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BR 185 von Piko und Roco in H0

 
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Mit nur zwei Stromabnehmern und einer vergleichsweise einfachen Dachausrüstung bietet die Serienausführung, wie sie von der Betriebsnummer 004 bis 084 geliefert wurde, beste Voraussetzungen für ein Einfachmodell. Pikos Modell trägt die Ordnungsnummer 066 und macht auf den ersten Blick wirklich keinen schlechten Eindruck. Die Proportionen stimmen und eine dezente Gravur zeichnet alle wichtigen Details korrekt nach.

Die Stromabnehmer stellen zwar eine starke Vereinfachung dar, aber die wesentlichen Merkmale wie der Luftbalg des Antriebes und der Diagonalverband in der Oberschere wurden richtig dargestellt. Durch die Unterscherenarme aus Kunststoff ist eine elektrische Funktion ausgeschlossen.

Die aus einem Stück gefertigte Dachleitung sitzt auf farblich und optisch durchaus korrekt wirkenden Stützisolatoren. Die grau eingefärbten Nachbildungen der Dachhauben sind passgenau eingesetzt. Das sorgt für saubere Farbtrennkanten. Korrekt sind die Nachbildungen der kleinen rechteckigen Strukturlackflächen. Die ebenfalls separat eingesetzten und silber lackierten Lüftungsgitter über den Kühlluftansaugöffnungen stimmen in der Größe, statt der Gitterroststruktur gibt es jedoch nur quer verlaufende Rillen. Die Zugbahnfunkantenne ist separat angesetzt. Angespritzt sind dagegen die fast frei stehenden Typhone.

Sehr dezent sind die Gravuren im Bereich der Führerstandstüren. Vorbildlich die Präzision der Türkontur, korrekt für die Serienausführung das Aussehen der Türklinken. Nur 1/10 hoch, dafür aber mit 3,5/10 maßstäblich breit die angravierten Griffstangen.
p> Die Frontscheiben mit schwarzer Gummieinfassung sind passgenau eingesetzt. Lediglich die angravierten Griffstangen sind ein Tribut an eine einfache Ausführung. Die angravierten Nachbildungen der UIC-Steckdosen wirken ebenfalls vorbildgerecht. Sogar Führerstandsnachbildungen samt einem Lokführer vorn sind vorhanden.

Deutlich einfacher ist das Modell an Rahmen und Drehgestellen. Die Nachbildungen der Sandkästen, die Anlenkung der Schlingerdämpfer sowie Drehgestellanschläge und Aufstiegsleitern sind nur in recht flacher Gravur vorhanden. Stark vereinfacht wurde der Trafo, dessen Anschlüsse nur im Halbprofil angedeutet sind.

Ähnliches gilt für die Achslagerblenden der Drehgestelle, bei denen auf jeglichen Durchbruch verzichtet wurde. Augenfällig sind die nicht profilierten, schwarzvernickelten Scheibenräder, die auch keine Bremsscheiben zeigen.

Auf eine Lackierung des Gehäuses aus durchgefärbtem Kunststoff wurde verzichtet. So ergibt sich zwangsläufig ein leichter Glanz, der dem Erscheinungsbild einer neuen Lok entspricht. Neben den Dachhauben ist nur noch der Rahmenbereich lackiert.

Die Beschriftung kann sich durchaus sehen lassen. Sie gibt alle Anschriften vollständig in der richtigen Größe und an der richtigen Stelle mit bemerkenswerter Präzision wieder. Nur in einem ist das Modell seinem Vorbild bereits voraus: Laut UIC-Raster ist das Modell schon für den Einsatz in der Schweiz und Österreich zugelassen. Als dieser Testbericht entstand, war das UIC-Raster des Vorbildes noch leer...

Technik

Rationelle und einfache Fertigungsmethoden mit möglichst wenigen Teilen kennzeichnen ganz besonders den technischen Aufbau dieses Modells. Trotzdem werden erstaunlicherweise Standards erfüllt. Das Gehäuse aus Kunststoff wird von einer Schraube gehalten und lässt sich nach dem Lösen leicht abnehmen. Das Chassis besteht aus Zinkdruckguss, der in Längsrichtung angeordnete 5-polige Motor treibt über Kardanwellen und kombinierte Stirnrad-/Schneckengetriebe alle Achsen beider Drehgestelle an. Auf eine Schwungscheibe wurde verzichtet.

