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Is jå nich viel dran, an son glatten Åål", mag vielleicht Hein vonne Weeerft über die vollverkleidete Brawa-06 urteilen, aber da irrt der "Fischkopp". Wenn auch das Gehäuse mit seiner Stromlinienhaut bis auf wenige angesetzte Griffstangen kaum frei stehende Teile aufweist, so ist doch die gesamte Fläche übersät mit Nieten und Bändern, Klappen und Deckeln.
Diese Feinheiten wurden dabei sinnvollerweise etwas deutlicher graviert, als es einer exakt maßstäblichen Wiedergabe entsprochen hätte. So treten sie besser zutage. Die Tenderrückseite ist zudem eine echte Augenweide: Insbesondere die Bedruckung lädt hier zum Verweilen ein. Nach Anbau der Zurüstteile - wahlweise mit anliegendem oder ausgezogenem Faltenbalg - ist es fast zu schade, diese Partie mit einem angehängten Zug zu verdecken.
Die Schilder sind teils in der Form angraviert und mit einer schwarzen Fläche unterlegt. An den Seiten prangt das große Fabrikschild. Es zeigt die Fabriknummer mit einer Null zuviel. Käufer der Lok werden hier in Kürze über den Fachhandel Ersatzschilder mit richtiger Nummer zum Überkleben beziehen können.
Unweigerlich zieht bei einer 06 das Fahrwerk alle Blicke auf sich. Die 2-Meter-Räder weisen äußerst feine Speichen auf und zeigen auch die Verstärkungsrippen im Bereich der Kurbelzapfen. Kuppel- und Treibstangen sind perfekt proportioniert und im korrekten Rotton in den Nuten ausgelegt. Die Gegenkurbel ist eine Augenweide: Klemmschlitz und Vierkant sind perfekt nachgebildet, keine Schraube oder Mutter trübt die Illusion.
Für den Einsatz auf modellbahnüblichen Radien müssen die Verkleidungen im Bereich der ausschwenkenden Laufachsen abgeschraubt werden. Auf die vorderen Verkleidungen kann dabei durchaus vorbildgerecht auch im Zugförderdienst verzichtet werden, wie unser Vorbildfoto auf der vorherigen Seite beweist. Als Zurüstteile sind dann Dynamo und Kolbenstangenschutzrohre anzustecken. MK
Technik
In der Mitte des Lokfahrwerkes lagert über den Treibachsen der gekapselte Motor mit zwei Wellenenden. Auf beiden Wellenenden befindet sich eine Schwungscheibe, die bereits als Aufnahme einer kardanischen Kupplung fungiert, über die die Verbindung zur anschließenden Schneckenwelle des Getriebes hergestellt wird. So werden geschickt Fertigungs- und Montagetoleranzen ausgeglichen und ein einfacher Tausch des Motors ermöglicht.
Hinter den Schneckengetrieben folgen Stirnradgetriebe, die die erste und letzte Kuppelachse antreiben. Die mittleren beiden Kuppelachsen, vertikal abgefedert und seitlich verschiebbar, werden über die Kuppelstangen mitgenommen. Sie dienen auch der Stromabnahme durch von außen nicht sichtbare Schleifer.
Beide Laufgestelle sind seitenverschiebbar und drehbar gelagert, das Vorlaufgestell ist in einer Kulisse und das Nachlaufgestell in einem geraden Schlitz geführt. Druckfedern erhöhen bei beiden das Auflagegewicht. Dieser Aufbau des Fahrwerkes ermöglicht tatsächlich das Durchfahren eines 360-mm-Radius - wenn auch mit spürbarem Zwängen. Empfohlen werden zu Recht mindestens 420 mm Radius. Mit angebauten Verkleidungen ist ein Radius von 1000 mm noch befahrbar.
