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Ein Arbeitstier für viele Züge

 
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  Dank ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten war die 93.5 beim Vorbild von vielen Strecken nicht wegzudenken - und so wird das H0-Modell von Roco sicher bald auch auf vielen Modellbahnanlagen seine Heimat finden.

Optik

Das Modell wurde schließlich vollständig neu entwickelt, und mit der alten 93.0, die 1981 zum ersten Mal im Katalog zu finden war, hat es nichts mehr gemeinsam. Als Vorbild für das Modell wählte Roco eine Maschine mit Dampfdom, Speisedom und zwei Sandkästen auf dem Kesselscheitel. Bei der Vielzahl der hier möglichen Variationen sind daher mit Sicherheit noch weitere Modellausführungen aus Salzburg zu erwarten. Alle Kesselleitungen einschließlich der feinen Sandfallrohre sowie der Handgriffe sind freistehend montiert. Ganz besonders gefallen dabei die zierlichen Speiseventile mit den durchbrochenen Handrädern. Auch die Trittstufen unterhalb der Sandkästen sind extra angesetzt und weisen eine feine Riffelblechnachbildung auf. Trotz der filigranen Ausführung sind alle Teile ausreichend stabil und dank des hier verwendeten zähen Kunststoffes auch nicht bruchgefährdet. Die freistehenden Laternen werden nahezu unsichtbar von den Lichtleitern gehalten.

Lobenswert ist, daß der Käufer keine weiteren Zurüstteile mehr selbst zu montieren braucht. Diese Arbeit beschränkt sich lediglich auf das Einsetzen der Bremsschläuche und der Nachbildungen der Originalkupplungen; falls die Lok für den Anlagenbetrieb mit normalen Modellkupplungen in den Normschächten versehen wird, entfallen diese Teile ohnehin, um die Bewegungsfreiheit der Kupplungen nicht zu behindern.

Alle Räder weisen die richtige Speichenzahl auf; auch die Gegengewichte sind korrekt ausgeführt. Die sichtbaren Metallflächen der Treib- und Kuppelstangen sind brüniert, Kreuzkopf und Voreilhebel bestehen dagegen aus Kunststoff in einem dazu passenden Farbton; der Eindruck eines leicht ölverschmierten Triebwerks wird auf diese Weise treffend wiedergegeben. Die Stromabnahmefedern verbergen sich unsichtbar hinter den Spurkränzen. Um dem rauhen Alltagsbetrieb auf vielen Anlagen gerecht zu werden, sind die Rahmenausschnitte mit den Schutzblechen für Vor- und Nachlaufräder etwas größer ausgeführt, dem guten optischen Eindruck des Fahrwerks schadet dies jedoch nicht.

Die Beschriftung der Lok ist sehr sauber gedruckt und noch lesbar; durch glänzende Flächen bei DB-Keks und Loknummer auf der Führerhausseitenwand wird der Eindruck von erhabenen Schildern imitiert.
lk

Technik

Normalerweise beginnt das Kapitel "Technik" erst nach dem Abnehmen des Gehäuses. Beim neuen Modell der BR 93 beginnt es aber schon beim Freilegen der drei gut versteckten Befestigungsschrauben.

Relativ einfach ist die Schraube unter dem zweiten Dampfdom zu finden, dessen paßgenau aufgesetztes Oberteil kaum erkennen läßt, daß es überhaupt - und dann mit spitzen Fingernägeln - abnehmbar ist. Schwieriger wird es dagegen, die beiden Schrauben unter dem Kohlekasten zu erreichen. Der Kohlenkastenaufsatz kann nur abgenommen werden, wenn auch das Oberteil des Führerhauses abgenommen wird, was aber nur mit sanfter Gewalt geht und unangenehme Folgen haben kann.

Der bekannte fünfpolige Motor aus Eigenfertigung befindet sich im unteren Bereich des Führerhauses und wird durch eine aufgerastete Abdeckung aus Kunststoff, die ungefähr mit der Fensterunterkante abschließt, gehalten. Diese Abdeckung trägt auch noch die Nachbildung des oberen Bereiches der Stehkesselrückwand. Der Motor hat zwei Wellenenden, die beide eine dynamisch ausgewuchtete Schwung-scheibe tragen. Über ein Kardangelenk mit nachfolgendem Schneckengetriebe wird die zweite Kuppelachse angetrieben, den Rest übernehmen die Kuppelstangen. Während die äußeren Kuppelachsen praktisch kein Seitenspiel haben, haben die zweite Kuppelachse sowie die Treibachse ausreichend Spiel für den obligatorischen 360-mm-Radius. Die relativ kräftige Rückstellfeder der Nachlaufdeichsel soll wohl Schlingerbewegungen unterdrücken.