Die Drehgestellkörper bestehen aus zwei zusammengeklipsten Teilen, in denen die Kunststoffzahnräder mit ihren angespritzten Achsen laufen. Lediglich die Schneckenwelle mit ihrer hohen Drehzahl besteht aus Stahl. Mutig ist die Ausführung der Treibachsen. Achsen und Zahnrad bestehen aus einem Stück Kunststoff, die Radscheiben sind auf die Achsstummel nur aufgepresst. Die aufgerastete Getriebeabdeckung ist mit der Achslagerblende ein Bauteil.

Die elektrische Ausrüstung besteht aus einer einfachen Leiterplatte über dem Motor, die erstmalig bei einem Hobby-Modell eine 8-polige Schnittstelle nach NEM 652 trägt. Die Stromabnahme erfolgt über Radschleifer von der Rückseite aller Räder. Die einfache Stirnbeleuchtung mit sockellosen Glühlämpchen wechselt nicht mit der Fahrtrichtung. Die Helligkeitsverteilung ist leider nicht so optimal: Das obere Spitzensignal leuchtet deutlich schwächer als die unteren.

Das Modell setzt sich bei Anlegen der Fahrspannung mit deutlich vernehmbarer Geräuschentwicklung in Bewegung. Man hört förmlich, dass die (sonst teuer erkaufte) Präzision von Getriebe und Lagerstellen auf ein Minimum zurückgeführt wurde.

Die Fahreigenschaften sind bei guter Regelbarkeit durchaus passabel. Und das bei einer kaum überhöhten umgerechneten Vorbildgeschwindigkeit bei Nennspannung. Der Verzicht auf Haftreifen führt naturgemäß zu geringeren Zugleistungen. Die gemessenen Werte sind aber für ein Modell dieser Größenordnung, das ja ein respektables Eigengewicht hat, durchaus akzeptabel. Ein am Rahmen schwenkbarer Normschacht erlaubt die Verwendung jeder Kupplung.

Roco-Modell

Durch die direkte Ableitung der BR 185 aus der BR 145 und deren voraussichtliches Erscheinen auf allen mit Wechselstrom elektrifizierten Strecken Europas war zu erwarten, dass Roco bald auf der Basis des 145er-Modells eine BR 185 folgen lässt. Während die Fahrwerkskonstruktion praktisch unverändert übernommen werden konnte, entstand wegen der beim Vorbild stark modifizierten Dachpartie und einiger Änderungen im Bereich der Stirn- und Seitenwände ein völlig neues Gehäuse.

Dadurch ergibt sich ein stimmiger Gesamteindruck. Besonders aufwändig musste die Dachpartie ausgeführt werden, da Roco als Vorbild eine der drei Vorserienmaschinen ausgewählt hat, die mit vier Dachstromabnehmern ausgerüstet sind. Diese Dachstromabnehmer sind absolut korrekte Nachbildungen des Typs DSA 200.06. Sogar deren Druckluftanschlüsse und Leitungen wurden auf dem Dach angraviert.

Der Hochspannungsanschluss der Stromabnehmer mit dem daraus resultierenden etwas komplizierten Verlauf der Dachleitung wurde richtig dargestellt. So liegt beim Vorbild die Verbindung der äußeren Stromabnehmer auf der rechten Fahrzeugseite, die Einführung ins Fahrzeuginnere auf der linken Seite beim Führerstand 2. Die Verbindung der inneren Stromabnehmer liegt auf der linken Seite, die Einführung in den Maschinenraum erfolgt ebenfalls auf Seite 2 vorbildgerecht über den (hellgrauen) im Durchmesser zu großen Durchführungsisolator.

Am Roco-Modell finden wir diesen Bereich allerdings beim Führerstand 1. Ein Vergleich mit den teilweise unterschiedlichen Lüftungsgittern in der Dachschräge offenbart sehr schnell, dass die Bedruckung der Seitenwände vertauscht wurde. Uns wurde von Roco versichert, dass dieser Fehler bei der nächsten Serie behoben wird.

