verteilt sich die Kraft auf die beiden jeweils vorderen Treibräder. Jeweils zwei Treibräder verfügen über Haftreifen.
Trotz der riesigen Kraftreserven durch die beiden Hochleistungsmotoren hält sich die Zugkraft in Folge zu geringen Gewichts und relativ glatter Haftreifen in Grenzen. Mit Haftreifen von Fleischmann stieg die Zugkraft um etwas über die Hälfte. Die beiden kraftschlüssig gekoppelten Motoren sorgen für ein sehr feinfühliges Fahrverhalten. Ab etwa 0,9 Volt setzt sich die Lok langsam in Bewegung. So langsam, daß man schon genau auf die Speichenräder schauen muß, um überhaupt eine Bewegung zu erkennen. Die Dreifachspitzenbeleuchtung hält sich trotz hell leuchtender Birnchen etwas bedeckt. Micro-LEDs wären vielleicht eine Alternative gewesen. Die E 95 hat zwar keine KK-Kinematik, aber an beiden Lokenden befinden sich NEM-Normschächte.
Digitalfahrer werden es schwer haben, einen Decoder in der Lok unterzubringen. Nur der kleine Selectrix-Decoder paßt ohne nennenswerte Schwierigkeiten in die Ellok. Für DCC-Decoder muß erst Platz geschaffen werden.
Auf den Punkt gebracht ... Das N-Modell gibt das imposante Vorbild der E 95 überzeugend wieder. Der Antrieb sorgt für feinfühlige Fahrkultur, die selbst viele H0-Loks in den Schatten stellt. gp
Maßtabelle E 95 von Brawa
| | Vorbild | 1:160/NEM | Modell |
| Längenmaße: |
| (LüP): | 20 900 | 130,6 | 132,2 |
| Länge über Kasten | 19 600 | 122,5 | 124,6 |
| Abstand Lokhälften | 270 | 1,7 | 4,1 |
| Höhenmaß über SO |
| Dachoberkante: | 3 872 | 24,2 | 24,4 |
| Puffermaße |
| Pufferhöhe Lok: | 1 050 | 6,6 | 7,2 |
| Breite Lokkasten: | 2 950 | 18,4 | 19,2 |
| Achsstände |
| Gesamtachsstand: | 17 600 | 110 | 110,5 |
| Gesamtachsstand je Lokhälfte: | 6 800 | 42,3 | 42,3 |
| Achsabstand Treibräder | 2 300 | 14,4 | 14,2 |
| Achsabstand Treibräder-Laufräder | 2 200 | 13,7 | 13,9 |
| Raddurchmesser |
| Vorlaufräder: | 850 | 5,3 | 5,3 |
| Treibräder: | 1 400 | 8,7 | 8,6 |
| Radsatzmaße entspr. NEM 310 |
| Radsatzinnenmaß: | - | 7,4 | 7,4 |
| Spurkranzhöhe: | - | _0,9 | 0,7 |
| Radbreite: | - | >2,2 | 2,0 |
| >Alle Maße in mm |
Meßwerte BR 95 von Brawa in N
| Gewicht Lok: | 95 g |
| Haftreifen: | 4 |
| Meßergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 16 g |
| 3% Steigung: | 13 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 102 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 70 km/h bei 8,9 V |
| Vmin: | _ 1 km/h bei 0,9 V |
| Schwungscheiben: | 2 |
| Durchmesser x Dicke: | 7,5 x 7 mm |
| Auslauf bei Vmax. (12 Volt): | 45 mm |
| Motoren: | 2 |
| Angetriebene Achsen | 2 pro Lokhälfte |
| NEM-Schnittstelle: | nein |
| Ca.-Preis: | DM 300,- |
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