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Taurus der ÖBB

 
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Wer glaubt, dass moderne Elloks auf Grund ihres prinzipiell immer gleichen technischen Aufbaus im Erscheinungsbild immer ähnlicher werden, wird beim Taurus eines Besseren belehrt. Das eigenständige und markante Profil dieser österreichischen Variante der Eurosprinter-Familie wurde von Roco-Modell hervorragend getroffen.

Entsprechend dem Vorbild finden wir bei der Dachausrüstung eine korrekte Nachbildung des Sécheron-Hauptschalters mit separat eingesetzter Grundplatte samt der filigranen Nachbildung des Erdungsschalters. Die Dachleitung ist ganz aus Kunststoff gefertigt und absolut gerade; sie endet präzise am Rahmen der beiden Stromabnehmer. Bei ihnen handelt es sich um die korrekte Nachbildung des Siemens-Typs SSS 87, der bei der ÖBB als Bauart VIIIe bezeichnet wird. Selbst der Ventilkasten wurde nicht vergessen. Allerdings befinden sich an der Stelle, wo beim Modell Zugfedern für den Anpressdruck sorgen, beim Vorbild Schwingungsdämpfer. Durch die ähnliche Anordnung ist aber der optische Eindruck des Vorbildes gegeben. Wie beim Vorbild sind Rahmen und Unterscherenarm rot, während die Oberschere glänzend silber ist. Eine Nachbildung der matten Oberfläche des Vorbildes aus Edelstahl würde allerdings weniger aufdringlich wirken. Die Dachabdeckungen sind analog zum Vorbild separat aufgesetzt.

Hervorragend gelungen ist die wirklich nicht einfache, mehrfach gekrümmte Kopfform mit den absolut passgenau von außen eingesetzten Stirnfenstern; vervollständigt durch die filigranen Scheibenwischer und die recht massive Griffstange und die ob ihrer korrekten Größe fast nicht erkennbaren UIC-Steckdosen.

Ein besonderer Gag der Hersteller Krauss-Maffei und Siemens wurde ebenfalls treffend wiedergegeben: Die in die Verkleidung oberhalb des rechten Puffers und bei den Einstiegsleitern durchbrochen ausgeführten Schrift- züge finden sich beim Modell als Relief wieder. Auch die Form der in neuartige Verformungselemente integrierten Puffer wurde gut getroffen. Die Optik der Seitenwände wird durch die fast in die Fahrzeugmitte gerückten Zugangs-türen bestimmt. Die vorbildgerecht in einer Vertiefung liegenden Griffstangen sind separat eingesetzt.

Die Drehgestellblenden geben das Vorbild korrekt wieder und sind "aus einem Guss", lediglich die Dämpfer wurden extra angesetzt. Die Radscheiben geben entsprechend dem aktuellen Zustand richtig diagonal versetzt auf der einen Seite des Radsatzes die Befestigung des Antriebes und auf der anderen Seite die Nachbildung der Schallabsorber wieder.

Die seidenmatte Lackierung in der richtigen Farbgebung ist gewohnt sauber und deckend ausgeführt. Zu wünschen wäre nur, dass bei Roco-Modellen auch die Unterkante des Gehäuses ebenso gleichmäßig in der Farbe des Rahmens lackiert wird. Die Beschriftung ist farblich und inhaltlich korrekt und präzise gedruckt.

Technik

Das vollkommen aus Kunststoff gefertigte Gehäuse ist auf den Rahmen aufgerastet. Am Druckgussrahmen ist die Partie um die Pufferträger in Kunststoffausführung angesetzt. Wie üblich ruht im Rahmen der fünfpolige Standardmotor mit schräg genutetem Anker; über Kardangelenke und Schnecken-/Stirnradgetriebe werden alle Achsen beider Drehgestelle angetrieben. Die über dem Motor angeordnete Platine trägt die serielle Schnittstelle und zwei zusätzliche Steckbrücken zur Herstellung verschiedener Betriebsarten.

Das Lokmodell ist leise, taumelt nicht und lässt sich sehr geschmeidig von der niedrigsten bis zur leicht überhöhten Nominalgeschwindigkeit regeln. Der Auslauf bei Abschaltung der Fahrspannung ist etwas reichlich bemessen. Die gemessenen Zugkraftwerte sind ordentlich und erlauben den Einsatz dieses Lokmodells wie beim Vorbild sowohl vor Reise- als auch vor Güterzügen. Der Normschacht ist an einer schwenkbaren Deichsel aufgehängt, eine Kurzkupplungskulisse gibt es leider nicht.

Der Anschluss der Stirnbeleuchtung erfolgt wieder über Leiterbahnfolien. Ein geschickt ausgeführtes Kunststoffteil, das die sockellosen Birnchen am Rahmen fixiert, stellt die lötfreie Verbindung zwischen Leiterbahnfolie und den Anschlussdrähten sicher. Lediglich die Verbindung zu den Radschleifern, die von oben auf die Spurkränze aller Räder aufliegen, erfolgt per angelöteter Kabel. Die fahrtrichtungs- und spannungsabhängige Stirnbeleuchtung ist nur im oberen Geschwindigkeitsbereich deutlich sichtbar.

Das Fahrzeug ist lobenswerterweise komplett ausgestattet und sofort einsatzbereit. Für die Vitrine liegen vollständig ausgebildete Schneeräumer, Kupplungsimitationen, Bremsschläuche und Pufferplatten mit Rangiergriffen zum Tausch bei.
bz

Maßtabelle 1016 der ÖBB in H0 von Roco

 Vorbild1:87/NEMModell
Längenmaße
Länge über Puffer:19 280221,6221,0
Höhenmaße über SO
Höhe Dach3 96645,645,6
Höhe Stromabnehmer in Senklage4 35150,052,0
Breite Lokomotivkasten3 00034,534,4
Radstände
Gesamtachsstand:12 900148,3149,3
Drehzapfenabstand:9 900113,8113,7
Drehgestell-Achsstand:3 00034,535,6
Raddurchmesser:1 15013,213,2
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05012,112,1
Puffermittenabstand:1 75020,120,0
Pufferlänge6507,57,5
Radsatzmaße
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,4
Radbreite:-2,8min2,8
Spurkranzhöhe:-1,2max1,1
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,8

Messwerte 1016 von Roco

Gewicht Lok:494 g
Haftreifen:2
Messergebnisse Zugkraft
Ebene:164 g
3% Steigung:158 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 257 km/h bei 12 V
VVorbild:230 km/h bei 10,8 V
Vmin:5,2 km/h bei 2 V
NEM zulässig:322 km/h bei 12 V
Auslauf
aus Vmax:560 mm
aus VVorbild:490 mm
Lichtaustritt:108 km/h bei 6 V
Schwungscheibe
Anzahl:2
Durchmesser: 15,8 mm
Länge:10,0 mm
Ungefährer Preis:350,- DM


 

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