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Beim Vorbild hat es nur ein einziges Exemplar dieser Baureihe gegeben, das zudem nur kurze Zeit bei der DB im Einsatz war. Trix hat sich jetzt dieser technikgeschichtlich interessanten Diesellok angenommen und sie als H0-Modell verwirklicht, das zudem mit exzellenten Fahreigenschaften aufwartet.
Kompakt und bullig sieht sie aus: Die markanten Linien der Vorbildmaschine gibt das neue Modell von Trix trefflich wieder. Die Kooperation mit Märklin macht sich auch in der Materialwahl für das Gehäuse bemerkbar, das vollständig aus Metall besteht - so erklärt sich denn auch das überraschend hohe Gewicht der Lok. Die zahlreichen Nietreihen und die Lüfterblenden in den Seitenwänden sind vollständig nachgebildet. Ganz besonders gefallen dabei die exakt eingesetzten, paßgenauen Fenster, die jeweils bündig mit der Außenkante abschließen.
Der gute Eindruck setzt sich beim Betrachten des Daches fort, bei der normalen Modellbahnerperspektive kein unwichtiger Punkt. Das große runde Schutzgitter mit dem darunterliegenden Ventilator wird gut wiedergegeben; der Eindruck stimmt, auch wenn er nur durch die feine Gravur erzielt wird. Den Bereich zwischen vorderem Führerstand und dem Ventilator hat Trix als separat eingesetztes Teil ausgeführt. Bei der Bundesbahnversion befindet sich hier der auffällige Kasten mit den abgeschrägten Seitenwänden, unter dem sich beim Vorbild Schalldämpfer und ein zusätzlicher Tank verbergen.
Die Detaillierung des Gehäuses wird durch zusätzlich angesetzte Teile vervollständigt. Über den Stirnfronten befinden sich jeweils Glocke und Pfeife als sauber gedrehte Metallteile; die beiden Wendler-Lüfter auf dem Dach sind ebenfalls freistehend ausgeführt. Sehr zierlich sind auch die Aufstiegstritte zu den Führerständen sowie die Schutzgriffe der Übergänge an den Stirnseiten ausgeführt. Die Griffstangen neben den Türen bestehen aus 0,5 mm starkem Draht.
Die Räder des Modells tragen deutlich die Handschrift der Göppinger. Die Anzahl der Speichen und die Anordnung der Gegengewichte sind korrekt ausgeführt, Radreifen und Laufflächen der Räder schwarz vernickelt. Lackierung und Bedruckung sind sehr sauber ausgeführt, die Beschriftung, etwa der Fabrikschilder, ist unter der Lupe noch lesbar. Das Gehäuse der Lok trägt ein purpurrotes Farbkleid (RAL 3004). Ob dies allerdings wirklich authentisch ist, darüber gehen die Meinungen unserer diversen Modellbahnexperten weit auseinander, denn genaue Unterlagen oder Farbfotos der V 140 im Betriebseinsatz existieren nicht. Gesichert ist eigentlich nur der blaue Anstrich zur DRB-Zeit. lk
Technik
Elegant läßt sich das vollständig aus Metall gefertigte Gehäuse vom Fahrwerk abheben, wenn eine von unten versenkt im Rahmen angeordnete Schraube mit metrischem Gewinde gelöst wird. In dem ebenfalls aus Zinkdruckguß gefertigten Rahmen ruht ein fünfpoliger Bühler-Motor, der durch eine Kunststoffklammer fixiert wird. Ein Wellenende trägt die Schwungscheibe, das andere die Schnecke, über das nachfolgende Stirnradgetriebe wird eine Kuppelachse angetrieben. Daß das letzte Zwischenrad von außen sichtbar im Rahmen liegt, ist darauf zurückzuführen, daß die Kraftübertragung auf die angetriebene Kuppelachse mit dem Märklin-Modell identisch ist, in dessen Rahmen der bekannte Märklin-Motor mit Stirnradgetriebe integriert sein wird. Die übrigen Kuppelachsen wie auch die Blindwelle werden über die Kuppelstange angetrieben. Auf die hochglanzvernickelte Oberfläche der Kuppelstange konnte man bei Märklin und Trix offensichtlich nicht verzichten. Die schwarzvernickelten Laufflächen der Räder sollten für einen störungsfreien Betrieb allerdings vor Inbetriebnahme eine gründlich gereinigt werden, um einen störungsfreien Betrieb zu garantieren. Die äußeren Kuppelachsen, auf denen letztlich das Fahrzeug ruht, sind in Messingbuchsen gelagert, die mittlere Kuppelachse hat das für Modellbahnverhältnisse notwendige Höhen- und Seitenspiel.
Die Radsätze lassen sich nach dem Lösen einer Abdeckplatte komplett aus dem Rahmen nehmen. Diese Abdeckplatte besteht aus zwei Teilen, in die geschickt die Schleifer für die Stromabnahme von allen Kuppelrädern integriert wurden. Die Laufachsen werden je einseitig über die unisolierte Seite des Radsatzes diagonal zur Stromabnahme mit herangezogen. Die elektrische Verbindung von den Schleifern in der Abdeckplatte zum auf dem Rahmen liegenden Zwischenrahmen aus Kunststoff erfolgt kabellos durch einen Kontaktstift. Lediglich von diesem Zwischenrahmen gibt es ein Kabel zur neben dem Motor angeordneten Leiterplatte mit der gesamten Elektrik, einschließlich der obligatorischen Schnittstelle.