Die Stromabnahme erfolgt von allen Treibrädern über Radschleifer, die, an der Rahmenunterseite befestigt, in halbrunder Kontur von außen nicht sichtbar hinter den Radreifen liegen. Zusätzlich werden die isolierten Halbachsen der Vorlaufachse zur beidseitigen Stromabnahme herangezogen. Dadurch ergibt sich eine lange Basis für eine sichere Stromabnahme. Die Anordnung der Schleifkontakte hat außerdem den Vorteil, daß sich die Treibräder nach dem Ausbau leicht wieder einlegen lassen.

Unter dem Ballastgewicht im Bereich der Wasserkästen befindet sich die Leiterplatte für die Elektrik mit der schon obligatorischen Schnittstelle in Form eines Brückensteckers. Die Verbindung von den Radschleifern zur zentralen Leiterplatte erfolgt kabellos über Kontaktstifte.

Für die mit der Fahrtrichtung wechselnde Stirnbeleuchtung sorgen eingelötete sockellosen Birnchen hinter relativ kurzen Lichtleitstäben. Dennoch ist die Lichtausbeute bescheiden. Trotz der bei einer Dampflok immer beengten Einbauverhältnisse befinden sich an beiden Fahrzeugenden Normschächte mit Kurzkupplungskinematik.

Über den gesamten Regelbereich läuft das Modell sehr ruhig und leise, begleitet allerdings von einem feinen Pfeifgeräusch. Das Auslaufverhalten nach dem Abschalten der Fahrspannung ist auch bei exakter Vorbildgeschwindigkeit noch sehr gut. Die Zugkraft ist für ein Dampflokmodell dieser Größenordnung hervorragend und erlaubt einen vorbildgerechten Einsatz des Modells.

Fazit: Ein solide gemachtes Modell mit ausgereifter Technik und guten Betriebseigenschaften.
bz

Maßtabelle BR 93.5-12 von Roco

 Vorbild1:87Modell
Länge über Puffer:14 500166,7166,9
Höhe über SO
Schlotoberkante:4 24048,748,8
Kesselmitte:2 90033,333,6
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05012,111,5
Puffermittenabstand:1 75020,120,1
Pufferlänge:6507,57,5
Breitenmaße
Gesamtbreite:3 10035,636,0
Zylindermittenabstand:2 05023,628,0
Achsstände
Gesamtachsstand:9 300106,9107,8
Vorlaufachse zu Kuppelachse 1:2 40027,628,1
Kuppelachse 1 zu Kuppelachse 2:1 50017,217,7
Kuppelachse 2 zu Kuppelachse 3:1 50017,217,7
Kuppelachse 3 zu Kuppelachse 4:1 50017,217,7
Kuppelachse 4 zu Nachlaufachse:2 40027,626,6
Abstand Vorlaufachse zu Pufferträger-VK:1 50017,216,8
Abstand Nachlaufachse zu Pufferträger-VK:2 40027,627,5
Raddurchmesser Laufräder:1 00011,511,0
Raddurchmesser Treib- und Kuppelräder:1 35015,515,4
Speichenzahl Laufräder:10-10
Speichenzahl Treib- und Kuppelräder:16-16
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,4
Spurkranzhöhe:-1,2max1,1
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,7
Radbreite:-2,8min2,8

Messwerte BR 95.5-12 von Roco

Gewicht Lok:353 g
Haftreifen:2
Meßergebnisse Zugkraft
Ebene:60 g
3% Steigung:50 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 100 km/h bei 12 V
NEM zulässig (Vmax:+40%)91 km/h
VVorbild:65 km/h bei 8,6 V
Vmin:ca. 8 km/h bei 3 V
Auslauf
aus Vmax:185 mm
aus VVorbild:90 mm
Lichtaustritt
vorn: ab 50 km/h bei 7 V
hinten:ab 50 km/h bei 7 V
Schwungscheibe
Anzahl:2
Durchmesser: 15,0 mm
Länge:9,0 mm

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