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Arnold-Modell der Vorserien-E 19 in N

 
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"Der Edelhirsch vom Frankenwald" - so überschrieb Helmut Calmbach eine Abhandlung über die gerade ausgemusterte E 19 01 in der damaligen Zeitschrift der Deutschen Bundesbahn "Schöne Welt" im September 1978. Neben den beiden AEG-Loks E 19 01 und E 19 02 baute auch Siemens (SSW) mit Henschel zwei dieser leistungsfähigen Schnellfahrloks, nämlich E 19 11 und E 19 12.

Arnold hatte bereits 1973 eine E 19 12 vorgestellt. Die bereits 1997 angekündigte und jetzt endlich fertiggestellte E 19 ist hingegen eine vollständige Neukonstruktion. Das getestete Modell stellt die E 19 12 in der Version der Epoche III dar.

Optik

Die wesentlichen Maße wurden im Modell gut eingehalten, wobei allerdings die Raddurchmesser auf sehr stark abgefahrene Radreifen hinweisen ... Die elegante Form des Gehäuses ist gut proportioniert wiedergegeben, ebenso die feinen Gehäusedetails wie Nietreihen, Lüftergitter und freistehend wirkende Dachlaufstege. Auch die Lampen fügen sich gut ins Gehäuse ein. An der Lokfront fehlen Griffstangen und die elektrische Heizkupplung.

Die vorbildgerecht unterschiedlich gestalteten Isolatoren an der feinen Dachleitung vertragen noch einige braune Farbtupfer. Die zu modernen Stromabnehmer passen nicht zu den waagerecht liegenden Stützisolatoren.

Der Rahmen fällt auf den ersten Blick als etwas breit auf. Der Grund liegt im notwendigen Bogenlauf. Für Achslager, Federpakete und Bremszylinder war dann nur noch wenig Platz, wodurch diese Details nicht sehr plastisch wiedergegeben sind. Der Rahmenausschnitt im Bereich der Laufräder ist etwas groß, dafür sind die Aufstiegsleitern vollständig und fest- stehend nachgebildet. Bremsen hat das Modell überhaupt nicht, was besonders bei den Laufrädern auffällt. Ebenso fehlen Bahnräumer. Die Räder sind dafür mit schönen Federtopf-Imitationen ausgerüstet.

Die vorbildentsprechende, angenehm seidenmatte stahlblaue Lackierung ist naturgemäß etwas empfindlich gegen Fingerabdrücke. Wegen des massiven Aufbaus sind die nicht ganz ebenen Fenster grau hinterlegt. Die Beschriftung wurde vorbildgerecht in verschiedenen Farben gehalten. Die "Alu-Schilder" sind in Schwarz mit silberner Schrift aufgedruckt. Das mit der Fahrtrichtung wechselnde 3-Licht-Spitzensignal ist bereits bei mittlerer Geschwindigkeit gut zu erkennen, strahlt aber minimal in den Führerstand.

Technik

Bei der Konstruktion dieses Modells hat man sich an anderen modernen Arnold-Konstruktionen orientiert. Der Motor mit einer ausreichend bemessenen Schwungmasse treibt über Silikonschlauch-Kupplungen die Drehgestelle an.

Drehgestell ist dabei ein interessanter Begriff. Schließlich hat das Vorbild keine, sondern die Achsfolge 1'Do1'. Für das Modell wurde diese auf B'2'B' geändert! Aber keine Angst: optisch ist das nicht zu bemerken. Und es erleichtert das Befahren kleinster Radien.

Wie auch die anderen neueren Arnold-Elloks zeigt die Lok ein ausgewogenes Fahrverhalten. Auch unter Fahrleitung läuft die Lok problemlos, wenn man erst einmal die perfekt isolierende rote Farbe von den Schleifflächen entfernt hat. Allerdings sollte unbedingt die Arbeitshöhe der Stromabnehmer - durch Herausnehmen einer Begrenzungsplatte im Panto - vergrößert werden, damit die Stromabnahme bei allen zulässigen Fahrdrahthöhen funktioniert. Die Kupplung ist ohne besondere Kinematik mit einer NEM-Klipsaufnahme an den Drehgestellen montiert.

