www.miba.de
 
 

Cargo-Champion

 
  VorgängerÜbersicht der TestberichteNachfolger  
 

* Inhaltsübersicht

* What's new?
Inhalte
* MIBA aktuell
* MIBA Spezial
* Neu im Handel
* Teststrecke
* MIBA Events
Shopping
* Verlagsprogramm
* MIBA-Partner
* MIBA Kleinanzeigen
* Hersteller A-Z
* Händler A-Z
Service
* NEM (Morop)
* Feedback
* Mailing-Liste
* Sitemap
* MIBA Inline
* Downloads
* Links
* Media-Daten
 

Terminlich passend zum Schwerpunkt "Moderne Güterbahn" der September-MIBA lieferte Roco das Modell der leichten Güterzuglokomotive BR 145 aus. Daß die Maschine das Zeug zur Modellmeisterschaft hat, fand Bernd Zöllner bei seinem Test heraus.

Nach dem Modell der BR 101 hat Roco einen weiteren Typ der neuen Ellok-Generation der DB AG ins Programm genommen und als erster ausgeliefert. Im Gegensatz zum Modell der BR 101 jedoch nicht in der Ausführung als "Classic-Modell", sondern als "Exklusiv-Modell", was uns natürlich hinsichtlich der Ausführungsqualität und Detaillierung besonders gespannt sein läßt.

Optik

Automatisch fällt der Blick auf das Dach dieses neuen Modells, und sofort wird der Blick von den Nachbildungen des Stromabnehmertyps DSA-350 S gefesselt. So akkurat und präzise gefertigte Stromabnehmer eines Großserienherstellers hat es wohl noch nicht gegeben: Sowohl die Oberschere als auch der Unterscherenarm bestehen aus feinen Metall-Druckgußteilen, die in ihrer Gestalt das Vorbild absolut korrekt wiedergeben. Bei der Oberschere hervorzuheben sind die extrem feinen Diagonalverspannungen aus nur 0,15 mm dickem Draht. Auch die Farbgebung stimmt. Der beim Vorbild aus Edelstahl bestehende Unterscherenarm ist entsprechend metallisch silber, während die schwarz lackierte Oberschere dunkel brüniert ist.

Hinsichtlich der Funktion wurden ebenfalls neue Wege beschritten: Der Hubantrieb erfolgt erstmals durch eine sehr weiche Druckfeder, die geschickt in der Nachbildung des Hubbalges versteckt wurde, welcher beim Vorbild mittels Druckluft den Stromabnehmer hebt. Zwei Kunststoffhaken sorgen dafür, daß das Einrasten des abgesenkten Stromabnehmers sehr weich erfolgt. Entsprechend leicht läßt er sich jetzt auch aufrichten.

Nachdem bis auf die leicht verkürzte Oberschere alle wichtigen Hauptmaße eingehalten wurden, fällt außerdem auf, daß trotzdem die Bauhöhe des Modells im abgesenkten Zustand um 2 mm zu groß ausfällt. Dies liegt im wesentlichen daran, daß konstruktionsbedingt die Oberscherenarme im abgesenkten Zustand nicht neben dem Unterscherenarm zu liegen kommen. Schade, denn eine um wenige Zehntel Millimeter andere Konstruktion hätte dies möglich gemacht.

Der Stromabnehmer ruht auf korrekt nachgebildeten Stützisolatoren. Direkt in der Nähe der Stromabnehmer befinden sich in der richtigen Lage der ebenfalls korrekt nachgebildete Überspannungsableiter (hellgrau) und Durchführungsisolator (braun). Beide richtigerweise mit angespritzter Nachbildung der Anschlußleitung. Richtig nachgebildet wurden auch die Antenne in der kurzen Ausführung und das Signalhorn als extra angesetztes Teil.

Die mittlere Dachhaube ist auch beim Modell separat aufgesetzt, wohl aber aus formtechnischen Gründen. So konnte am Gehäuse ein sichtbarer Anguß vermieden werden mit dem weiteren Vorteil, daß der Spalt zwischen der mittleren und den äußeren Dachhauben vorbildgerecht tief ist.

Absolut stimmig wirken die Frontpartien mit ihren präzise eingesetzten Stirnfenstern und durchgehenden Scheibenwischerarmen, den sauber eingesetzten Abdeckscheiben der Stirnlampen und der unaufdringlichen, angravierten Aufstiegsgriffstange. Höhepunkt ist aber die extra anzusetzende, winzige UIC-Steckdose, die so präzise durchgestaltet wurde, daß man fast meint, den Deckel heben zu können ...