Die Vorlaufachsen sind in dem nach unten offenen, aus Kunststoff gefertigten Rahmen eingeklipst. Die Radsätze des Nachlaufgestells sind spitzengelagert und haben isolierte Halbachsen. Auf diese Weise wird über die Lagerbleche von beiden Seiten schleiferlos von allen Rädern Strom abgenommen.
Beim führenden Drehgestell des Tenders wurde das gleiche Prinzip der Lagerung und Stromabnahme angewendet. Die hinteren drei Radsätze sind analog zum Vorbild ebenfalls in einem festen Rahmen angeordnet, wobei die äußeren beiden spitzengelagert sind und in gleicher Weise der Stromabnahme dienen, während die mittlere Achse pendelnd und seitenverschieblich (und durch eine Druckfeder belastet) gelagert ist. Auf diese Weise hat das Modell eine lange und sichere Stromabnahmebasis durch Achsen, die alle eindeutig auf dem Gleis aufliegen.
Lok und Tender sind durch eine Kupplungsdeichsel verbunden, die beidseitig in einer Kulisse arbeitet und in deren Innern (von außen nicht sichtbar) die acht Verbindungsleitungen verlaufen. Die Platine mit der achtpoligen Schnittstelle befindet sich im Tender. Die mit der Fahrtrichtung wechselnde Stirnbeleuchtung erfolgt durch Kleinstglühlampen, die in Kunststoffhülsen stecken und von innen in die Lampenöffnungen des Gehäuses gesteckt sind. Die Anschlusskabel sind bei Lok und Tender auf eine kleine, im Gehäuse angeschraubte Kontaktbrücke gelötet, die elektrische Verbindung erfolgt beim Aufsetzen der Gehäuse zwangsläufig über ein entsprechendes Gegenstück bei der Lok und über die Zentralplatine im Tender. Eine gute Lösung, die vor allem ein einfaches Abnehmen der Gehäuse ermöglicht.
Trotz seiner Ausmaße setzt sich das Modell schon bei geringer Spannung leise in Bewegung und - begleitet von einem nur schwach vernehmbaren Getriebegeräusch - erreicht das Modell eine Endgeschwindigkeit, die nur minimal über der des Vorbildes liegt. Der durch die beiden Schwungscheiben erreichte Auslauf ist mit einer knappen Loklänge gut bemessen.
Die erreichte Zugkraft ist dem Modell angemessen, damit kann jeder schwere Schnellzug bewegt werden. Hohe Anhängelasten führen allerdings zu einer unschönen Schrägstellung des Tenders. Ursache ist die latente Neigung der Kupplungsdeichsel aus der Mittelstellung der Kulissenführung seitlich auszubrechen, was im vorliegenden Fall noch dadurch verstärkt wird, dass der Tender lediglich im hinteren Bereich eine relativ kurze geführte Länge hat. Denn das vordere Drehgestell wurde zusätzlich seitenverschiebbar ausgeführt um modellbahnübliche Radien durchlaufen zu können.
Für den Einbau eines Dampfentwicklers ist das Modell mechanisch und elektrisch vorbereitet. An der Tenderrückseite befindet sich ein Normschacht, der in einer Kurzkupplungskulisse geführt ist. Die gewählte Form der Blister-Falt-Verpackung bietet einen guten Transportschutz für das Modell und hat zudem den Vorteil, dass auch die zugerüsteten Teile des Tenders keinen Schaden nehmen.
Eine übersichtliche Bedienungsanleitung, die besonders auf die Einschränkungen beim Einsatz dieses Modells auf den üblichen Radien hinweist, und eine vollständige Ersatzteilliste gehören ebenfalls zum Lieferumfang.
