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BR 13

 
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Lokomotiven der Achsfolge 2'B sind im Modell eher selten zu finden. Und wenn, dann zumeist als Kleinserienmodell in einer Preiskategorie, die nicht jedermanns Sache ist. Umso mehr Lob verdient Fleischmanns Entscheidung, eine S6 als Großserienmodell in H0 zu realisieren.

Die erste Version liefern die Nürnberger in der Ausführung der Epoche II als Baureihe 13.10-12. Wie nicht anders zu erwarten war, besticht das Modell durch ein perfektes Finish in Schwarz und Rot. Gestochen scharf aufgedruckt ist die Beschriftung, bis auf die weißen Angaben der Tendervorräte messingfarben gehalten. Die Eigentums und Betriebsnummernschilder liegen auf erhabenen Flächen an der Führerhaus-Seitenwand, alle anderen Schriftzüge wurden direkt auf das "Blech" gedruckt.

Sandfallrohre sowie Druckluft- und Schmierleitungen sind am Kessel angespritzt, alle anderen Leitungen und Griffstangen wurden separat montiert. Gut gelungen auch die Gravur von Sicherheitsventil und Pumpen, lediglich an den Kesselspeiseventilen wären frei stehende Handräder noch überzeugender gewesen.

Bemerkenswert sind die gefundenen Lösungen am Fahrwerk. Der Raddurchmesser der Treib- und Kuppelräder wurde sozusagen nach dem zweiten Abdrehen dargestellt. Somit musste der Schutzkasten auf dem Umlauf- blech, der ja auch noch den Spurkranz umschließt, nur wenige Zehntelmillimeter vergrößert werden. Dessen Seitenblech besteht aus 0,2-mm-Blech, welches präzise gestanzt wurde.

Im Bereich der Vorlaufräder wurden die Rahmenausschnitte ebenfalls mäßig vergrößert, sodass die freie Beweglichkeit der Laufräder auf dem 360-mm-Radius nicht eingeschränkt ist. Dazu trägt auch der Verzicht auf Kolbenstangenschutzrohre bei.

Der Tender der preußischen Bauart 2´2´T21,5 ist ebenfalls eine Neukonstruktion. Er zeichnet sich durch den nicht vorhandenen Kohlenkastenaufsatz aus. Dieser Tender kann auch bei so manch anderer Baureihe - z.B. der P8 - eingesetzt werden. Man darf also auf weitere Preußen und neue Kombinationen gespannt sein.
MK

Technik

Konsequent war man bei der Werkstoffwahl. Metall wo es technisch sinnvoll ist, Kunststoff wo unter technisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine optimale Umsetzung ins Modell gewünscht ist. So bestehen Fahrwerk und Räder aus Zinkdruckguss, Rahmen und Gehäuse aus Kunststoff.

Nach dem Lösen einer Schraube und dem Ausrasten von Haltenasen am Führerhaus lässt sich das Gehäuse abheben. Auf dem Rahmen finden sich der Platz für den Decoder nach NEM 651 (6-polige Schnittstelle) und der Zugang zum Stecksockelbirnchen für die Stirnbeleuchtung.

Das Fahrwerk des Tenders ist ebenfalls aus Zinkdruckguss, die Achslagerblenden einschließlich Pufferträger bestehen aus Kunststoff, das Gehäuse besteht zum Erzielen eines maximalen Reibungsgewichtes aus Metall. Nach dem Lösen von drei Schrauben lässt es sich problemlos abheben.

Beim Modell dieser BR 13 wurde Fleischmanns Antriebsphilosophie für Schlepptenderloks ebenfalls konsequent umgesetzt. Die beiden Wellenenden des 5-poligen Bühler-Motors treiben über zwei Schnecken-/Stirnradgetriebe die erste und letzte Tenderachse an, bei denen alle Räder mit Haftreifen belegt sind.

Beim Tender erfolgt die Stromabnahme von den beiden mittleren höhen- und seitenverschiebbaren Achsen über Schleifkontakte von den Innenseiten der Räder. Bei der Lok arbeiten an der Rückseite aller Räder von Treib- und Kuppelradsatz von außen nicht sichtbare Schleifkontakte. Zusätzlich wird von den Achsen des Laufgestells das Potential der linken und rechten Schiene je einmal abgenommen.

Bei insgesamt 16 Rädern ergeben sich somit zehn Stromabnahmepunkte - in Verbindung mit einer im Durchmesser groß bemessenen Schwungscheibe beste Voraussetzungen für einen sicheren Fahrbetrieb. Dazu tragen auch die Spurkänze bei, die mit 1,2 mm Höhe - was sich an der optisch nicht so idealen Obergrenze der NEM bewegt - genau auf die Strom führenden Bleche in den Herzstücken der hauseigenen Weichen abgestimmt sind. Alle Radsätze lassen sich übrigens bei Lok und Tender vollständig ausbauen.

