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BR 426

 
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Der Gesamteindruck dieses Vertreters moderner Nahverkehrstriebwagen wurde sehr gut getroffen. Die Proportionen der Wagenkästen mit ihrer markanten Kopfform stimmen, die ohne Spalt eingesetzten Fenster und der richtige, rot glänzende Farbton des durchgefärbten Kunststoffgehäuses ergeben ein stimmiges Finish.

Auf dem in Grau gehaltenen Dach finden wir an der richtigen Stelle und fein detailliert die Nachbildungen der beiden Kompaktklimageräte mit der korrekten Darstellung der flexiblen Anschlussschläuche (auf beiden Wagenkästen) sowie auf dem Wagenkasten 1 den Rückkühler am Wagenende und zwischen diesem und dem Klimagerät die Nachbildung der Pumpeneinheit für den Heizungskreislauf.

Auch die elektrische Dachausrüstung wurde weitgehend korrekt nachgebildet. Die in Eigenfertigung entstandene Nachbildung des DSA 200 orientiert sich jeoch eher an der klassischen Technik, als dass typische Merkmale richtig wiedergegeben würden. So fehlt die Nachbildung des für diesen Stromabnehmer so markanten Luftbalgs als Hub- und Federelement, außerdem dürfte die Oberschere im Bereich des Schleifstückes nicht nach unten abgeknickt sein. Die Darstellung von Schleifleisten und Auflaufhorn ist maßlich und optisch korrekt.

Der Vakuum-Hauptschalter wurde korrekt dargestellt, es fehlt jedoch der Eingangsanschluss an die vom Stromabnehmer kommende Dachleitung. Richtig dargestellt wurde auch der voluminöse Oberspannungswandler (leider ohne Anschlussleitung) und der schlanke Überspannungsableiter, der allerdings nicht silber, sondern hellgrau sein müsste.

Zierlich, präzise und im korrekten Durchmesser ausgeführt ist die vorbildgerecht rot lackierte Dachleitung. Richtig wiedergegeben sind auch die separat eingesetzten, runden Dachlüfter und die kurze Bauform der Zugbahnfunkantennen. Das zierliche Typhon oberhalb des Führerstandes ist separat angesetzt. Die korrekt durchgebildete Stirnseite wird durch die großflächige passgenau eingesetzte Frontscheibe dominiert, über der verschiedene (dem Modell beiliegende) Zugzielanzeiger aufgeklebt werden können. Allerdings stimmt die offensichtlich ursprünglich vorgesehene Art der Zielangabe, wie z.B. „n. Göppingen“, an der sich Brawa orientiert hat, nicht immer mit der Realität überein. Bei den von Plochingen eingesetzten Triebwagen steht der Zielort ohne „n.“ in der Anzeige. Der große Scheibenwischer ist separat angesetzt. Ebenfalls sehr präzise eingesetzt sind die schwarz umrandeten Frontsignalleuchten.

Die passgenau und mit der Oberfläche bündig eingesetzten, getönten Seitenfenster ergeben auch im Modell den Eindruck der glatten Außenhaut. Deckend und präzise im Druck sind die weißen Zierlinien und die weiß abgesetzten Türflächen. Gestochen scharf sowie und inhaltlich und typografisch richtig ist die Beschriftung. Allerdings ist die Betriebsnummer am grau abgesetzten Längsrahmen etwas zu groß ausgefallen. Beachtenswert sind die Piktogramme neben den Türen und an den Kippfenstern. Selbst die Inventar-Nummer des EBA wurde korrekt wiedergegeben.

Die filigran ausgeführten Drehgestellblenden mit den separat aufgesetzten Luftbälgen und Bremszangen sind eine Augenweide. Der Wellenbalg zwischen den Fahrzeughälften wurde ebenfalls gut getroffen. Die Inneneinrichtung ist weitgehend korrekt durch einen grauen Kunststoffeinsatz nachgebildet. Auch die Führerstände (mit einem Lokführer auf Seite 2) fehlen nicht. Bei den Schakuattrappen können die Bremsschläuche ergänzt werden.

Technik

Die beiden Kunststoff-Gehäuse des zweiteiligen Fahrzeuges werden durch je zwei Selbstschneideschrauben auf ihrem Grundrahmen aus Zinkdruckguss gehalten. Die beiden Grundrahmen stützen sich in der Mitte auf dem gemeinsamen Jakobsdrehgestell aus Kunststoff - durch eine Kurzkupplungskulisse geführt - ab.