Wartung

Die dem Modell beiliegende Anleitung stellt so etwas wie eine "Minimalversion" dar. Neben der vollständigen Ersatzteilliste sind die Montage- und Wartungsarbeiten nur sehr knapp beschrieben, wobei auch die Zuordnung der angegebenen Ziffern nicht eindeutig ist. Dennoch ist die Demontage nicht sehr schwierig, wenngleich teilweise etwas probiert werden und manchmal auch etwas viel Kraft eingesetzt werden muß. Wird die Lok falschherum zusammengebaut, so wird der eingesetzte Dachaufbau herausgedrückt. Die Umschaltung auf Oberleitungsbetrieb ist auf der Unterseite der Lok möglich, wenn man das mittlere Drehgestell zur Seite schiebt.

Die kleinsten Decoder (Arnold 81220 für NMRA-DCC bzw. Trix 66830 für Selectrix) könnten mit etwas Nacharbeit in den knapp 9 mm breiten Dachaufbau passen. Günstiger ist der Platz auf der Platine im Bereich der beiden Dioden für die fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung.

Fazit

Das Vorbild war damals die leistungsfähigste Einrahmenlok überhaupt und die schnellste und stärkste Lok der DB vor Erscheinen der E 03. Das Modell wird auch diesem Punkt annähernd gerecht, solange man es vorbildentsprechend vor Schnellzügen einsetzt.

Die E 19 ist ein insgesamt gut ausgefallenes Modell mit ausgewogenen Fahreigenschaften, wobei der breite Rahmen "modellbahnbedingt" kaum zu vermeiden war. Einige Details im Bereich der Lokfront wie Bahnräumer, Laufradbremsen, Griffstangen usw. sollten noch ergänzt werden.

Neben der bereits erhältlichen blauen Varianten (die rote in DRG-Version mit "Pleitegeier" folgt) ist mit wenigen Detailänderungen auch eine E 19 11 mit grüner Lackierung und außerdem eine mit Epoche-4-Beschriftung möglich.
Ulf Mahrt

Maßtabelle E 19 von Arnold

 
 Vorbild1:160Modell
Längenmaße: (LüP):16 920105,8105,0
Höhenmaß über SO
Dachoberkante:3 90024,425,1
Pufferhöhe:1 0506,67,3
Breite Lokkasten:3 11019,420,4
Achsstände
Gesamtachsstand:12 80080,080,0
Achsabstand Treibräder7 20045,045,0
Achsabstand Laufräder-Treibräder2 80017,517,5
Raddurchmesser
Laufräder:1 1006,97,0
Treibräder:1 60010,09,5
Radsatzmaße entspr. NEM 310 NEM
Radsatzinnenmaß:- 7,47,6
Spurkranzhöhe:-0,90,93
Radbreite:->2,22,0
Alle Maße in mm

Meßwerte

Gewicht Lok:71 g
Haftreifen:2
Meßergebnisse Zugkraft
Ebene:20 g
3% Steigung:17 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax:255 km/h bei 12 V
VVorbild:225 km/h bei 10,8 V
Vmin:11 km/h bei 2,4 V
Schwungscheiben:1
Durchmesser x Dicke:12,6 x 4,4 mm
Auslauf bei Vmax (12 Volt):210 mm
Anmerkung: Alle Meßwerte sind ca.-Angaben
Motor:dreipolig
Stromaufnahme unter Last:190 mA
Angetriebene Achsen4
NEM-Schnittstelle:nein
DCC: Arnold 81220, Selectrix: 66830
Einbau nur durch Verlöten der Anschlüsse möglich.
Ungefährer Ladenpreis: DM 270,-

 

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