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Auch wenn man landläufig mit Micro-Metakit die Herstellung von Modellen nach bayrischem Vorbild verbindet, so haben doch die Landshuter schon mehrfach bewiesen, daß sie auch andere Konstruktionen kennen. Neuester Sproß aus der Familie der Reichsbahnlokomotiven ist die Baureihe 43 - Zweizylinder-Variante der allseits bekannten 44-"Jumbos".
Wie schon bei der Entwicklung von Schnellzuglokomotiven der Einheitsbauart entwickelte man zunächst bei den Einheitsgüterzuglokomotiven auch zwei verschiedene Bauarten. Nachdem im Jahr 1926 zunächst zehn Dreizylinderloks der Reihe 44 gebaut worden waren, fertigten die Lokomotivfabriken Henschel und Schwarzkopff zu Vergleichszwecken ein Jahr später zehn Maschinen in Zweizylinderausführung, die als Baureihe 43 eingereiht wurden.
Im Jahr 1928 folgte - ebenfalls von Henschel und Schwarzkopff gebaut - eine zweite Serie von 25 Exemplaren der Reihe 43. Man hatte angenommen, daß sich diese Ausführung im Betriebseinsatz bewähren würde. Aufgrund der in den folgenden Jahren gemachten Erfahrungen wurde dann aber doch ausschließlich einem Weiterbau der Reihe 44 der Vorzug gegeben, so daß es bei den 35 Maschinen der Baureihe 43 blieb.
Das hauptsächliche Einsatzgebiet der 43er war auf der Saale-Strecke vom Bw Weißenfels aus. Weitere Beheimatungen waren im Bw Chemnitz-Hilbersdorf und beim Bw Mannheim Rbf.
Nach 1945 verblieben sämtliche Lokomotiven bei der Reichsbahn der DDR. Die nach vier Ausmusterungen noch Ende der 50er Jahre betriebsfähigen Loks wurden im Bw Lübbenau zusammengezogen. Weitere Stationen waren danach die Bw Rostock, Wittenberge und Cottbus. In Cottbus wurden im Sommer 1967 als letzte Maschinen die 43 001, 008 und 012 abgestellt, 43 030 blieb in Wittenberge als Heizlok "unter Dampf". 43 001 soll der Nachwelt erhalten bleiben und ist für das Verkehrsmuseum Dresden vorgesehen.
43 in H0
Den ohnehin schon hohen Detaillierungsstandard der Micro-Metakit-Modelle konnte der Landshuter Kleinserienhersteller noch einmal steigern. Aus über 1900 Einzelteilen setzt sich jedes der insgesamt 300 Modelle zusammen.
Augenfällig sind die zahlreichen Rohre und Leitungen am Kessel, die sich sogar innerhalb des Rahmens fortsetzen. Der Führerstand ist vollständig eingerichtet - ebenso wie die Rauchkammer, die man dank einer beweglichen Rauchkammertür besichtigen kann. Unter dem Lokrahmen hängt das komplette Bremsgestänge, und die Aufhängung der Vorlaufachse ist einem Krauss-Helmholtz-Drehgestell nachgebildet. Beide Tender-Varianten - die 43 wird mit dem 2´2T30 wie mit dem 2´2´T32 geliefert - stehen dieser feinen Gestaltung in nichts nach.
Die inneren Werte passen zu diesem Äußeren: Ein speziell für Micro-Metakit in der Schweiz gefertigter Glockenankermotor treibt nahezu unsichtbar die letzte Kuppelachse an. Das dazwischen liegende Getriebe ist fein abgestuft und ermöglicht auch langsamste Schleichfahrt. Die Fahrdynamik erhält das Modell von einer Schwungmasse in Glockenform, die sich platzsparend über den Motor stülpt.
Geliefert wird dieses Supermodell in in sechs verschiedenen Varianten. Von der grauen Ursprungsausführung in Fotolackierung, zwei schwarz-roten DRG-Versionen - mit und ohne Wagner-Windleitbleche - bis hin zu einer Sonderlackierung in den preußischen Farben Olivgrün, Rotbraun und Schwarz mit Versuchswindleitblechen ist die Epoche 2 schwerpunktmäßig vertreten. Dazu kommen noch zwei Maschinen der DR nach 1945, von denen eine Versuchswindleitbleche trägt, während die andere hochgesetzte Witte-Bleche erhalten hat. Diese beiden Loks sind vorn mit abschraubbaren Schneepflügen ausgerüstet.
Angesichts der Ausführung kann man wirklich sagen: Diese Modelle sind verkleinerte Originale! MK
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