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Mit der BR 65.10 werden nun auch die N-Bahner bedacht, die ihre Modellbahnanlage thematisch in der DDR angesiedelt haben oder die einfach Gefallen an der DR-Neubaulok finden. Auch bei dieser Lok wurde auf Maßstäblichkeit und genaue Detailwiedergabe geachtet. Als Vorbild diente die BR 65 1049 zur Epoche-IV-Zeit. Neben der entsprechenden Beschriftung mit Computernummer sind auch die beiden Generatoren als epochetypische Merkmale zu erwähnen.
Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt. Dampfleitungen, Sandfallrohre, Ventile, Trittstufen am Kessel usw. sind sauber graviert. Daneben sind die schon erwähnten Generatoren sowie Dampfpfeife, Glocke, Schornstein und Griffstangen auf den Wassertanks als Ansetzteile ausgeführt. Der typische Vorwärmerkasten auf der Rauchkammer ist zu flach ausgefallen. Nicht unerwähnt bleiben soll die feine Gitterimitiation des Dachfensters auf dem Führerhaus. Sehr gut wirkt auch der schon etwas leer geschaufelte Tender.
Um den im Tender befindlichen Motor gewichtsmäßig auszugleichen, sind die Wassertanks über dem Umlauf extra angesetzte Zinkdruckgussteile. Sie entsprechen im Querschnitt denen des Vorbild und stehen wie diese etwas vom Kessel ab. Auch sie verfügen über zahlreiche angravierte Details. Nicht nachgebildet wurde die Aufstiegsleiter zum Führerhaus, damit das Außenrahmendrehgestell ausschwenken kann.
Die Steuerung der Tenderlok ist ausgesprochen zierlich ausgefallen - was anderen N-Dampfern in dieser Form auch gut zu Gesicht stehen würde. Bei den Radsätzen scheiden sich die Geister. Wirken die Kuppelräder trotz der stirnseitig flachen und daher eckig wirkenden Speichen noch filigran, sieht das Vorlaufrad trotz korrekter Speichenzahl wegen der flachen Gravur grob aus. Wen das stört, sollte die Vorlaufachse der Arnold-01 einklipsen. Der Außenrahmen des Tendernachlaufdrehgestells wirkt hingegen gut, obwohl von der Seite betrachtet die Blechstreifen der Stromabnahme durchblinken. Im Übrigen haben die Tenderräder korrekterweise zwei Speichen mehr als die des Vorläufers.
Der Rahmen der Lok ist zweigeteilt ausgeführt. Daher sucht man Stromabnehmer vergebens. Die Stromabnahme im Bereich der Kuppelräder erfolgt durch Achslager, die den Strom auf die jeweilige Chassishälfte weiter übertragen. Von dort gelangt der Strom zum dreipoligen Motor, der über einen schräg genuteten Anker verfügt. Zur Erweiterung der Stromabnahmebasis werden alle Tenderräder - geteilte Achsen wie bei den Kuppelrädern - zur Stromabnahme herangezogen. Wegen der breiten Stromabnahmebasis wurde auf eine Schwungmasse verzichtet, eine Schnittstelle für Fahrzeugdecoder fehlt.
Die Fahreigenschaften sind ausgewogen. Beeindruckend wirkt die Zugkraft, die für eine N-Lok ungewöhnlich hoch ist. Das gewichtige Hinterteil der Lok drückt immens auf den mit Haftreifen bewehrten letzten Kuppelradsatz. Bei Rückwärtsfahrt sind die Zugkräfte deutlich geringer. Trotz der breiten Stromabnahmebasis kommt die 65.10 vor allem bei Last und bei Langsamfahrt ins Stocken. Grund ist die ungünstige Gewichtsverteilung und die fehlende Abfederung der Antriebsräder. Sie liegen mit geringem Spiel starr im Rahmen. Dieses Manko macht sich auch manchmal im Bereich von Weichenstraßen bemerkbar.
Fazit: Der Gesamteindruck der Tenderlok hinsichtlich Detaillierung, Beschriftung, Fahreigenschaften usw. ist gut. Gemessen an dem Preis hätte man eine Schnittstelle und ein dreipunktgelagertes Fahrwerk erwarten können. Vorlaufräder mit durchbrochenen Speichen gehörten schon mal zum Standard. gp
Maßtabelle Dampflok BR 65.10 von Brawa in N
| | Vorbild | 1:160 | Modell |
| Längenmaße |
| Länge über Puffer: | 17 500 | 109,4 | 109,6 |
| Höhenmaße über SO |
| Schornsteinoberkante: | 4 550 | 28,4 | 28,4 |
| Kesselmitte: | 3 250 | 20,3 | 20,4 |
| Puffermaße |
| Pufferhöhe über SO: | 1 025 | 6,4 | 7,3 |
| Puffermittenabstand: | 1 750 | 10,9 | 10,6 |
| Pufferlänge | 650 | 4,0 | 4,0 |
| Breitenmaße |
| Breite Lokkasten: | 3 050 | 19,1 | 19,7 |
| Zylindermittenabstand: | 2 250 | 14,1 | 15,9 |
| Achsstände |
| Gesamtachsstand: | 13 300 | 83,1 | 83,1 |
| Vorlaufachse zu Kuppelachse 1: | 2 950 | 18,4 | 18,7 |
| Kuppelachsabstände je: | 1 850 | 11,6 | 11,6 |
| Kuppelachse 4 zu Nachlaufachse 1: | 2 600 | 16,3 | 15,6 |
| Nachlaufachse 1 zu Nachlaufachse 2: | 2 200 | 13,8 | 13,8 |
| Raddurchmesser |
| Vorlaufräder: | 1 000 | 6,25 | 5,8 |
| Treib- und Kuppelräder: | 1 600 | 10,0 | 9,5 |
| Tenderräder: | 1 000 | 6,25 | 6,0 |
| Radsatzmaße entsprechend NEM | | NEM |
| Radsatzinnenmaß: | - | 7,4 | 7,5 |
| Radbreite: | - | 2,2min | 2,0 |
| Spurkranzhöhe: | - | 0,9max | 0,75 |
Messwerte BR 65.10
| Gewicht: | 76 g |
| Haftreifen: | 2 |
| Messergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 49 g |
| 3% Steigung: | 37 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax: | 108 km/h bei 12 V |
| VVorbild (vorwärts/rückwärts): | 90 km/h bei 10,4 V |
| Vmin: | 4 km/h bei 1,6 V |
| Stromaufnahme | < 160 mA |
| Auslauf aus Vmax: | 10 mm |
| Lichtaustritt: | ab 50 km/h bei 6,5 V |
| Schwungscheibe | nein |
| Schnittstelle: | nein |
| Empfohlene Decoder: | DCC: Arnold 81227, Lenz LE 077XF, Selectrix: Trix 66830 Einbau oberhalb des Motors durch Wegfall des Kohleeinsatzes möglich |
| Ungefährer Preis: | DM 420,- |
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