Im Triebwagenteil 2 (426 511) befindet sich ein offener, fünfpoliger Motor mit schräg genutetem Anker. Auf beiden Wellenenden finden sich Schwungscheiben, über eine Kardanwelle wird das Enddrehgestell dieses Triebwagenteils in bekannter Weise über ein kombiniertes Schnecken-/Stirnradgetriebe angetrieben. Zwei diagonal angeordnete Haftreifen sorgen für ausreichende Traktion. Durch graue Kunststoffeinsätze wird die Inneneinrichtung weitestgehend korrekt angedeutet, nur dort, wo der Motor verdeckt werden soll, sind gerade noch die Sitzlehnen zu erkennen.< br clear=all>

Eine durchgehende Platine oberhalb der Fenster trägt in beiden Fahrzeughälften die gesamte Elektrik. Dazu gehörten die Innenbeleuchtung durch Leuchtdioden, der Umschalter für Oberleitungsbetrieb im Fahrzeugteil 2 und die Schnittstelle im Fahrzeugteil 1, die so angeordnet wurde, dass der Decoder in der Nachbildung des Toilettenraumes verschwindet. Die elektrische Verbindung zum Stromabnehmer wird über ein Kontaktblech hergestellt, sodass beim Abnehmen des Gehäuses keine Kabel stören. Die Stromabnahme erfolgt über Kontaktbleche, die von oben auf den Spurkränzen aller Räder schleifen. Damit ist eine sichere Stromabnahme gewährleistet.

Das Fahrzeug setzt sich leise und ohne Taumeln in Bewegung und bei zunehmender Geschwindigkeit dominiert eher das reine Rollgeräusch. Die bei 12 V erreichte Endgeschwindigkeit liegt 51 % über der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit des Vorbildes und damit deutlich über den nach NEM zulässigen 40 %. Außerdem darf das Vorbild die 160 km/h nur auf Strecken mit LZB fahren, ansonsten liegt die Grenze bei 140 km/h. Hiervon ausgehend ist das Modell sogar 73 % zu schnell. Dieser Level passt einfach nicht in ein Umfeld, in dem bei schnelleren Fahrzeugvorbildern die Höchstgeschwindigkeit weitestgehend entsprechend dem Maßstab umgesetzt wird. Die zu hohe Endgeschwindigkeit beeinträchtigt zudem das Regelverhalten im unteren Geschwindigkeitsbereich.

Ähnlich verhält es sich mit dem Auslauf beim Abschalten der Fahrspannung. Die Anordnung des Motors unterhalb der Fensterkante führt zu verhältnismäßig kleinen Durchmessern der Schwungscheiben, was bei vorbildgerechter Geschwindigkeit auf Grund der dann geringeren Motordrehzahl in einem recht kurzen Auslauf resultiert. Die Stirn- und Schlussbeleuchtung wechselt mit der Fahrtrichtung, die Helligkeit ist spannungsabhängig. Erfreulicherweise wurden für das Spitzensignal Miniaturglühbirnen verwendet, deren rein weiße Farbe dem Vorbild entspricht. Die Wirkung des beleuchteten Zugzielanzeigers an den Stirnseiten ist Dank gelber LEDs ebenfalls vorbildgerecht. An der Seite dringt jedoch leider nicht genug Licht durch die Maske.

An den Stirnseiten ist das Modell mit funktionsuntüchtigen Nachbildungen der Scharfenbergkupplung ausgestattet. Für einen Betrieb in Doppeltraktion können diese gegen kulissengeführte Deichseln mit Normschacht getauscht werden.

Fazit

Ein präzise gefertigtes Modell, das das Vorbild durch viele stimmige Details und die gut getroffene Formgebung in seiner Gesamtheit sehr gut wiedergibt. Auch die Laufeigenschaften sind gut. Die nicht ganz zeitgemäß zu hohe Endgeschwindigkeit hat beim Einstellen einer korrekten Höchstgeschwindigkeit einen zu geringen Auslauf zur Folge. Bei Verwendung eines Digitaldecoders lässt sich hier jedoch sicher noch etwas optimieren.
bz

Maßtabelle Elektrotriebwagen 426 in H0 von Brawa

 Vorbild1:87/NEMModell
Längenmaße
Länge über Schaku:36 490419,4422,9
Länge über Kasten:36 140415,4416,4
Abstand Wagenkästen:4004,67,1
Höhenmaße
Dachoberkante über SO:3 75043,143,6
Dachgeräte über SO:4 16047,848,7
Stromabnehmer in Senklage:4 22048,551,6
Mitte Schaku über SO: 1 06012,211,4
Breitenmaße
Breite Fahrzeugkasten:2 84032,632,8
Schleifstückbreite:1 95022,423,9
Radstände
Gesamtachsstand:32 940378,6380,3
Drehzapfenabstand:15 370176,7177,5
Achsabstand im End-Triebgestell2 20025,325,3
Achsabstand im Jakobs-Laufgestell:2 70031,031,0
Raddurchmesser:8509,89,8
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,3
Radbreite:-2,8min2,9
Spurkranzhöhe:-1,2max1,0
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,7

Messwerte BR 426 von Brawa

Gewicht Triebwagen:617 g
Haftreifen:2
Messergebnisse Zugkraft
Ebene:- g
3% Steigung:- g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 242 km/h bei 12 V
VVorbild:160 km/h bei 8,0 V
Vmin:ca. 11 km/h bei 2,1 V
NEM zulässig:224 km/h bei 12 V
Auslauf
aus Vmax:270 mm
aus VVorbild:130 mm
Stromaufnahme
Lokleerfahrt:130 mA
bei max. Zugkraft:- mA
Lichtaustritt:ab 81 km/h bei 5 V
Schwungscheibe
Anzahl:2
Durchmesser: 14,0 mm
Länge:11,6 mm
Ungefährer Preis:EUR ca. 200,-

 

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