Der Pufferträger ist werksseitig so ausgeführt, daß angedeutete Bremsschläuche und ein Zughaken die freie Bewegung der Kupplung nicht behindern. Zusätzlich liegen dem Modell Pufferträger bei, die nicht nur mit vollständigen Nachbildungen der Bremsschläuche und einer Modellkupplung ausgestattet werden können, auch die beiden Steckdosen für die Zugheizung auf der rechten und linken Seite können hier noch angesteckt werden.

An den sonst wenig aufregenden Seitenwänden fallen die Führerstandsfenster auf, die auch beim Vorbild tatsächlich so tief liegen. Hier kann die Innenseite der Gehäuseöffnung noch mit schwarzer Farbe etwas nachgearbeitet werden. Die Regenleiste über diesem Fenster und der Führerstandstür sind beim Roco-Modell bereits vorhanden, beim Vorbild wurden sie erst nach der Inbetriebnahme angebracht. Die Griffstangen sind als Drahtbiegeteil separat angesetzt. An der Rahmenunterseite sind die Haltebügel für die Drehgestellsicherung und die daneben liegenden Befestigungen für die Stoßdämpfer zur Dämpfung der Querkräfte korrekt nachgebildet.

Zwischen den Drehgestellen findet sich unterhalb des Lokkastens die Nachbildung des Transformators mit freiliegenden Kühlmittelanschlußleitungen. Die Zugstangen sind zwar als separates Teil angesetzt, greifen aber wie bereits beim Modell der 101 nicht am Drehgestell an. Die sehr plastisch wirkenden und in allen Details korrekt nachgebildeten, häufig durchbrochenen Drehgestellblenden sind lediglich reliefartig ausgeführt, so daß die Nachbildungen der Sandfallrohre nicht in der Radebene liegen. Als separate Teile sind Stoßdämpfer und Trittstufen angesetzt.

Das Modell ist in den vorbildgerechten Farbtönen sauber seidenmatt lackiert. Zu wünschen wäre, daß auch die Rahmenunterseite in diesem Grau lackiert wäre, denn so wirkt das Ganze von unten betrachtet etwas unfertig. Gut deckend, lupenrein und sowohl inhaltlich wie in der Lage korrekt ist auch die Beschriftung aufgedruckt. Hervorzuheben ist das Schriftfeld am Transformator. Daß die Heimatdienststelle nicht zu finden ist, ist kein Fehler: Die ersten Loks der BR 145 waren alle in Seddin beheimatet, ohne daß entsprechende Anschriften zu finden waren. Im Führerstand 1 findet sich der obligatorische Lokführer - allerdings im nicht mehr ganz zeitgemäßen Outfit mit Uniform und Schirmmütze ...

Technik

In bewährter Roco-Manier ist das Kunststoffgehäuse auf das Metall-Fahrwerk aufgerastet. Nach dem Abnehmen des Gehäuses fällt sofort positiv auf, daß endlich daran gedacht wurde, eine Hilfe zu geben, damit das Gehäuse in der richtigen Lage wieder aufgesetzt werden kann. Dafür findet sich auf der Schaltplatine eine nicht zu übersehende 1 auf der entsprechenden Führerstandsseite, in dem Blechstreifen, der auf der Gehäuseinnenseite die elektrische Verbindung zwischen den Stromabnehmern und zur Schaltplatine herstellt, ist auf der entsprechenden Seite eine 1 eingestanzt. So kann das Gehäuse wieder richtig herum aufgesetzt werden.

Ansonsten findet sich hier bewährte Roco-Technik. Im Rahmen aus Zinkdruckguß liegt der bekannte große Motor aus eigener Fertigung mit schräggenutetem Anker und je einer dynamisch ausgewuchteten Schwungscheibe auf jedem Wellenende.

Über Kardanwellen werden beide Drehgestelle angetrieben, kombinierte Schnecken-/Stirnradgetriebe übertragen das Drehmoment auf alle Treibachsen. Auf der äußeren Treibachse beim Führerstand 1 sind beide Räder mit Haftreifen belegt. Des weiteren ist die Tiefanlenkung der Drehgestelle (9,9 mm über Schienenoberfläche) eine weitere Voraussetzung für gute Traktionseigenschaften.

