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Das markante Erscheinungsbild des Blue Tiger beeindruckt auch in der Umsetzung als maßstäbliches Mehano-Modell. Das liegt an der beachtlichen Länge, an der Fülle der Details und schließlich an der korrekten Wiedergabe der farblichen Gestaltung des Vorbildes.
Überzeugend sind die fein gravierten Details, die insbesonders im Dachbereich dem letzten Stand des Vorbildes entsprechen: Die Maschung der Lüftungsgitter, die vielen Klappen und Türen am Maschinenraum oder das Warzenblech des Umlaufes. Beachtenswert sind auch die separat sehr gleichmäßig angesetzten Griffstangen aus Draht an der Oberkante des Maschinenraumes oder die feinen und absolut geraden angesetzten Griffstangen aus Kunststoff an den Führerstandstüren. Stirn- und Seitenfenster der Führerstände sind sehr präzise eingesetzt. Die angravierten und schwarz bedruckten Scheibenwischer wirken vorbildgerecht zierlich.
Die Nachbildungen der Drehgestelle überzeugen durch ihren mehrgliedrigen Aufbau (Bremsklötze in Radebene) und die zahlreichen separat angesetzten Teile (Sandkästen, Indusi, Stoß- und Schlingerdämpfer, Trittstufen). Alle Teile sind lediglich gesteckt und sitzen nicht sehr fest. Es besteht somit die Gefahr, dass sie sich im Betriebseinsatz lösen. Da die sehr kleinen Berührungsflächen kaum eine vernünftige Klebung zulassen, empfiehlt es sich, alle Steckteile auf der Innenseite der Drehgestellblende mit einem feinen Lötkolben mit dieser zu verschmelzen. Die an der Stirnseite nachzurüstenden Teile lassen sich dank verjüngter, quadratischer Zapfen leicht anstecken.
Bis auf einige kleine Einschlüsse macht die Lackierung einen guten Eindruck. Während die blaue Lackierung der Führerstände trotz des schwierigen silbernen Untergrundes gut deckt, ist dies bei den Drehgestellen leider nicht so gut gelungen. Die Zurüstteile der Drehgestelle sind silbern eingefärbt.
Beachtenswert dagegen ist die Nachbildung des schwarzgelben Warnanstriches an den Schrägen des Umlaufes und die präzise Bedruckung sowohl des springenden Tigers als auch der mehrfarbigen umfangreichen Beschriftung.
Technik
Das Gehäuse aus Kunststoff ist auf den Zinkdruckgussrahmen mit vier Rastnasen aufgeklipst und lässt sich dank einer mechanischen Verdrehsicherung nicht falsch herum aufsetzen.Ein zentral angeordneter Motor treibt über zwei Kardangelenke und je ein kombiniertes Schnecken-/Stirnradgetriebe alle Achsen in den Drehgestellen an. Kugelig ausgeformte Drehzapfen tauchen tief in die Metallrahmen der Drehgestelle ein. In die Achslagerblenden aus Kunststoff sind die Radschleifer integriert, die von der Rückseite aller Räder den Strom abnehmen.
Das Modell läuft leise und taumelt nicht. Das nicht ganz optimal ausgelegte Getriebe führt zu einer zu hohen Endgeschwindigkeit und weniger ausgeprägten Regelmöglichkeit im unteren Geschwindigkeitsbereich. Die ermittelte Zugkraft ist eher als durchschnittlich zu bezeichnen. Das geringe Auslaufvermögen bei vorbildgerechter Geschwindigkeit ergibt sich aus der zu geringen Übersetzung des Getriebes und aus dem - bedingt durch die schmalen Aufbauten - begrenzten Durchmesser der Schwungscheibe.
Über die Schaltplatine oberhalb des Motors laufen alle elektrischen Verbindungen, sie enthält auch die Schnittstelle nach NEM 652. Der freie Platz im Lokrahmen dient dem Loksound-Decoder zur Unterbringung (nur in der entsprechenden Variante). Eine Lagerschale aus Kunststoff sorgt für die nötige Isolierung. Der Lautsprecher befindet sich unter dem Motor im Tank der Diesellok. Er gibt das Originalgeräusch des "Blue Tigers" wieder.
Die Stirn- und Schlussbeleuchtung erfolgt durch sockellose Glühbirnchen, die weit hinten im Rahmen stecken. Dies führt zu langen, mehrfach abgewinkelten Lichtleitkörpern mit entsprechend geringer Lichtausbeute, besonders beim Schlusslicht.
Das Modell ist mit Normschacht und Kurzkupplungskulisse ausgeführt. Die im Gehäuse geführte Kupplungsdeichsel hat allerdings etwas viel Spiel. Dadurch kann es vorkommen, dass bei großer Anhängelast die Deichsel so zur Seite gedrückt wird, dass der erste Wagen entgleist. Hier sollte an der Präzision noch etwas getan werden.
Eine sehr aufwändig gestaltete Bedienungsanleitung, die sogar den Schaltplan aller Modellvarianten enthält, lässt in Bezug auf Zurüstung und Wartung keine Fragen offen.
Fazit
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist als gut zu bezeichnen. Es wird ein attraktives Lokmodell geboten, das in der Ausführung mit dem Loksound-Decoder noch zusätzlich die Attraktivität steigert. Die Getriebeabstimmung könnte etwas besser sein. Der lastgeregelte Decoder kompensiert jedoch ein wenig die zu hohe Getriebeabstimmung. Bernd Zöllner
Maßtabelle BR 250 "Blue Tiger" von Mehano in H0
| | Vorbild | 1:87/NEM | Modell |
| Längenmaß |
| Länge über Puffer: | 24 040 | 276,3 | 275,6 |
| Höhenmaß über SO |
| Dach über SO: | 3 910 | 44,9 | 45,6 |
| Puffermaße |
| Puffermittenabstand | 1 750 | 20,1 | 20,2 |
| Pufferhöhe über SO: | 1 050 | 12,1 | 11,5 |
| Pufferlänge: | 620 | 7,1 | 20,1 |
| Breitenmaß |
| Breite Lokkasten: | 2 800 | 32,2 | 32,7 |
| Radstände |
| Gesamtachsstand: | 18 400 | 211,5 | 211,5 |
| Drehgestell-Achsstand: | 3 700 | 42,5 | 42,5 |
| Raddurchmesser: | 1 067 | 12,3 | 12,3 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM |
| Radsatzinnenmaß: | - | 14,3+0,1 | 14,4 |
| Spurkranzhöhe: | - | 1,2max | 1,0 |
| Spurkranzbreite: | - | 0,7-0,9 | 0,8 |
| Radbreite: | - | 2,8min | 2,85 |
Meßwerte "Blue Tiger"
| Gewicht Lok: | 460 g |
| Haftreifen: | 4 |
| Messergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 106 g |
| 3% Steigung: | 100 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 179 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 120 km/h bei 8,3 V |
| Vmin: | ca. 12 km/h bei 2,5 V |
| NEM zulässig | 168 km/h bei 12 Volt |
| Auslauf |
| aus Vmax: | 210 mm |
| aus VVorbild: | 115 mm |
| Lichtaustritt |
| Stirnbeleuchtung: | ab 88 km/h bei 6,5 V |
| Schlussbeleuchtung: | ab 179 km/h bei 12 V |
| Schwungscheibe |
| Anzahl: | 1 |
| Durchmesser x Länge: | 17,8 mm x 15,0 mm |
| Preis ohne/mit Loksound-Dec. | DM 200,-/470,- |
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