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Das typische Einsatzgebiet feuerloser Lokomotiven waren Industriebetriebe, die mit schnell entflammbaren und explosiven Stoffen zu tun hatten. Der Erfolg dieser Lokomotivgat- tung zeigt die recht große Verbreitung der Dampfspeicherloks auch bei Indus-triebetrieben mit weniger gefährlichen Stoffen. Heute noch versehen Dampfspeicherloks, wie auch das Vorbild des Trix-Modells, Rangier- und Verschubdienste.
Als Vorbild diente die D-gekuppelte Henschel-Maschine vom Typ XIV aus dem Jahr 1952 mit der Fabrik-Nummer 24939. Sie stand als EVS 1 beim Kraftwerk Marbach der Energieversorgung Schwaben im Einsatz. Seit 1976 steht sie als GKM 1 beim Großkraftwerk Mannheim noch immer in Lohn und "Dampf".
Das Modell
Die feuerlosen Loks sind von ihrer äußeren Erscheinung eher schlicht. Dominant ist daher auch im Modell der "dickbauchige" und fast "aalglatte" Kessel. Das Trix-Modell gibt in dieser Hinsicht sein Vorbild authentisch wieder. Die Proportionen des Kessels und des Führerhauses sind stimmig. Luftpumpe und Generator mangelt es etwas an Präzision hinsichtlich der Details wie Kühlrippen, Anschlüsse usw. Die Trittleitern am Kessel sind robust und stabil ausgeführt. Sehr gut gelungen ist das Führerhaus mit den äußerst feinen Nietreihen. Sie vermitteln einen maßstäblichen Eindruck. Die Anschriften sind akkurat aufgedruckt, der Inhalt jedoch neutral gehalten. So kann die Dampfspeicherlok ganz legal in jedem Werk ihren Dienst verrichten.
Die Speichen der Räder sind filigran, ebenso die dunkel ausgeführte Steuerung. Traditionsgemäß werden die Kuppelstangen mit Sechskantschrauben befestigt, was durch die dunkle Vernickelung der Räder und der Steuerung fast, aber nicht ganz weggetarnt wird.
Technik
Die technische Ausrüstung mit Kurzkupplungskinematik, Normschacht und Schnittstelle entspricht der Mindestausstattung. Der Antrieb erfolgt durch den fünfpoligen Hochleistungsantrieb. Über Stirnräder treibt er die letzte Achse unter dem Führerhaus an. Die anderen Achsen werden über die Kuppelstangen mitgenommen.
Ausgiebige Fahr- und Rangiertests bescheinigen dieser Antriebskonzeption ihre Berechtigung. Im Rangiergang meistert die Maschine auch Weichen und DKWs mit engeren Abzweigradien ohne Ruckeln und Klemmen seitens der Steuerung.
Für den Rangier- und Verschubbetrieb, für den das Vorbild ja gebaut worden ist, ist der Regelbereich leider sehr eingeschränkt. Bei etwa 5 Volt Fahrspannung setzt sich die Lok kaum sichtbar in Bewegung. Jedoch erreicht sie schon bei 7,5 Volt ihre vorbildgerechte Höchstgeschwindigkeit. Eine weitere Getriebestufe oder ein Motor mit einer anderen Drehzahlkennlinie könnten den Regelbereich spreizen.
Mit einem Hochleistungsdecoder von Märklin wird der Regelbereich deutlich besser. Mit dem von Trix empfohlenen Selectrix-Decoder liegt die Lok einwandfrei am Regler. Gleiches gilt für DCC-Decoder mit einer guten Regelung. Wer digital fährt, sollte der Lok auf alle Fälle einen Decoder mit Lastregelung spendieren.
Die Lichtausbeute des Spitzenlichts ist zwar in beiden Richtungen gut, es beginnt aber bei unterschiedlichen Fahrspannungen zu leuchten. Das Antriebsgeräusch der Lok kann seine Herkunft aus dem Hause Märklin nicht leugnen. Die Stromabnahme erfolgt auf einer Seite von den Lokrädern über das Chassis, auf der anderen Seite über Radschleifer von den vorderen drei Rädern. Das vierte Rad auf der Antriebsachse hat keine Stromabnahme.
Ein Rad der Antriebsachse hätte man mit einem Haftreifen ausrüsten können, um die Zugkraft zu verstärken. Sie zieht zwar in der Ebene etwas mehr als 40 Achsen von Güterwagen unterschiedlicher Herkunft, jedoch wird es in Steigungen mit mehr als 3% sehr schnell knapp.
Fazit
Das Modell ist eine gute 1:87-Wiedergabe seines Vorbilds. Der Rangiergang des D-Kupplers lässt kaum Wünsche offen, wobei der sehr enge Regelbereich des Antriebs die Potenziale der Maschine leider sehr beschränkt. Ansonsten fehlt der Lok zum "Rangiermeister" nur eine fernbedienbare Rangierkupplung. gp
Maßtabelle Dampfspeicherlok Henschel Typ XIV
| | Vorbild | 1:87 | Modell |
| Längenmaße |
| Länge über Puffer: | 11 005 | 126,5 | 126,2 |
| Höhenmaße über SO |
| Domoberkante: | 4 100 | 47,1 | 47,5 |
| Kesselmitte: | 2 500 | 28,7 | 29,2 |
| Puffermaße |
| Pufferhöhe über SO: | 1 025 | 11,8 | 12,8 |
| Breitenmaße |
| Breite Lokkasten: | 3 100 | 35,6 | 35,8 |
| Achsstände |
| Gesamtachsstand: | 4 200 | 48,3 | 51,0 |
| Kuppelachse 1 zu Kuppelachse 2: | 1 400 | 16,1 | 17,0 |
| Kuppelachse 2 zu Kuppelachse 3: | 1 400 | 16,1 | 17,0 |
| Kuppelachse 3 zu Kuppelachse 4: | 1 400 | 16,1 | 17,0 |
| Raddurchmesser |
| Treib- und Kuppelräder: | 1 000 | 11,5 | 12,4 |
| Speichenzahl |
| Treib- und Kuppelräder: | 10 | - | 12 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM | | NEM,RP25 | |
| Radsatzinnenmaß: | - | 14,3+0,1 | 14,2 |
| Spurkranzhöhe: | - | 1,2max | 1,1 |
| Spurkranzbreite: | - | 0,7-0,9 | 0,9 |
| Radbreite: | - | 2,8min | 3,0 |
Messwerte Dampfspeicherlok
| Gewicht Lok: | 297 g |
| Haftreifen: | keine |
| Messergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 44 g |
| 30‰ Steigung: | 30 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 140 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 35 km/h bei 6,3 V |
| Vmin: | < 1 km/h bei 4 V |
| NEM zulässig: | 49 km/h bei 12 V |
| Auslauf aus VVorbild: | 5 mm |
| Stromaufnahme |
| Lokleerfahrt (12 V) | 130 mA |
| bei max. Zugkraft | 180 mA |
| Lichtaustritt |
| Vorwärts | ab 7 km/h bei etwa 5,5 V |
| Rückwärts | ab 3 km/h bei etwa 4,5 V |
| Schwungscheibe: | keine |
| Ungefährer Preis: | DM 300,- |
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