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BR 44 von Minitrix

 
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Die BR 44 von Minitrix tritt quasi die Modellnachfolge der BR 44 von Roco an und ist die zweite Lok mit serienmäßigem Glockenankermotor im Kessel. Den N-Bahnern stellt sich die Frage, ob die Entwickler bei Trix aus den Erfahrungen mit der BR 58 gelernt und diese konsequent umgesetzt haben.

Einen Vergleich mit der schon seit langem nicht mehr lieferbaren BR 44 von Roco braucht das Modell von Trix nicht zu scheuen. Die Proportionen des Modells sind gut getroffen. Es hinterlässt beim Betrachter den wuchtigen Eindruck des großen Vorbilds. Räder und Steuerung entsprechen dem heutigen Standard wie an der überarbeiteten BR 52 und der BR 58. Kessel, Führerstand und Tendergehäuse bestehen aus Metalldruckguss und verleihen dem Modell den nötigen Achsdruck für eine gute Zugkraft.

Die Gestaltung des Führerhauses mit den sehr fein nachgebildeten Nieten überzeugt. Außer der Dampfpfeife und dem Generator sind alle Kesseldetails angespritzt und so fein, wie es der Metalldruckguss ermöglicht, nachgebildet. Die feinen Trittstufen am Kessel und auch die beiden langen zwischen den Sanddomen weisen wie beim Vorbild sogar eine Riffelung auf. Die Loklaternen entsprechen denen der DRG. Das dritte Spitzenlicht auf der zu öffnenden Rauchkammertür wirkt flach und hätte besser, z.B. als DB-Laterne, modelliert sein können.

Deutlich besser als bei der BR 03 oder der 41er wirkt die Frontpartie mit der nicht mehr so hohen Pufferbohle. Rangierertritte und Schienenräumer geben der Front ein geschlossenes Bild. Wie es sich für eine Dreizylinderlok gehört, sind die Gegengewichte des zweiten Kuppelradsatzes - der von dem mittleren Zylinder angetrieben wird - versetzt angeordnet.

Der stimmige Gesamteindruck des Modells wird durch den relativ geringen Lok/Tenderabstand unterstützt. Die Lok/Tenderdeichsel wird in der Lok wie auch im Tender über eine Kurzkupplungskulisse geführt. Lobend muss erwähnt werden, dass die Deichsel die erforderliche Verkabelung zwischen Lok und Tender aufnimmt (5 Kabel). Die Tenderkupplung wird ebenfalls über eine KK-Kulisse mit Normschacht geführt.

Die Lackierung des Jumbos hätte etwas matter ausfallen können. Aber dieser Eindruck ist eher subjektiv zu bewerten. Die Beschriftung ist sauber ausgefallen und lässt sich mit der Lupe lesen. Angenehm fällt die Beleuchtung des Modells aus, die schon bei geringen Geschwindigkeiten gut sichtbar ist.

Die besondere Aufmerksamkeit galt der ersten Inbetriebnahme der BR 44. Mit Spannung wurde am Bedienknopf des Fahrtrafos gedreht, wobei unmittelbar die ersten Radumdrehungen folgten. Die Lok fährt fast geräuschlos. Die meisten Geräusche stammen von den über das Gleis rollenden Rädern und der Steuerung.

Neben den nach einer mehrstündigen Einfahrzeit ermittelten Werten stellten wir eine gute Betriebstauglichkeit fest. Die Lok lässt sich langsam anfahren und gut regelbar bis zur Höchstgeschwindigkeit beschleunigen. Die Schwungmasse macht sich allerdings erst bei mittleren bis höheren Geschwindigkeiten bemerkbar.

Gegenüber der BR 58 treibt der Glockenankermotor nicht nur den dritten und vierten Kuppelradsatz an, sondern die mittleren drei Kuppelradsätze. Die zweigeteilte Kuppelstange nimmt den ersten und letzten Radsatz mit. Die Stromabnahme erfolgt über die haftreifenlosen Radsätze der Lok und über jeweils zwei Räder pro Seite des Tenders.

Auf der "Analogsteckplatine" im Tender befindet sich die Auslaufelektronik, die bei Stromunterbrechungen ein Abbremsen des Motors durch die Glühlampen verhindert. Dieses Modul kann problemlos gegen den Selectrix-Decoder 66830 ausgetauscht werden. Besser wäre gewesen, den Steckplatz so groß zu wählen, dass auch der um DM 40 bis DM 50 preiswertere Decoder 66835 hätte hineingesteckt werden können. Verlötet man die Anschlusskabel, passen die in der Tabelle aufgeführten Decoder in den Tender. Wer mit Selectrix fährt, sollte den Wert für Vmax auf 4 und den für Impulsweite auf 1 setzen. So fährt die Lok ab der Fahrstufe eins mit 3,5 km/h und bei der Fahrstufe 31 etwa 80 km/h.

Die Entwickler bei Trix haben aus den Erfahrungen mit der BR 58 gelernt und diese in die BR 44 investiert. Fahrwerte und Fahrverhalten der drei von uns getesteten Loks lagen dicht beieinander.
gp

Maßtabelle BR 44 in N von Minitrix

 Vorbild1:160/NEMModell
Längenmaß
Länge über Puffer:22 620141,4142,8
Höhenmaße über SO
Dachoberkante:4 55028,428,7
Breitenmaße
Breite über Griffstangen:3 16519,820,0
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 0506,67,5
Pufferlänge vorn6504,14,1
Achsstände
Gesamtachsstand:19 190119,9122,5
Kuppelachsabstand:1 70010,610,8
Achsabstand Vorlaufachse/1. Kuppelachse:2 85017,818,0
Achsabstand 5. Kuppelachse/1. Tenderachse:3 84024,026,0
Raddurchmesser:
Vorlaufrad:8505,35,3
Kuppelräder:1 4008,758,4
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 7,47,4
Radbreite:-2,2min2,2
Spurkranzhöhe:-0,9max0,9

Messwerte BR 44 von Minitrix

Gewicht
Lok:76 g
Tender:48 g
Haftreifen:4
Zugkraft
Ebene:20 g
3% Steigung:17 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 125 km/h bei 12 V
VVorbild:80 km/h bei 9,8 V
Vmin:4 km/h bei 3,9 V
NEM zulässig:136 km/h bei 12 V
Stromaufnahme bei Volllast:115 mA
Auslauf aus VVorbild:ca. 40 mm
Lichtaustritt:ab 4,3 V
Schwungscheibe:ja
Schnittstelle:S-Schnittstelle
Selectrix: 66830, 66835
DCC: Arnold 82210, 82220; Digitrax DZ 120;
Lenz LE 077XF
Ungefährer Preis:400,- DM


 

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