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Ae 8/14 11801 von Märklin

 
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Im "Zeittraining" der Schweizer Ellokgiganten hatte Rocos "Landilok" knapp die Nase vorn und sicherte sich die "Poleposition" auf den Ladentheken (Test in MIBA 9/97). Nur drei Wochen später rollte die Ae 8/14 11801 von Märklin in den Fachhandel und auf die Teststrecke von Bernd Beck.

Bei vielen Modellbahnern gilt aber die 11 801 als schönste der drei Ae 8/14; zudem hat sie den Vorteil, daß sie auf den vielen diesjährigen Jubelfesten in der Schweiz oft zu sehen war und ist. So gesehen hat Märklin sicher eine gute Wahl getroffen. Märklin hat die Lokomotive als Museumslok der Epoche 4/5 mit drei Stromabnehmern nachgebildet.

Maßhaltigkeit und Detaillierung

Die Hauptmaße sind der Tabelle zu entnehmen. Die Lokomotive ist 0,4 mm zu kurz, was aber bei einer LüP von 390,4 mm nicht ins Gewicht fällt. Kleinere Konzessionen wurden beim Fahrwerk gemacht; hier hatte die Funktion Vorrang vor absoluter Maßhaltigkeit. Aber die Abweichungen sind gering gehalten, und der Gesamteindruck der Lok ist stimmig.

Beide Lokkästen sind identisch aus Druckguß gefertigt. Die Dächer sind unterschiedlich detailliert und ebenfalls aus Druckguß. Auf der Lokhälfte 2 sind zwei Pantographen, auf der Hälfte 1 nur einer, wie das für die Museumslok richtig ist. Die Pantographen sind robust ausgefallen, um die Funktionstüchtigkeit unter der hauseigenen Oberleitung nicht zu beeinträchtigen.

Die Dachleitungen sind durchgehend aus gefärbtem Draht nachgebildet. Ebenfalls aus Draht bestehen die Handläufe auf den Vorbauten und an den Umläufen. Die Fenster sind klar und paßgenau, eine vereinfachte Maschinenraumattrappe ist an den Nachbildungen der Buchli-Antriebe angespritzt. Die Führerstände sind aus hellgrauem Material extra eingeklipst, einen Lokführer sucht man vergeblich. Schön ist auch die Nachbildung des Tachoantriebes aus Draht. Die Nachbildungen der Buchli-Antriebe sind genauso wie die Nachbildungen der Ölkühler als Kunststoffteile auf den Druckgußrahmen geklipst. Die Luftkessel sind unten stark ausgespart, was nicht sehr schön aussieht. Hier mußte Platz für die Deichsel, die die beiden Lokhälften fest miteinander verbindet, geschaffen werden. Hier wäre ein separates Luftkessel-Einsetzteil für Vitrinenmodelle und Betrieb auf großen Radien wünschenswert gewesen. Die Zughaken sind separat eingesetzt. Einige Lüftergitter sind lediglich aufgedruckt, wirken aber dennoch plastisch.

Lackierung und Beschriftung

Das Modell hat die dunkelgrüne Lackierung, die das Vorbild Anfang der sechziger Jahre erhielt und heute noch als Museumslok hat. Das Revisionsdatum ist mit 8.5.1991 angeschrieben. Die dunkelgrüne Lackierung des Kastens sowie das Silbergrau des Daches wurden gut getroffen. Die Anschriften sind vollständig vorhanden und gut lesbar, selbst Baujahr und Fabriknummer am Fabrikschild sind mit 0,23 mm Höhe in Golddruck zwar nicht mehr gestochen scharf, aber lesbar.

Motor- und Getriebeaufbau

Beide Lokhälften sind identisch aufgebaut. Ein schwarz lackiertes Druckgußchassis nimmt jeweils ein angetriebenes und ein motorloses Drehgestell auf. Die vorderen und hinteren Laufachsen sind über Deichseln an diesen Drehgestellen angelenkt, die mittlere Laufachse ist über einen Kunststoffträger am Chassis gelagert. Lauftechnisch entspricht die Lok einer vierachsigen Drehgestellok.

