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Der ICE 1 und ICE 2 wirken gegen-über dem ICE-T plump, obwohl sie ja auch moderne Schienenfahrzeuge sind. Der ICE-T könnte jedenfalls an die Ära des "Fliegenden Hamburgers" anknüpfen. Das Modell überzeugt ebenso wie das in der MIBA 2/2000 getestete H0-Modell aus gleichem Hause. Da wundert es auch nicht, wenn die Proportionen des N-Modells ebenso stimmig sind.
Die Recherche des Vorbilds kam nicht nur dem H0-, sondern auch dem N-Modell zugute. Was nachgestaltet werden konnte, wurde umgesetzt. Feine Gravuren auf dem Dach und im Schürzenbereich zeigen, dass der schnittige Triebzug kein "aalglatter Fisch" ist. So sind Lüftergitter, Klappen und dergleichen zu erkennen. Die Fensterbänder und die gewölbte Windschutzscheibe sind passgenau in das Gehäuse eingelassen.
Die elektrotechnische Dachausrüstung ist weitgehend nachgebildet. Es fehlen diverse Leitungen, die aber bei einem N-Modell bei normalem Betrachtungsabstand nicht vermisst werden. Der Stromabnehmer vom Typ SSS 87 ist recht filigran ausgeführt und betriebssicher. Um die Neigungen des Wagenkastens bei Kurvenfahrt nicht mitzumachen ist er auf einer Platte montiert, die über einen Hebel mit dem Drehgestell verbunden ist. So steht der Stromabnehmer immer senkrecht zum Gleis.
Für die gleisbogenabhängige Neigung im Modell sorgt pro Wagenkasten ein Drehgestell. Ein Stahlstift im Drehgestell, der beim Schwenken des Drehgestells über eine Rampe geführt wird, kippt den Wagenkasten. Allerdings sieht man die Neigung des Zuges nur bei den Radien eins und zwei deutlich. Dass der Triebzug kurzgekuppelt ist, versteht sich von selbst. Die Deichseln können in den Aufnahmeschächten in zwei Stufen eingestellt werden, sodass sich auch auf ungünstig verlegten Gleisanlagen die Faltenbälge nicht verhakeln können.
Der Antrieb des ICE-T-Modells befindet sich im Wagen des Bordrestaurants. Hier sorgt das bewährte Antriebskonzept - Motor mit Schwungmasse - für den nötigen Vortrieb. Das Gewicht des "Triebwagens" und zwei Haftreifen sorgen für ausreichend Adhäsion auch in der Steigung. Die Fahreigenschaften sind angenehm. Ab etwa 4 Volt setzt sich der Zug langsam in Bewegung und lässt sich über einen normalen Gleichstromfahrregler sanft auf etwa 280 km/h bei 12 Volt beschleunigen. Diese Geschwindigkeit erreicht er aber erst nach der empfohlenen Einfahrzeit.
Neu und löblich zu erwähnen ist die S-Schnittstelle für den raschen und problemlosen Einbau eines Decoders. Ein Selectrix-Decoder kann direkt ohne Kabelverhau eingesteckt werden. Der neue Fleischmann-Decoder mit S-Schnittstellenstecker lässt sich auch problemlos einbauen. Andere Kleindecoder können per Kabel an entprechende Lötpads auf der Platine angelötet werden. Platz ist jedenfalls vorhanden. Weiter so!
Die Lösung, den Antrieb in das Bordrestaurant zu packen, ist nicht schlecht. Leider fehlen elektrische Verbindungen zu den Steuerwagen, die bei Gleichstrombetrieb ein Halten des führenden Steuerwagens vor einem Signal ermöglichen. Hier wird der N-Bahner nicht umhinkommen, mit Gleis- bzw. Reedkontakten, Reflexlichtschranken oder Ähnlichem, dem Triebzug vor einem Halt zeigenden Signal den Saft auf einem verlängerten schaltbaren Gleisabschnitt abzudrehen.
Digitalfahrer, die ihre Anlage mit dem PC steuern, haben es einfacher. Hier übernimmt die flexibel einstellbare Software das zielgenaue Halten in Bahnsteigmitte oder vor einem Signal ohne Rücksicht auf die Stromabnahme.
Wegen der fehlenden Stromdurchführung kann die Stirnbeleuchtung im Digitalbetrieb nicht ein- und ausgeschaltet werden. Wer nicht darauf verzichten möchte, muss zwei kleine Fahrzeugschaltdecoder in die Steuerwagen einbauen. Das wird unterm Strich nicht teurer sein, als ein aufwändiges Durchschleifen aller nötigen Kabelverbindungen über monströs große und damit die Betriebssicherheit beeinflussende Deichseln. Aus diesem Grund sind die Stromabnehmer auch nicht für echten Oberleitungsbetrieb ausgerüstet. Das scheint im Hinblick auf die um sich greifende Digitalisierung nicht zwingend nötig zu sein.
Das Erscheinungsbild des Triebzugs ist ohne Tadel, ebenso der Antrieb. Die leichte Geschwindigkeitsüberhöhung ist bei solch einem Zug in Ordnung. Lediglich das Stromabnahmekonzept dürfte dem einen oder andern N-Bahner nicht behagen, weil sich der ICE-T nicht auf konventionellen Anlagen vor einem herkömmlich geschalten Signalhalteabschnitt automatisch halten lässt. Mit den lieferbaren Mittelwagen läßt sich eine fünfteilige Einheit fahren. gp
Maßtabelle ICE-T in N von Fleischmann
| | Vorbild | 1:160 | Modell |
| Längenmaße |
| Länge Endwagenkasten: | 27 250 | 170,3 | 170,3 |
| Länge Mittelwagenkasten: | 25 500 | 159,4 | 159,4 |
| Abstand Kastenende-Drehzapfen: | 3 250 | 20,3 | 20,5 |
| Abstand zwischen Kastenenden: | 400 | 2,5 | 3,5 |
| Höhenmaße über SO |
| Dachoberkante: | 3 910 | 24,4 | 24,4 |
| Stromabnehmer in Senklage: | 4 180 | 26,1 | 28,3 |
| Breitenmaße |
| Breite Fahrzeugkasten: | 2 850 | 17,8 | 17,8 |
| Breite Schleifstück: | 1 950 | 12,2 | 12,3 |
| Radstände |
| Drehzapfenabstand am Endwagen: | 19 000 | 118,75 | 116,8 |
| Drehgestell-Achsstand: | 2 700 | 16,9 | 16,9 |
| Raddurchmesser: | 890 | 5,5 | 5,5 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM |
| Radsatzinnenmaß: | - | 7,4 | 7,4 |
| Radbreite: | - | 2,2min | 2,3 |
| Spurkranzhöhe: | - | 0,9max | 0,8 |
Messwerte ICE-T/h3>
| Gewicht "Motorwagen": | 98 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Zugkraft |
| Ebene: | ausreichend für siebenteiligen Zug |
| 3%: | ausreichend für siebenteiligen Zug |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 280 km/h bei 12,0 V |
| VVorbild: | 230 km/h bei 10,4 V |
| Vmin: | ca. 3 km/h bei 4,0 V |
| NEM zulässig: | 322 km/h bei 12,0 V |
| Auslauf |
| aus Vmax: | 80 mm |
| aus VVorbild: | 120 mm |
| Lichtaustritt: | ab 100 km/h bei 7 V |
| Schwungscheibe: | 1 |
| Ungefährer Preis Grundpackung: | DM 480,- |
| Ungefährer Preis Mittelwagen: | DM 80,- |
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