Auch bei diesem Modell hat man sich bei den internen elektrischen Verbindungen wieder bemüht, möglichst wenig Kabel zu verwenden. Bei der unumgänglichen 5-poligen Verbindung zwischen Lok und Tender wurden die Kabel in sehr akkurater Form in die Deichsel der Kurzkupplung eingebettet. Hierin ist sogar noch ein weiterer Kanal für ein sechstes Kabel frei.

Schon bei geringster Spannung läuft das Modell absolut geräuschlos an und bewegt sich leise und taumelfrei bis zur leicht überhöhten, nach NEM zulässigen Endgeschwindigkeit.

Besonders beeindruckend sind die ermittelten Zugkräfte des verhältnismäßig kleinen Tenders. Bei genauer Analyse sind die gemessenen Werte lediglich das Ergebnis einer konsequenten Umsetzung technisch-physikalischer Grundregeln: Erzeugung eines hohen Eigengewichtes durch weitgehende Verwendung von schweren Werkstoffen (Metall), verlustlose Verteilung dieses Gewichts auf die Antriebsachsen und damit volle Nutzung als Reibungsgewicht sowie eine optimale Umsetzung in Traktion durch eine quasi-Allradauflage der vier haftreifenbelegten Antriebsräder. Diesen Rädern steht zudem die gesamte installierte Antriebsleistung zur Verfügung. Die beiden inneren Achsen werden nur leicht federnd auf die Schienen gedrückt und entlasten den Rahmen und somit das Reibungsgewicht nur minimal.

Die bereits erwähnte Schwungscheibe sorgt bei Nennspannung für einen ganz ordentlichen Auslauf des Modells, der sich auch bei korrekter Vorbildgeschwindigkeit noch sehen lassen kann.

Die fahrtrichtungs- und spannungsabhängige Stirnbeleuchtung erfolgt mit je einem Stecksockelbirnchen in Lok und Tender, welche sich ohne Löten wechseln lassen. An der Tenderrückseite befindet sich eine Kupplungsaufnahme mit Normschacht, die in einer Kurzkupplungskulisse geführt wird.

Fazit

Ein technisch ausgereiftes Modell in gewohnt guter und präziser Fleischmann-Fertigungsqualität, das allen Anforderungen gerecht wird. Preußen-Fans können sich schon jetzt auf die Epoche-I-Version freuen.
bz

Maßtabelle Dampflok BR 13.10-12 von Fleischmann in H0

 Vorbild1:87Modell
Längenmaße
Länge über Puffer:18 350210,9210,9
Lok-Tender-Abstand:1001,11,0
Höhenmaße über SO
Schlotoberkante:4 26049,049,0
Kesselmitte:2 75031,632,0
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05012,112,3
Puffermittenabstand:1 75020,120,0
Breitenmaße
Breite Führerhaus:2 90033,333,5
Zylindermittenabstand:2 04023,425,3
Achsstände
Gesamtachsstand:15 100173,6172,8
Abstand Pufferträgervorderkante zu Laufachse 1:1 00011,510,3
Achsstand Lok:8 00092,091,3
Laufachse 1 zu Laufachse 2:2 20025,325,3
Laufachse 2 zu Kuppelachse 1:2 80032,231,4
Kuppelachse 1 zu Kuppelachse 2:3 00034,534,6
Abstand Kuppelachse 2 zu Kuppelkasten:1 30014,915,6
Achsstand Tender:4 60052,952,8
Tenderachse 1 zu Tenderachse 2:1 55017,817,8
Tenderachse 2 zu Tenderachse 3:1 50017,217,2
Tenderachse 3 zu Tenderachse 4:1 55017,817,8
Abstand Tenderachse 4 zu Kuppelkasten:95010,910,8
Raddurchmesser
Vorlaufräder:1 00011,511,5
Treib- und Kuppelräder:2 10024,123,5
Tenderräder:1 00011,511,5
Radsatzmaße entsprechend NEM NEM 
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,2
Spurkranzhöhe:-1,2max1,2
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,8
Radbreite:-2,8min2,9

Messwerte S6 von Fleischmann

Gewicht Lok:242 g
Haftreifen:4
Meßergebnisse Zugkraft
Ebene:213 g
3% Steigung:201 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 144 km/h bei 12,0 V
VVorbild:110 km/h bei 8,7 V
Vmin:ca. 2,4 km/h bei 1,0 V
NEM zulässig:154 km/h bei 12,0 V
Auslauf
aus Vmax:193 mm
aus VVorbild:115 mm
Lichtaustritt:ab 48 km/h bei 4,5 V
Schwungscheibe
Anzahl:1
Durchmesser: 21,6 mm
Länge:3,0 mm
Ungefährer Preis:400,- DM

 

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