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E 93 11 von Piko in H0

 
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Eine Menge Details an dieser E 93 verraten, dass die lange Zeit, die zwischen Ankündigung und Auslieferung des Modells vergangen ist, von Piko zu einer sehr gründlichen Vorbildrecherche genutzt wurde, welche konsequent - soweit technisch realisierbar - umgesetzt wurde.

Die vorbildgerechten Stromabnehmer, die eigens für die E 63 entwickelt wurden, konnten wieder verwendet werden. Der Stromabnehmerantrieb, den wir bei der E 63 noch vermisst haben, ist jetzt auch da. Überhaupt kann sich das gesamte Dach mit seinen feinen Nachbildungen von Leisten, Winkeln und Spannpratzen sehen lassen. Besonders hervorzuheben sind die äußerst feinen und dezenten Niet-Nachbildungen.

Die elektrische Dachausrüstung ist vollständig und in allen Einzelheiten korrekt nachgebildet. Hervorzuheben ist hier die richtige Nachbildung des Durchhanges der flexiblen Anschluss-leitungen von Hauptschalter, Oberspannungswandler und Durchfüh-rungsisolator. Wer will, kann diese Nachbildungen der flexiblen Kupferlitze farblich nachbehandeln. Die Dachleitungen enden korrekt an der richtigen Stelle der Rillenisolatoren. Sogar die unterschiedlichen Isolatoren (Stützisolatoren, Hauptschalter, Durchführungsisolator, Oberspannungswandler) wurden richtig wiedergeben.

An den Seitenwänden fällt ebenfalls die besonders feine und unaufdringlich wirkende Nachbildung der zahlreichen Nieten auf: Präzise Gravuren der Deckleisten, Fensterrahmen und Lüftergitter, passgenau eingesetzte Fenster, auch an den Stirnfenstern, bei denen die angravierten Scheibenwischer zusätzlich dunkel bedruckt sind. Die separat angesetzten Griffstangen beeindrucken durch ihre Formstabilität.

Fast zu übersehen, aber eine besondere Leistung des Formenbaus: die Abdeckung der entfernten 3. Stirnlampe, die nur durch die etwas andere Oberflächenstruktur sichtbar wird.

Die Handläufe an den Vorbauten müssen als Zurüstteil angebracht werden. Die Passform der Steckzapfen ist wieder ebenso präzise wie beim Modell der E 63, sodass auch hier das Eindrücken keine Mühe bereitet. Ebenfalls sehr fein als separates Spritzteil ausgeführt: die Verbindungsleitungen, die vom Seitenrahmen zu den Drehgestellen verlaufen.

Die Drehgestelle begeistern durch plastische Gravur in Verbindung mit zahlreichen extra angesetzten Teilen: Luftbehälter, Luftkühler, Sifa-Antrieb, Bremszylinder mit den Winkelhebeln, Bremsgestänge, Sandkästen mit Sandfallrohren, deren vorbildgerecht zusätzliche Fixierung am Drehgestellrahmen besondere Beachtung verdienen. Daß die Trittstufen im Bereich der Führerstandstüren am Drehgestellrahmen befestigt sind, ist ein vertretbarer Kompromiß in Anbetracht der hervorragend maßstäblich herausgearbeiteten Achslagergehäuse. Beachtenswert ist die zierliche Nachbildung der frei stehenden Stirnlampen mit ihren Handgriffen.

Äußerst fein ist auch das Finish gelungen. Die seidenmatte Lackierung in den korrekten Farbtönen ist an allen Stellen sauber und deckend ausgeführt. Auch die separate gelbe Bedruckung der Verteilerdosen und rote Bedruckung der Prüfsteckdosen verdient Beachtung.

Das positive Bild wird abgerundet durch eine gestochen scharfe Wiedergabe der Beschriftung, für die die E 93 11 Pate stand: die breiten Ziffern der Lokschilder oder die absolut korrekte Anordnung des Bw-Schildes über dem BD-Schild.

Technik

Sämtliche Gehäuseteile bestehen aus Kunststoff und werden durch Rastverbindungen auf dem Fahrwerk gehalten. Das Abnehmen ist unproblematisch, eine Verdrehsicherung gibt es nicht, beim Mittelteil läßt sich anhand der Kontaktfeder für die Stromabnehmer erkennen, wie das Gehäuse auf das Fahrwerk gehört. Bei den vorbildgerecht unterschiedlich ausgeführten Vorbauten ist auf der Innenseite "V" und "H" eingraviert.

