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Die richtig getroffenen Proportionen in absolut maßstäblicher Ausführung mit den typischen runden Formen, die es allerdings auch in sich haben - so muss das Modell einer V 80 aussehen. Insbesondere die gewölbten Seitenwände des Vorbildes beeinflussen das Erscheinungsbild ganz entscheidend. So haben die Bleche in vertikaler Richtung einen Radius von 13 Metern, die Stirnseiten sind etwas flacher mit 20 Metern Radius. Gleichzeitig ist die Stirnseite in horizontaler Richtung mit einem Radius von sieben Metern gekrümmt. Die Oberseite der Vorbauten ist mit einem Radius von fünf Metern gewölbt. Wie genau die Form des Gehäuses nachgebildet wurde, wird auch an dem kaum wahrnehmbaren, nur bei Streiflicht sichtbaren vertikalen Knick deutlich, an dem die Verjüngung der Vorbauten beginnt.
Die bei diesem Modell realisierte Bauartvariante lässt darauf schließen, dass es um 1967, also in der späten Epoche III angesiedelt ist: Es zeigt das dritte Zugspitzenlicht (1957/58 ergänzt) und die Regenschutzdächer (1965 angebracht). Der Schalldämpfer, der das Dach der V 80 zwischen 1958 und 1967 zierte, ist bereits entfernt, die Indusi fehlt noch (nachgerüstet 1967). Außerdem gibt es einen umlaufenden Farbzierstreifen, der zwischen 1963 und 1967 bei Ausbesserungen am Aufbau und Neulackierungen auch bei V 80 002 und 007 die aufgeschraubte Alu-Leiste ersetzte.
Eine Fülle von wichtigen Details macht deutlich, welche Mühe sich der Konstrukteur gegeben hat. So wird durch das separat eingesetzte Dach der oft unschöne Anguss vermieden. Die einzelnen Auspufföffnungen oder die passgenau eingesetzten Führerstandsfenster in korrekter Größe, die den Blick auf die Führerstandsnachbildung freigeben, sprechen für sich. Separat angesetzte Scheibenwischer fehlen ebenso wenig wie die erstmalig bei einem Modell der V 80 nachgebildeten Regenschutzdächer über den seitlichen Führerstandsfenstern, richtigerweise aus feinem, nur 0,15 mm dickem Blech.
Besonders schön wiedergegeben ist bei der Nachbildung des Lüfterrades die Struktur der Gitterabdeckung. Alle Lüftungsgitter finden sich in korrekter Form und Größe an der richtigen Stelle, auch die übrigen Klappen wurden in Form und Größe bis hin zur Nachbildung des Scharnierbandes richtig dargestellt. Alle Griffstangen mit ihrer typischen Form und verchromten Ausführung sind separat angesetzt: An den Stirnseiten mit ihren markanten Rosetten (wenngleich sie hier etwas weiter außen auf der Gehäusekante sitzen müssten) oder versenkt an den Führerstandstüren mit der Andeutung der Befestigung oben und unten. Auch die leicht schräge Lage der Türklinke an den Führerstandstüren ist absolut vorbildgetreu.
An den Nachbildungen der Sandeinfüllklappen am Rahmen stimmt jedes Detail. Extra angesetzt wiederum sind die Rangiertritte mit feiner Gitterstruktur auf der Oberseite. Auch an der Frontseite wurde im Bereich der Puffer alles korrekt wiedergegeben, die modellbahnbedingte große Öffnung für die Kupplung kann bei einem Vitrinenmodell durch ein entsprechendes Füllstück geschlossen werden. Selbst der Pralltopf der Dampfheizanlage auf der linken Seite am kurzen Vorbau konnte trotz der beengten Verhältnisse im Schwenkbereich des Drehgestells frei stehend dargestellt werden.
Die Drehgestellblenden zeichnen sich durch eine feine Gravur aus, die nichts zu wünschen übrig lässt. Das Federpaket hat die korrekte Anzahl von 10 Lagen und die Bremsklötze liegen in Radebene. Selbst die Kontur der Radscheiben ist vorbildgerecht.
Die seidenmatte Lackierung in authentischem Purpurrot für den Aufbau und Schwarzgrau für den Rahmen ist ohne Makel. Die Zierlinien sind deckend und trennscharf aufgedruckt. Bei diesem Modell ist sogar die Gehäuseunterkante lackiert (die vier rot verbliebenen kleinen Auflageflächen hätten allerdings nicht sein müssen).
Die Anschriften sind in Farbe, Form und Größe an der richtigen Stelle und entsprechen inhaltlich dem gewählten Zeitraum. Vervollständigt wird die Optik durch einen Lokführer, der je nach Fahrtrichtung auch umgesteckt werden kann. Man kann aber auch die vollkommen symmetrische Führerstandsnachbildung um 180° verdreht einklipsen ...
Technik
Das Kunststoffgehäuse lässt sich durch kräftiges Spreizen nach oben abheben. Es wurde an einem Stück gespritzt, was durch die nach innen gebogene Schürze zwischen den Drehgestellen formtechnisch sehr aufwändig war. Hätte man die Schürze als separates Ansteckteil konstruiert, hätten sich neben Vereinfachungen im Formenbau auch die beim Vorbild vorhandenen Fugen von allein ergeben. Stattdessen wurden diese als erhabene Linie angedeutet, was leider nicht dem Vorbildeindruck entspricht.