Die Nachbildungen der direkt auf der mittleren Dachhaube befestigten roten Hochspannungskabeltrossen mit den schwarzen Befestigungsschellen und den (beim Vorbild elastischen) Gummischirmen am Übergang zur Dachleitung sind absolut stimmig. Richtig sind auch die drei in der Nähe der Stromabnehmer angeordneten (hellgrauen) Überspannungsableiter.

Gut zu erkennen sind die richtig angedeuteten kleinen rechteckigen Flächen aus Strukturlack in den begehbaren Dachbereichen. Die silber lackierten Gitterrostnachbildungen der Kühlluftansaugöffnungen geben die rechteckige Maschung korrekt wieder.

Stimmig in Ausführung, Anordnung und Lage sind auch die Lüftungsgitter in der Dachschräge. Die nicht ganz symmetrische Anordnung stimmt in Bezug auf die Dachausrüstung, auch hier wird die falsche Bedruckung deutlich: Ein zusätzliches kleines Lüftungsgitter befindet sich beim Vorbild auf der rechten Seite beim Führerstand 1.

Die Griffstangen an den Führerstandstüren sind aus Draht angesetzt, der Durchmesser von 0,4 mm kommt der korrekten Breite von 30 mm beim Vorbild recht nahe. Die zu lang geratenen Türgriffe entsprechen eher der Serienausführung.

Die Front überzeugt durch einen präzisen Fenstereinsatz mit angravierten Scheibenwischern, separat angesetzte Griffstangen und UIC-Steckdosen. Der mittlere Trittrost stellt den beim Vorbild nachgerüsteten Zustand dar. Eine Führerstandsnachbildung ist vorhanden, einen Lokführer gibt es nicht.

Im Rahmenbereich finden wir direkt an der Gehäuseunterkante beidseitig die Anzeige der Bremsstellung und nur einen Fremdspannungsanschluss. Für die rechte Seite ist er vorhanden, für die linke Seite fehlt er leider. Die Nachbildung der Sandkästen ist bereits Bestandteil des Fahrzeugrahmens.

Die sauber ausgeführten Drehgestellblenden mit ihren feinen Nachbildungen der Bremszangen unterscheiden sich auch im Modell gegenüber der BR 145 durch die etwas andere Lage des Indusi-Magneten. Korrekt ausgeführt wurde auch die im Vergleich zur BR 145 etwas andere Ausführung des Trafos und die identischen, separat angesetzten und jetzt silberfarbenen Rohrleitungen.

Die seidenmatte Lackierung in korrekter Farbgebung entspricht in ihrer Ausführung und Anordnung exakt der Vorserien-Ausführung. Dies gilt auch für den grau abgesetzten Rahmenbereich. Die Beschriftung ist sauber und präzise ausgeführt und abgesehen vom Vertauschen der Seiten inhaltlich größtenteils stimmig.

Technik

Technisch unterscheidet sich das Modell der BR 185 nicht von dem der BR 145. Das aus einem Stück gefertigte Kunststoffgehäuse ist auf einen Rahmen aus Zinkdruckguss aufgerastet. Der bekannte Roco-Motor treibt über Kardanwellen die beiden Drehgestelle an, über ein kombiniertes Schnecken-/Stirnradgetriebe werden alle Achsen angetrieben, wobei auf der vorbildgemäßen Seite 2 beide Räder der äußeren Achse Haftreifen haben. Das Modell läuft absolut leise und lässt sich gut regeln. Unverständlich ist die starke Überhöhung der Geschwindigkeit bei Nennspannung. Die beiden Schwungscheiben sorgen für einen ordentlichen Auslauf. Bedingt durch die einseitige Anordnung der Haftreifen ist die Zugkraft in beiden Fahrtrichtungen unterschiedlich, für die gestellten Aufgaben aber in jedem Fall ausreichend.

Die 8-polige Schnittstelle ist ebenso obligatorisch wie die durch Steckkontakte auf der zentralen Platine über dem Motor mögliche Umschaltung auf Oberleitungsbetrieb.

Verbessert wurde im Vergleich zum Modell der 145 die Kupplungsaufnahme, die jetzt in einer im Rahmen aufgehängten Kinematik geführt wird. Geändert wurde auch der Anschluss der Stirnbeleuchtung. Die sockellosen Glühbirnchen können jetzt ohne Löten gewechselt werden.