Auf allen vier Rädern der Motordrehgestelle sind Haftreifen aufgezogen. Als Motoren snd die bewährten Trommelanker-Motoren verwendet worden, die über Stirnräder die Achsen antreiben. Auf beiden Lokhälften sind unterschiedliche Platinen aufgeschraubt, die auf Lokhälfte 2 weist keinerlei Bestückung auf.

Das Gehäuse ist mittig mit einer Schraube befestigt, die von unten gelöst werden kann. Das Gehäuse kann problemlos abgenommen und auch ohne Fummelei wieder aufgesetzt werden.

Stromabnahme und Laufeigenschaften

Obwohl die Laufachsen nicht zur Stromabnahme herangezogen werden, gibt es keine Probleme damit, wie beim Mittelleiter-System gewohnt. Das Modell meisterte alle kritischen Stellen ohne Unterbrechung. Der Auslauf ist gut, die Geschwindigkeit ist stark überhöht. Bei 16 V kommt die Lok ganz knapp unter die 200-km/h-Grenze. Die Vorbildgeschwindigkeit von 100 km/h wird bei 11,5 V erreicht.

Zugkraft

Die Märklin-Ae-8/14 ist mit 1210 g noch 335 g schwerer als Rocos "Landilok". Ihre Zugkraft liegt mit 225 g über die Seilrolle in der Ebene und 210 g bei 30-‰-Steigung aber deutlich unter den Werten ihres Schwestermodells. Dies entspricht immer noch einem Zug mit 150 Wagen in der Ebene bzw. mit 61 Zweiachsern in der Steigung. Beim Erreichen der Grenzlast bäumt sich die jeweils vordere Lokhälfte stark auf. Dann wird die Zugkraft nur von der hinteren Lokhälfte aufgebracht. Dennoch wird die Ae 8/14 11801 auch den schwersten Güterzugdienst auf Märklin-Anlagen bewältigen.

Beleuchtung und Wartung

Die Beleuchtung wechselt mit der Fahrtrichtung. Vorn wird das Dreilichtspitzensignal gezeigt, jeweils hinten das untere rechte Licht, wie das im Signalreglement der SBB vorgeschrieben ist. Die Beleuchtung erfolgt durch eine Leuchtdiodeneinheit.

Zu vielen Wartungsarbeiten muß das Gehäuse abgenommen werden. Dies erfolgt einfach durch Lösen einer Schraube. Dann sind alle Bauteile gut zugänglich. Eine weitergehende Demontage ist normalerweise nicht erforderlich. Die Wartungsarbeiten sind auf einem beiliegenden Blatt mit vielen Zeichnungen dargestellt.

Fazit

Ausgewogene Laufeigenschaften und eine respektable Zugkraft sowie gute Detaillierung machen aus der Ae 8/14 11801 das neue Spitzenmodell in Märklins Programm mit Schweizer Fahrzeugen.

Bernd Beck

Maßtabelle

 Vorbild1:87Modell
Länge über Puffer34 000390,8390,4
Höhe über SO3 80043,743,9
Breite Lokkasten2 95033,935,1
Pufferlänge6507,57,5
Radstände:
Gesamtachsstand29 000333,3332,8
Achsstand Lokhälfte12 500143,7143,8
Achsstand hintere Laufachsen4 00046,045,2
Achsstand Treibachspaar2 00023,023,9
Achsstand innere Treibachsen350040,238,6
Achsstand Lauf-/Treibachse2 50028,728,7
Abstand Pufferteller/1. Achse2 50028,728,8
Raddurchmesser
Treibrad1 61018,518,0
Laufrad95010,910,0
Radsatzmaße entsprechend NEM*
Radsatzinnenmaß- 14,3+0,114,0
Spurkranzhöhe-1,0+0,11,35
Spurkranzbreite-0,9-0,11,15
Radbreite-3,0+0,13,10
Alle Maße in mm
* Ein Vergleich mit den Vorbildmaßen ist nicht möglich

Meßwerte

Gewicht Lok:1210 g
Meßergebnisse Zugkraft:
Ebene:225 g
3% Steigung:210 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmin:11,8 km/h bei 6 V
VVorbild:100 km/h bei 11,5 V
Vmax:198 km/h bei 16 V
Auslauf bei Vmin:16 mm
Auslauf aus Vmax:374 mm

 

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