Die alle elektrischen Funktionen zusammenfassende Leiterplatte, mit der auf der Oberseite des Rahmens auch der Motor fixiert wird, ist deutlich kürzer geworden. Statt des üblichen Umschalters für den Oberleitungsbetrieb ist das Modell werksseitig für beide Betriebsarten eingestellt. Die nicht gewünschte Betriebsart läßt sich durch Ziehen einer Kontaktbrücke abstellen.

Die Stirnbeleuchtung erfolgt nicht gerade servicefreundlich durch sockellose Glühbirnen, die an eine Leiterbahnfolie angelötet sind. Die elektrische Verbindung der Leiterbahnfolie zur Schaltplatine erfolgt durch entsprechende Klemmstücke. Bei den unteren Stirnlampen wechseln richtigerweise nur die äußeren Lampen vorbildgerecht weiß/rot. Die inneren Fernscheinwerfer lassen sich nicht aktivieren. Der Platz für den Decoder ist in der abnehmbaren Nachbildung des Transformators an der Unterseite des Rahmens vorgesehen, für die Kabelverbindung von der Schaltplatine wurde - wie bereits bei der 101 004 - an der Seite des Rahmens ein entsprechender Kanal ausgespart.

Praktisch geräuschlos setzt sich das Modell in Bewegung und ist über den gesamten Geschwindigkeitsbereich angenehm leise. Allerdings liegt die bei unserem Muster gemessene Höchstgeschwindigkeit leicht über der nach Norm zulässigen Überhöhung. Entsprechend ist auch nach Abschalten der Fahrspannung der Auslauf relativ lang, er wird jedoch bei Vorbildgeschwindigkeit deutlich geringer. Die gemessene Zugkraft stellt einen guten Wert dar, mit dem alle Traktionsaufgaben auf normalen Modellbahnanlagen gelöst werden können.

Der Normschacht für die Kupplungsaufnahme ist leider nur schwenkbar an den Drehgestellen befestigt. Eine Kurzkupplungskinematik wäre bei einem "Exklusiv-Modell" sicher angemessen gewesen. Dem Modell liegen wie immer bei Roco eine kurze Beschreibung des Vorbildes, eine Betriebsanleitung in Bildersprache sowie das obligatorische Ersatzteilblatt bei.

Fazit

Die Roco 145 in H0 ist ein gelungenes Modell eines hochaktuellen Vorbildfahrzeuges, das durch gute Detaillierung und perfektes Finish, aber auch durch gute Fahr- und Traktionseigenschaften überzeugt. Seine etwas zu hohe Endgeschwindiglkeit wird durch die feinfühligen Fahreigenschaften im unteren Drehzahlbereich voll ausgeglichen.
bz

Maßtabelle Baureihe 145 von Roco in H0

 Vorbild1:87/NEMModell
Längenmaße
Länge über Puffer:18 900217,2217,0
Länge über Kasten:17 600202,3203,0
Höhenmaße über SO
Dachoberkante (OK Dachhauben):3 84544,243,9
Gesamthöhe Oberkante (Stromabnehmer gesenkt):4 38550,452,3
Breitenmaße
Breite Lokkasten:2 97834,234,3
Breite über Griffstangen:--35,7
Radstände
Gesamtachsstand:13 000149,4146,0
Drehzapfenabstand:10 400119,5115,4
Drehgestell-Achsstand:2 60029,930,6
Raddurchmesser:1 25014,414,4
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05012,112,1
Puffermittenabstand:1 75020,120,1
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,4
Radbreite:-2,8min2,8
Spurkranzhöhe:-1,2max1,1
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,8
Alle Maße in mm

Meßwerte BR 145 von Roco

Gewicht Lok:554 g
Haftreifen:2
Meßergebnisse Zugkraft
Ebene:136 g
3% Steigung:118 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax Vorbild:140 km/h bei 8,2 V
NEM zulässig:196 km/h bei 12 V
Vmax Modell: 214 km/h bei 12 V
Vmin Modell:ca. 13,5 km/h bei 2 V
Auslauf
aus Vmax:320 mm
aus VVorbild:170 mm
Lichtaustritt
vorn: ab 50 km/h bei 4 V
hinten:ab 50 km/h bei 4 V
Schwungscheibe
Anzahl:2
Durchmesser: 15,9 mm
Länge:10,0 mm


 

[Zum Seitenanfang]  
Impressum
© 1997-2012 by MIBA Miniaturbahnen
Konzept und Umsetzung
von IWI GmbH
webmaster@MIBA.de