Einer präzisen Fertigung in Verbindung mit einem aus wenigen Übersetzungsstufen bestehenden Getriebe ist es offensichtlich zu verdanken, daß sich das Modell schon bei geringer Spannung fast geräuschlos in Bewegung setzt und über den gesamten Regelbereich ein ausgezeichnetes Fahrverhalten bei niedriger Stromaufnahme zeigt. Die leicht überhöhte Endgeschwindigkeit wirkt sich in keiner Weise auf die hervorragenden Langsamlaufeigenschaften und das Leistungsvermögen diese Lokmodells aus. Auch bei vorbildgerechter Geschwindigkeit läßt sich das Modell vorzüglich regeln. Dies gilt jedoch nur beim Anfahren und Beschleunigen. Soll das Lokmodell abgebremst werden, stellt man schnell fest, daß ihm eigentlich die Bremsen fehlen. Dank einer überdimensionierten Schwungscheibe spürt man am Regler deutlich die simulierte Fahrzeugmasse, insbesondere beim Herunterregeln. Da heißt es schon aufpassen, wenn ein Zug an einer bestimmten Stelle zum Stehen gebracht werden soll. Problematischer wird es jedoch bei stromlosen Abschnitten vor Signalen oder in Abstellgleisen von Schattenbahnhöfen. Selbst bei 8,5 V (Vorbildgeschwindigkeit) läuft das Modell noch fast einen halben Meter aus und läßt sich dadurch mit einer Automatik kaum noch kontrollieren.
An dieser Stelle sei der Hinweis gestattet, daß wir den Auslauf eines Modells nach dem Passieren einer Lichtschranke, die für das Abschalten der Fahrspannung sorgt, messen. Auf diese Weise werden Meßergebnisse reproduzierbar und vergleichbar. Läuft dagegen auf einer Anlage ein Triebfahrzeug in einen stromlosen Abschnitt, beginnt der Auslauf erst dann, wenn der letzte stromabnehmende Radsatz auf den stromlosen Abschnitt kommt. Das verlängert den Auslauf in der Regel um fast eine Loklänge. Es stellt sich wieder einmal die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, einer bestimmten Endgeschwindigkeit standardmäßig einen definierten Auslauf zuzuordnen. Geradezu beeindruckend sind die Traktionsleistungen. Dank des hohen Eigengewichtes und der Haftreifen auf der Antriebsachse zieht das Modell alles weg, was auf einer Anlage vorkommen kann. Damit übertrifft das Modell mit Sicherheit die eher bescheidene Leistung des Vorbildes.
Die mit der Fahrtrichtung wechselnde Stirn- und Schlußbeleuchtung wurde mit Leuchtdioden in SMD-Technik realisiert, eine überzeugende Lösung für eine über den gesamten Regelbereich gleichmäßige und ausreichende Helligkeit, die auch bei manch anderem Lokmodell wünschenswert wäre. Auf eine Kurzkupplungskinematik wurde wohl wegen der verhältnismäßig geringen Länge des Lokmodells verzichtet. Schwenkbare Deichseln mit Normschacht ermöglichen den Einsatz jedes Kupplungssystems.
Fazit
Ein technisch sauber gefertigtes und von den Traktionseigenschaften überzeugendes Modell. Nur bei der Dimensionierung der Schwungscheiben wurde vielleicht doch ein wenig des Guten wohl zu viel getan ... bz
Maßtabelle der V 140 001 von Trix in H0
| | Vorbild | 1:87/NEM | Modell |
| Länge über Puffer: | 14 400 | 165,5 | 165,7 |
| Höhe Dachoberkante (OK Dachhauben): | 4 117 | 47,3 | 47,6 |
| Pufferhöhe über SO: | 1 050 | 12,1 | 12,9 |
| Puffermittenabstand: | 1 750 | 20,1 | 19,9 |
| Breite Lokkasten: | 2 904 | 33,4 | 35,2 |
| Breite über Griffstangen: | 3 050 | 35,1 | 37,4 |
| Gesamtachsstand: | 11 300 | 129,9 | 129,8 |
| Drehgestell-Achsstand: | 3 500 | 40,2 | 40,2 |
| Drehzapfenabstand: | 7 800 | 89,7 | 89,6 |
| Raddurchmesser Laufräder: | 850 | 9,8 | 9,0 |
| Raddurchmesser Treibräder: | 1 400 | 16,1 | 15,9 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM |
| Radsatzinnenmaß: | - | 14,3+0,1 | 14,3 |
| Spurkranzhöhe: | - | 1,2max | 1,2 |
| Spurkranzbreite: | - | 0,7-0,9 | 0,8 |
| Radbreite: | - | 2,8min | 3,0 |
Meßwerte V 140 von Trix
| Gewicht Lok: | 495 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Meßergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 270 g |
| 3% Steigung: | 245 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 147 km/h bei 12 V |
| NEM zulässig (Vmax:+40%) | 140 km/h bei 12 |
| VVorbild: | 100 km/h bei 8,5 V |
| Vmin: | 6 km/h bei 1,3 V |
| Auslauf |
| aus Vmax: | 913 mm |
| aus VVorbild: | 490 mm |
| Lichtaustritt |
| vorn: | ab 30 km/h bei 3 V |
| hinten: | ab 30 km/h bei 3 V |
| Schwungscheibe |
| Anzahl: | 1 |
| Durchmesser: | 23,6 mm |
| Länge: | 9 mm |
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