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Nicht erst seit der Gründung der Deutschen Bahn AG sind Doppelstockwagen in aller Munde, denn sie gelten (fast)
als Allheilmittel. Durch die übereinander angeordneten Fahrgasträume kann nämlich die
Passagierkapazität bei gleichbleibenden Zug- und Bahnsteiglängen erheblich gesteigert werden. Eine Thema auch
für die Modellhersteller - Bernd Beck nahm die Modelle von Tillig und Fleischmann in den Baugrößen H0, TT
und N unter die Lupe.
Getestet wurden die Fahrzeuge der Bauarten 750 und 755, die Fleischmann in der
Baugröße H0 und Tillig in den Baugrößen H0 und TT anbietet; die Bauarten 751, 756 und 761 fertigt
Fleischmann in den Baugrößen H0 und N. Weitere Modelle von Doppelstockwagen dieser Firmen wurden auf der
diesjährigen Messe angekündigt.
Maße und DetaillierungBei den Fleischmann-Wagen der
Baugröße H0 fällt die konsequente Verkürzung aller Längenmaße um 8% auf. Dies betrifft
auch den Drehgestellradstand. Fleischmann sah für sich als Systemanbieter die Verpflichtung, seine Fahrzeuge auf
allen hauseigenen Gleisgeometrien betriebssicher einsetzen zu können. Eine korrekte Längenwiedergabe in 1:87
war unter dieser Vorgabe nicht möglich. Als Kompromiß wählte Fleischmann die Verkürzung, die dem
Längenmaßstab von 1:93,5 entspricht.
Davon abgesehen sind die Fleischmann-Wagen sehr gut detailliert.
Die Riegel an den Lufteinlässen am Dach sind feiner graviert als bei Tillig, die Drehgestelle machen bei aller
Feinheit der Gravuren einen robusten Eindruck, die Pufferbohlen besitzen angedeutete Zughaken. Die Trittbretter unter
den Einstiegstüren sind wie beim Vorbild an den Wagenkasten angesetzt. Die Modelle der Bauarten 750/755 und 751/756
unterscheiden sich vorbildgerecht nicht nur durch geänderte Lufteinlässe an Dach und Seitenwand, sondern auch
durch andere Drehgestellbauarten.
Bei den Doppelstöckern von Tillig in der
Baugröße H0 gefallen die Gummiwülste, die den ausgefahrenen Zustand am Ende des Wagens zeigen. Die
Schlingerdämpfer sind hier einzeln an den Drehgestellen angesetzt, allerdings zusammen mit den Trittbrettern. Die
ovalen Fenster an den Einstiegstüren erscheinen etwas zu groß.
Die Modelle in den kleineren Baugrößen entsprechen technisch jeweils ihren Pendants in den größeren
Maßstäben. Bei den TT-Wagen von Tillig erscheinen alle Fenster etwas zu eckig. Die Einstiegstritte an den
Fleischmannwagen in der Baugröße N sind im Gegensatz zu den H0-Fahrzeugen am Drehgestell angesetzt und wirken
sehr flach. Sie sitzen außerdem zu tief.
Bei allen Modellen sind die Gehäuse auf das Fahrgestell aufgeklipst. Durch Aufspreizen des Gehäuses zur Seite
läßt sich dieses jeweils vom Fahrgestell trennen. Die Inneneinrichtungen sind bei den H0-Fahrzeugen komplett
vorhanden. Beim TT-Modell sind nur die Sitzreihen vorhanden, Toiletten und Eingangsräume sind nicht modelliert.
Beim N-Modell fehlt auf dem Oberdeck der Fußboden, hier gibt es frei hängende Sitze. Bei allen zweiklassigen
Fahrzeugen sind die Sitze verschieden eingefärbt. Nach dem Zerlegen lassen sich alle Wagen wieder leicht und
spaltfrei zusammenklipsen.
Lackierung und Beschriftung
Alle getesteten Fahrzeuge besaßen die alte grüne Regionalbahnlackierung der DB. Fleischmann trennte den
Wagenkasten entlang der Farbkante zwischen Grau und Weiß in Dach und Kasten. Die Paßgenauigkeit ist sehr gut,
Spalten sind nicht auszumachen. Somit wird naturgemäß eine extrem saubere Farbtrennung erreicht. Man darf
gespannt sein, wie dies bei den Wagen im neuen Design der DB AG aussieht, wo die Farbtrennungen über der
Fleischmannschen Dachtrennung verlaufen (die Modelle lagen während des Tests noch nicht vor). Die grünen
Streifen sind scharfkantig aufgedruckt. Die Beschriftung ist auch bei den N-Modellen lupenrein.
Bei den Tillig-Modellen bestehen Dach und Wagenkasten aus einem Teil. Alle Streifen sind aufgedruckt, bei der
Paßgenauigkeit der Farbstreifen gibt es kleine Unschärfen. Die hellgrauen Farbstreifen zeigen eine Rasterung.
Die bei Fleischmann fehlenden hellgrauen Fensterrahmen sind sauber bedruckt. Die Beschriftung des H0-Modells von Tillig
ist ebenfalls lupenrein und scharf gedruckt, einige Anschriften wurden jedoch etwas vergrößert dargestellt.
Das Modell hat den alten roten "Keks" der DB. Es ist unwahrscheinlich, daß dies bei Fahrzeugen dieser
Bauart richtig ist.
