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BR 94

 
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Bereits zur Spielwarenmesse 1999 kündigte Piko das H0-Modell des sächsischen Fünfkupplers an. Es dauerte bis zum Herbst 2000, ehe die ersten Vorausmuster dieser Modelllokomotive begutachtet werden konnten. Eine Zeitspanne, die die Freunde sächsischer Fahrzeuge auf eine harte Geduldsprobe gestellt hat.

Ebenso bravourös wie die exzellenten Ellok-Veteranen der Reihen E 63 und E 93 haben die Piko-Konstrukteure die XI HT nachgebildet: die weit nach vorn gezogenen Wasserkästen, der charakteristische Belpair-Kessel oder die Lüfterklappen auf dem Dach - alles echt sächsische Linienführung.

Der Kessel ist kaum zu erkennen unter der Vielzahl von separat angesetzten Kunststoffteilen, angefangen vom Vorwärmer auf dem Kesselscheitel bis hin zu den Leitungen und Rohren in unterschiedlichen Durchmessern. Lediglich die Stellstangen hätten als Draht etwas feiner ausfallen können, sind aber bei Bedarf leicht zu ersetzen. Lackierung und Bedruckung entsprechen dem Stand der Technik und geben dem Modell ein perfektes Finish.

Die Technik der 94.20

An der Unterseite des Rahmens sind zwei kräftige Selbstschneideschrauben nicht zu übersehen, nach deren Lösen sich das Gehäuse leicht abheben lässt. Es offenbart sich eine solide Technik mit sinnvollem Werkstoffeinsatz: Wasserkasten, Führerhaus, Kohlekasten aus Zinkdruckguss, ergänzt durch Kessel und Kohlekastenaufbau aus Kunststoff, das Fahrwerk vollständig aus Zinkdruckguss mit Ergänzungsteilen wie Pufferträger, Zylinderblöcken und Steuerungsträger aus Kunststoff.

Von einem zusätzlichen Ballastgewicht wird der Motor mit Schwungscheibe gehalten, der über ein kombiniertes Schnecken-/Stirnradgetriebe Treibachse und vierten Radsatz antreibt. Den Rest übernehmen die Kuppelstangen aus geätztem Neusilberblech. Jeweils erste und letzte Kuppelachse haben Vertikalspiel, Druck- federn sorgen für eine sichere Auflage auf dem Gleis.

Die Kurvengängigkeit des Fünfkupplers wird durch die Seitenverschiebbarkeit aller Radsätze erreicht. Sehr gut gelöst wurde die Stromabnahme von allen Rädern. Die Getriebeabdeckplatte bildet einen Teil des Rahmens, auf dessen Innenseite beidseitig Federbleche mit langem Hebelarm angeordnet sind, an dessen Ende jeweils ein Neusilberstift angelötet ist. Auf der Rückseite jeden Rades schleift ein solcher Kontaktstift mit einer kugelförmigen Kontaktfläche. Durch die Vorspannung dieser Kontaktfedern werden alle Radsätze automatisch mittig zum Rahmen ausgerichtet.

Im Bereich des Führerhausbodens befindet sich die Leiterplatte mit der gesamten Elektrik in SMD-Technik einschließlich der Schnittstelle nach NEM 652 (8-polig). Die elektrischen Verbindungen innerhalb der Lok erfolgen per Kabel.

Die mit der Fahrtrichtung wechselnde Stirnbeleuchtung erfolgt mit Leuchtdioden, die in die Nachbildungen der Signallaternen integriert sind (wodurch die Nachbildungen der DRG-Einheitslaternen deutlich zu groß geraten sind). Damit ergibt sich eine spannungsunabhängige, gleichmäßig helle Stirnbeleuchtung über den gesamten Regelbereich. Durch die Wahl von LEDs ist die Frontbeleuchtung gelb.

Trotz der über der NEM-Empfehlung liegenden Endgeschwindigkeit lässt sich das Lokmodell über den gesamten Spannungsbereich gut regeln und läuft absolut leise und taumelfrei. Der bei Nennspannung noch als gut zu bezeichnende Auslauf lässt auf Grund der gewählten Übersetzung bei Annäherung an die Vorbildgeschwindigkeit allerdings deutlich nach. In Verbindung mit der gewählten Fahrwerksabstützung und der Allradstromabnahme ergeben sich aber dennoch beste Voraussetzungen für einen sicheren Rangierbetrieb.

Durch die asymmetrische Anordnung der Haftreifen auf der vierten Kuppelachse in Verbindung mit der Gewichtsverteilung sind die Messwerte für die Zugkraft bei Vorwärtsfahrt deutlich besser. Aber auch mit den bei Rückwärtsfahrt gemessenen Werten kann das Modell typische Aufgaben lösen. Vorn und hinten ist das Modell mit einem Normschacht ausgestattet, der in einer Kurzkupplungskinematik geführt wird.

Eine ausführliche Bedienungsanleitung mit aufwändigen 3D-Zeichnungen lässt bezüglich Aufrüstung, Wartung und Decodereinbau keine Frage offen. Auch ein Ersatzteilblatt fehlt nicht.

Fazit

Das neueste Dampflokmodell von Piko überzeugt durch Präzision und gute Funktionalität, die mit den letzten Neukonstruktionen absolut Schritt halten kann.
bz

Maßtabelle Dampflok BR 94.20 von Piko in H0

 Vorbild1:87Modell
Längenmaße
Länge über Puffer:12 560144,4144,5
Länge über Pufferträger:11 360130,6130,7
Höhenmaße über SO
Schlotoberkante:4 55052,352,3
Kesselmitte:2 53029,129,2
Breitenmaße
Breite Führerhaus:2 90033,333,3
Zylindermittenabstand:2 12024,427,3
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05512,112,7
Pufferlänge (bei Ablieferung):6006,96,8
Puffermittenabstand:1 75020,120,0
Achsstände
Gesamtachsstand:5 60064,464,8
jeweiliger Abstand zwischen den Achsen:1 40016,116,2
Raddurchmesser
Treib- und Kuppelräder:1 26014,514,0
Speichenzahl
Treib- und Kuppelräder:12-12
Radsatzmaße entsprechend NEM NEM 
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,3
Spurkranzhöhe:-1,2max0,9
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,7
Radbreite:-2,8min3,1

Messwerte BR 94.20 von Piko

Gewicht Lok:307 g
Haftreifen:2
Zugkraft
Ebene vorwärts:112 g
Ebene rückwärts:78 g
3% Steigung vorwärts:93 g
3% Steigung rückwärts:66 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 102 km/h bei 12 V
VVorbild:45 km/h bei 5,8 V
VVorbild (Museumslok):60 km/h bei 7,4 V
Vmin:ca. 3,9 km/h bei 1,7 V
NEM zulässig:63/84 km/h bei 12 V
Auslauf
aus Vmax:98 mm
aus VVorbild:37 mm
Lichtaustritt:ab 3,9 km/h bei 1,7 V
Schwungscheibe
Anzahl:1
Durchmesser: 15,4 mm
Länge:5,1 mm
Ungefährer Preis:400,- DM

 

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