Im Gehäuse verbirgt sich eine grundsolide und unkomplizierte Technik. Der völlig gekapselte 3-polige Motor ruht in einem präzise gefertigten Rahmenteil aus Zinkdruckguss. Beide Wellenenden treiben über Kardangelenke und Schnecken-/Stirnradgetriebe in den Drehgestellen alle sechs Radsätze an. Sie sind in einem Drehgestellrahmen aus Zinkdruckguss gelagert. Eine Schwungscheibe mit großem Durchmesser sorgt für eine überzeugende Simulation der Fahrzeugmasse.

Die Leiterplatte, auf der die gesamte Elektrik zusammengeführt wird, liegt oberhalb des Motors und wird mit vier Schrauben gehalten. Selbstverständlich ist eine Schnittstelle nach NEM 652 vorhanden. Durch eine Aussparung in der Leiterplatte ist der Raum für einen Decoder unterhalb des Dachaufbaus in ausreichender Form vorhanden.

Schleifkontakte, die von oben auf die Laufflächen bzw. bei den mit Haftreifen belegten Rädern auf die Spurkränze wirken, stellen eine zuverlässige Stromabnahme von allen 12 Rädern sicher.

Stirn- und Schlussbeleuchtung in Abhängigkeit von der Fahrtrichtung erfolgen mittels gelber und roter Leuchtdioden. Diese Verwendung von Leuchtdioden stellt schon ab dem Anfahren eine gleichmäßige Helligkeit über den gesamten Geschwindigkeitsbereich sicher. Die wenigen Kabel für die elektrische Verbindung von der Zentralplatine zu den Stromabnehmer und der Stirnbeleuchtung werden von Halterungen wirkungsvoll fixiert.

Vorbildgerecht klein konnte der Spalt zwischen Maschinenraum und Vorbauten ausgeführt werden. Dies wurde durch eine leichtgängige Kurzkupplungskulisse erreicht.

Dank der gut abgestimmten Höchstgeschwindigkeit zeigt das Modell über den gesamten Regelbereich ein ausgeglichenes Fahrverhalten. Das leise singende Fahrgeräusch wurde an unserem Testmuster bei ca. 10 V allerdings von leichten Resonanzen überlagert.

Die insgesamt vier Haftreifen auf den jeweils äußeren Radsätzen verhelfen dem Modell zu einer Zugkraft, die seinem Vorbild alle Ehre macht. Damit können alle auf der Modellbahn gestellten Anforderungen ohne Mühe erfüllt werden. Vier Haftreifen, die den Rundlauf der Räder naturgemäß beeinträchtigen, hatten bei unserem Testmuster praktisch kein sichtbares Taumeln zur Folge. Nicht selbstverständlich, aber umso erfreulicher sind die Normschächte an beiden Fahrzeugenden, die in einer Kurzkupplungskulisse geführt sind.

Fazit

Mit der E 93 11 ist Piko ein Lokmodell gelungen, das für Vitrinensammler wie Betriebsbahner keinerlei Wünsche offen lässt. Der empfohlene Verkaufspreis von DM 399,- ist völlig angemessen.
bz

Maßtabelle E 93 in H0 von Piko

 Vorbild1:87/NEMModell
Längenmaße
Länge über Puffer:17 700203,4203,0
Länge über Pufferträger:16 400188,5188,0
Höhenmaße über SO
Dachoberkante Haube:4 26049,048,6
Dachoberkante Pantographenplatz:3 95045,445,2
Breitenmaße
Breite über Griffstangen:3 14436,136,4
Breite Brückenrahmen3 10035,635,7
Radstände
Gesamtachsstand:12 800147,1146,7
Drehzapfenabstand:9 200105,7106,9
Drehgestell-Achsstand:4 40050,650,6
Raddurchmesser:1 25014,414,4
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05012,112,6
Puffermittenabstand:1 75020,120,0
Pufferlänge6507,57,5
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,30
Radbreite:-2,8min3,05
Spurkranzhöhe:-1,2max1,15
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,80

Messwerte E 93 von Piko

Gewicht Lok:414 g
Haftreifen:4
Zugkraft
Ebene:154 g
3% Steigung:142 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 85 km/h bei 12 V
VVorbild:70 km/h bei 10 V
Vmin:ca. 7,5 km/h bei 2 V
NEM zulässig:98 km/h bei 12 V
Auslauf
aus Vmax:110 mm
aus VVorbild:80 mm
Lichtaustritt:ab 6 km/h bei 2 V
Schwungscheibe
Anzahl:1
Durchmesser: 20,1 mm
Länge:6,1 mm
Ungefährer Preis:400,- DM


 

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