Ein Druckgussrahmen bildet das zentrale, tragende Element. In ihm ist der bekannte 5-polige Roco-Motor - mit schräg genutetem Anker und zwei Schwungscheiben - längs angeordnet. Über Kardanwellen werden alle Achsen beider Drehgestelle mittels kombiniertem Schnecken-/Stirnradgetriebe angetrieben, wobei die letzte Achse des hinteren Drehgestells auf beiden Rädern Haftreifen trägt. Die Abstützung des Rahmens mit echten Drehzapfen tief in den Drehgestellen (nur 4,8 mm Höhe über Schienenoberkante, also noch unterhalb der Achsmitte!) vermindert die Schleuderneigung.
Oberhalb des Rahmens liegt die Platine mit der zentralen Elektrik, die sowohl die 8-polige Schnittstelle nach NEM 652 als auch die eingelöteten sockellosen Glühbirnen für die Stirn- und Schlussbeleuchtung trägt. Schleifkontakte, die von oben auf die Spurkränze aller Räder wirken, nehmen den Strom ab und sind über Kabel mit der Platine verbunden.
Ohne Taumeln, nur mit einem leisen Singen setzt sich das Modell in Bewegung und lässt sich bis zur mäßig überhöhten Geschwindigkeit gut und gefühlvoll regeln. Wegen der beengten Einbauverhältnisse sind dem Durchmesser der Schwungscheibe Grenzen gesetzt. Trotz des relativ geringen Durchmessers ist das Auslaufverhalten bei Unterbrechung der Fahrspannung jedoch durchaus akzeptabel.
Die Zugkraft fällt bedingt durch die ausschließliche Ausrüstung der letzten Achse mit Haftreifen je nach Fahrtrichtung unterschiedlich hoch aus. Bei einer symmetrischen Verteilung der Haftreifen wäre zwar die Zugkraft in beiden Richtungen gleich, aber niedriger als jetzt in der Fahrtrichtung 1, die durch die Anordnung des Lokführers präferiert ist. Die Kupplungen werden in einem Normschacht gehalten, der in einer Kurzkupplungskulisse geführt wird. Die Bedienungsanleitung mit dreidimensionalen Skizzen veranschaulicht alle Arbeitsgänge bei Wartungsarbeiten oder das Anbringen von Zurüstteilen.
Fazit
Endlich gibt es ein stimmiges Modell der V 80. Die gelungene Optik, die das Charakteristische dieses Modells korrekt wiedergibt, und die ausgereifte Technik lassen in Bezug auf die Ausführung keine Wünsche offen. Zu wünschen bleibt, dass im Laufe der nächsten Jahre noch die Varianten erscheinen, die es zwischen dem Ablieferungszustand und der Museumslok V 80 002 gegeben hat. bz
Maßtabelle der V 80 in H0 von Roco
| | Vorbild | 1:87/NEM | Modell |
| Längenmaße |
| Länge über Puffer: | 12 800 | 147,13 | 147,3 |
| Länge über Pufferträger: | 11 500 | 132,18 | 132,9 |
| Abstand Pufferträger-äußere Achse: | 1 150 | 13,22 | 13,2 |
| Höhenmaße über SO |
| Dachoberkante Haube: | 4 100 | 47,13 | 47,4 |
| Breitenmaße |
| Breite am Führerhaus: | 3 000 | 34,48 | 34,8 |
| Radstände |
| Gesamtachsstand: | 9 200 | 105,75 | 106,5 |
| Drehzapfenabstand: | 6 300 | 72,41 | 72,9 |
| Drehgestell-Achsstand: | 2 900 | 33,33 | 33,6 |
| Raddurchmesser: | 940 | 10,80 | 11,0 |
| Puffermaße |
| Pufferhöhe über SO: | 1 050 | 12,07 | 12,1 |
| Puffermittenabstand: | 1 750 | 20,11 | 20,1 |
| Pufferlänge: | 650 | 7,47 | 7,2 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM |
| Radsatzinnenmaß: | - | 14,3+0,1 | 14,3 |
| Radbreite: | - | 2,8min | 2,85 |
| Spurkranzhöhe: | - | 1,2max | 1,1 |
| Spurkranzbreite: | - | 0,7-0,9 | |
Messwerte V 80 von Roco
| Gewicht Lok: | 295 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Messergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 132 g vorwärts/98 g rückwärts |
| 3% Steigung: | 121 g vorwärts/87g rückwärts |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 126 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 100 km/h bei 10,5 V |
| Vmin: | ca. 3 km/h bei 2 V |
| NEM zulässig: | 140 km/h bei 12 V |
| Auslauf |
| aus Vmax: | 163 mm |
| aus VVorbild: | 122 mm |
| Lichtaustritt: | ab 51 km/h bei 6,5 V |
| Stromaufnahme: |
| Lokleerfahrt: | 315 mA |
| bei max. Zugkraft: | 560 mA |
| Schwungscheibe |
| Anzahl: | 2 |
| Durchmesser: | 13,9 mm |
| Länge: | 6,5 mm |
| UvP: | EUR 130,- |
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