Für die vorbildgerechte Ausrüstung des Frontbereiches liegen dem Modell Pufferträger zum Austausch bei, die durch Bremsschläuche und die Steckdosen für die Zugsammelschiene vervollständigt werden können.

Eine ausführliche Bedienungsanleitung (die übrigens schon auf die geplante Varianten der SBB-482 und der 185 CL der Hoyer Railserv verweist) und das obligatorische Ersatzteilblatt runden den Lieferumfang ab.

Fazit

Man darf an ein Modell der Hobby-Preisklasse sicher keine großen Anforderungen in Bezug auf die Detaillierung und die Präzision stellen. Dennoch erfüllt die Piko-Lok Grundanforderungen, die selbst anspruchsvolleren Einsteigern gerecht werden.

Wer eine Darstellung sämtlicher Details erwartet, erhält mit der Roco-Lok ein Modell, das im Vergleich zur eh schon guten Nachbildung der BR 145 weitere Verbesserungen in Detaillierung und in Technik aufweist. Getrübt wird der gute Gesamteindruck allerdings durch den Fehler bei der Bedruckung der Seitenwände.
bz

Maßtabelle BR 185 in H0 von Piko und Roco

 Vorbild1:87/NEMPikoRoco
Längenmaße
Länge über Puffer:18 900217,2216,8217,9
Länge über Kasten:17 660203,0201,3204,0
Höhenmaße über SO
Dachoberkante:3 74043,042,842,9
Stromabnehmer in Senklage:4 28049,250,551,0
Breitenmaße
Breite Fahrzeugkasten:2 97834,234,634,3
Breite über Griffstangen:3 11035,734,835,3
Schleifstückbreite (für DB AG):1 95022,429,023,6
Schleifstückbreite (für SNCF/SBB):1 45016,7-18,5
Radstände
Gesamtachsstand:13 000149,4149,3150,0
Drehzapfenabstand:10 400119,5119,4115,4 *)
Drehgestell-Achsabstand:2 60029,929,930,6
Raddurchmesser
Treibraddurchmesser:1 25014,414,414,4
Puffermaße
Puffermittenabstand:1 75020,120,020,7
Pufferhöhe:1 05012,112,112,1
Pufferlänge:6207,17,87,0
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,314,4
Radbreite:-2,8min2,92,8
Spurkranzhöhe:-1,2max1,051,1
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,80,8
*) Drehzapfen jeweils 2 mm nach innen versetzt

Messwerte BR 185 von Piko

Gewicht Lok:514 g
Haftreifen:-
Messergebnisse Zugkraft
Ebene vorwärts:85 g
Ebene rückwärts:85 g
3% Steigung vorwärts:68 g
3% Steigung rückwärts:68 g
Geschwindigkeiten
Vmax :155 km/h bei 12,0 V
VVorbild :140 km/h bei 10,7 V
Vmin :ca. 12 km/h bei 2,0 V
NEM zulässig:196 km/h bei 12,0 V
Stromaufnahme
Lokleerfahrt:185 mA
bei max. Zugkraft:300 mA
Lichtaustritt:ab 52 km/h bei 4,5 V
Auslauf bei Vmax
Vmax:108 mm
VVorbild:91 mm
Schwungscheibe
Anzahl:-
Durchmesser: -
Länge:-
Ungefährer Preis:EUR 60,-

Messwerte BR 185 von Roco

Gewicht Lok:546 g
Haftreifen:2
Messergebnisse Zugkraft
Ebene vorwärts:189 g
Ebene rückwärts:264 g
3% Steigung vorwärts:178 g
3% Steigung rückwärts:255 g
Geschwindigkeiten
Vmax:240 km/h bei 12,0 V
VVorbild:140 km/h bei 7,8 V
Vmin:ca. 14 km/h bei 2,2 V
NEM zulässig:196 km/h bei 12,0 V
Stromaufnahme
Lokleerfahrt:230 mA
bei max. Zugkraft:900 mA
Lichtaustritt:ab 101 km/h bei 6 V
Auslauf bei Vmax
bei Vmax:479 mm
bei VVorbild:217 mm
Schwungscheibe
Anzahl:2
Durchmesser: 16,0 mm
Länge:10,0 mm
Ungefährer Preis:EUR 185,-

 

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