Fazit
Brawa ist mit dieser 06 ein - im wahrsten Sinne des Wortes - großer Wurf gelungen. Im Gegensatz zum Vorbild wird das Modell sicherlich ein Erfolg auf der ganzen Linie. bz
Maßtabelle BR 06 in H0 von Brawa
| | Vorbild | 1:87 | Modell |
| Längenmaße |
| Länge über Puffer: | 26 520 | 304,83 | 306,40 |
| Puffermaße |
| Pufferlänge: | 650 | 7,47 | 7,50 |
| Puffermittenabstand: | 1 750 | 20,11 | 19,80 |
| Pufferhöhe über SO: | 1 025 | 11,78 | 11,70 |
| Höhenmaße über SO |
| Schlotoberkante: | 4 550 | 52,30 | 52,40 |
| Breitenmaße |
| Breite Lok: | 3 030 | 34,83 | 35,50 |
| Zylindermittenabstand: | 2 240 | 25,75 | 27,30 |
| Achsstände Lok |
| Gesamtachsstand: | 14 525 | 166,95 | 166,70 |
| Vorlaufachse 1 zu Vorlaufachse 2: | 2 200 | 25,29 | 25,30 |
| Vorlaufachse 2 zu Kuppelachse 1: | 1 850 | 21,26 | 21,20 |
| Kuppelachse 1 zu Kuppelachse 2: | 2 250 | 25,86 | 25,80 |
| Kuppelachse 2 zu Kuppelachse 3: | 2 250 | 25,86 | 25,80 |
| Kuppelachse 3 zu Kuppelachse 4: | 2 250 | 25,86 | 25,80 |
| Kuppelachse 4 zu Nachlaufachse 1: | 1 925 | 22,13 | 22,10 |
| Nachlaufachse 1 zu Nachlaufachse 2: | 1 800 | 20,69 | 20,70 |
| Achsstände Tender |
| Nachlaufachse 2 zu Tender achse 1: | 1 925 | 22,13 | 23,40 |
| Gesamtachsstand: | 6 000 | 68,97 | 68,00 |
| Achse 1 zu Achse 2: | 1 750 | 20,11 | 20,00 |
| Achse 2 zu Achse 3: | 1 500 | 17,24 | 17,60 |
| Achse 3 zu Achse 4: | 1 375 | 15,80 | 15,70 |
| Achse 4 zu Achse 5: | 1 375 | 15,80 | 15,70 |
| Raddurchmesser |
| Vorlaufräder: | 1 000 | 11,49 | 11,00 |
| Treib- und Kuppelräder: | 2 000 | 22,99 | 23,00 |
| Nachlaufräder: | 1 000 | 11,49 | 11,00 |
| Tenderräder: | 1 100 | 12,64 | 11,00 |
| Speichenzahl |
| Vorlaufräder: | 9 | - | 9 |
| Treib- und Kuppelräder: | 21 | - | 21 |
| Nachlaufräder: | 11 | - | 11 |
| Tenderräder: | 11 | - | 11 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM | | NEM | |
| Radsatzinnenmaß: | - | 14,3+0,1 | 14,30 |
| Spurkranzhöhe: | - | 1,2max | 1,00 |
| Spurkranzbreite: | - | 0,7-0,9 | 0,70 |
| Radbreite: | - | 2,8min | 2,90 |
Messwerte BR 06 von Brawa
| Gewicht Lok: | 532 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Messergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 194 g |
| 3% Steigung: | 170 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 143 km/h bei 12 V |
| VVorbild: | 140 km/h bei 11,9 V |
| Vmin: | ca. 8,5 km/h bei 1,8 V |
| NEM zulässig: | 196 km/h bei 12 V |
| Auslauf |
| aus Vmax: | 250 mm |
| aus VVorbild: | 250 mm |
| Stromaufnahme: |
| Lokleerfahrt (12 V) | 110 mA |
| bei max. Zugkraft: | 300 mA |
| Lichtaustritt: | ab 26 km/h bei 3 V |
| Schwungscheibe |
| Anzahl: | 2 |
| Durchmesser: | 17,0 mm |
| Länge: | 10,0 mm |
| Ungefährer Preis: | DM 630,- |
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