Die Beschriftung der
TT-Modelle ist nicht so gut gelungen. Die Farbstreifen zeigen deutlich eine Rasterung, die Anschriften sind zum Teil
unscharf. Das TT-Modell mit der gleichen Betriebsnummer des H0-Fahrzeugs hat allerdings den richtigen neuen Keks der DBAG!
Laufeigenschaften
Alle Wagen sind dank Spitzenlagerung sehr leichtläufig. Die Rollwiderstände bewegen sich alle auf dem gleichen
Niveau, sie betragen zwischen 6 und 8 g in der Ebene. Damit lassen sich die beim Vorbild üblichen Züge mit drei
oder vier Wagen gut auch noch gut von TT- oder N-Loks ziehen. Üblich ist die Verwendung von Loks der Baureihen 111
oder 143. Selbstverständlich haben alle Modelle eine Kurzkupplung mit Kinematik.
Fazit
Die Detaillierung der getesteten Fahrzeuge entspricht dem derzeit Machbaren. Die Fleischmann H0-Modelle wirken wegen der
gewählten Verkürzung im Vergleich mit maßstäblich korrekten Wagen etwas unproportioniert. Bei der
Bedruckung liegen eindeutig die Fleischmann-Modelle beider Baugrößen vorn. Hier muß Tillig noch etwas
arbeiten, die Sebnitzer sollten dabei unbedingt von den gerasterten Farbflächen abgehen und mit Echtfarben drucken.
Bernd Beck
| Maßtabelle DABz 756/DBz 751 von Fleischmann |
| | Vorbild | 1:160 | Modell | |
| Längenmaße: |
| Länge über Puffer | 26800 | 167,5 | 167,6 |
| Länge über Wagenkasten | 26400 | 165 | 165 |
| Höhenmaße über SO: |
| Gesamthöhe | 4631 | 28,94 | 29 |
| Bodenfreiheit | 218 | 1,36 | 1,7 |
| Breitenmaße: |
| Breite gesamt | 2774 | 17,3 | 17,4 |
| Puffermaße: |
|---|
| Pufferhöhe über SO | 1060 | 6,63 | 7,1 |
| Puffermittenabstand | 1750 | 10,94 | 10,9 |
| Radstände: |
| Achsstand Drehgestell: | 2500 | 15,63 | 15,6 |
| Drehzapfenabstand: | 20000 | 125 | 125 |
| Radmaße: |
| Raddurchmesser | 1000 | 6,3 | 6,2 |
| Spurkranzhöhe | - | - | 0,8 |
| Spurkranzbreite | - | - | 7,3 |
| Alle Maße in mm |
| |
| Meßwerte DABz 756/DBz 751 von Fleischmann |
| Gewicht: | 33 g |
| Maßtabelle DABz 756/DBz 751 von Tillig |
| | Vorbild | 1:120 | Modell | |
| Längenmaße: |
|---|
| Länge über Puffer | 26800 | 223,3 | 223,3 |
| Länge über Wagenkasten | 26400 | 220 | 219,8 |
| Höhenmaße über SO: |
| Gesamthöhe | 4631 | 38,6 | 38,6 |
| Bodenfreiheit | 218 | 1,82 | 1,8 |
| Breitenmaße: |
| Breite gesamt | 2774 | 23,1 | 23 |
| Puffermaße: |
| Pufferhöhe über SO | 1060 | 8,8 | 8,8 |
| Puffermittenabstand | 1750 | 14,6 | 14,1 |
| Radstände: |
| Achsstand Drehgestell: | 2500 | 20,83 | 20,8 |
| Drehzapfenabstand: | 20000 | 166,7 | 167,6 |
| Radmaße: |
| Raddurchmesser | 1000 | 7,67 | 8 |
| Spurkranzhöhe | - | - | 0,7 |
| Spurkranzbreite | - | - | 10,2 |
| Alle Maße in mm |
| |
| Meßwerte DABz 756/DBz 751 von Tillig |
| Gewicht: | 75 g |
| Maßtabelle DABz 756/DBz 751 von Fleischmann und Tillig |
| | Vorbild | 1:87 | Fleischmann/Tillig | |
| Längenmaße: |
| Länge über Puffer | 26800 | 308,05 | 268,2/308,2 |
| Länge über Wagenkasten | 26400 | 303,45 | 279,2/300,2 |
| höhenmaße über SO: |
| Gesamthöhe | 4606 | 52,94 | 53,2/53,2 |
| Bodenfreiheit | 218 | 2,51 | 2,6/2,7 |
| Breitenmaße: |
| Breite gesamt | 2780 | 31,95 | 32,2/31,6 |
| Puffermaße: |
| Pufferhöhe über SO | 1060 | 12,18 | 12,5/11,9 |
| Puffermittenabstand | 1750 | 20,11 | 19,9/19,6 |
| Radstände: |
| Achsstand Drehgestell: | 2500 | 28,74 | 26,2/29,0 |
| Drehzapfenabstand: | 20000 | 229,89 | 209,6/231,0 |
| Radmaße: |
| Raddurchmesser | 920 | 10,58 | 9,8/9,8 |
| Spurkranzhöhe | - | - | 0,7 |
| Spurkranzbreite | - | - | 10,2 |
| Alle Maße in mm |
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| Meßwerte DABz 756/DBz 751 von Fleischmann und Tillig |
| Gewicht: | 175/177 g |
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