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Baureihe 145 von Fleischmann in H0

 
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Die leichte Güterzuglokomotive der Baureihe 145 repräsentiert den neuesten Stand der Fahrzeugtechnik bei der DB Cargo. Das hier vorgestellte Modell steht dem in nichts nach. Bernd Zöllner hat den neuesten "Ziegelstein" von Fleischmann getestet.

Dies ist das zweite H0-Modell einer BR 145 (vergl. MIBA 9/98) und das zweite Modell der neuen DB-Ellok-Generation von Fleischmann. Auch dieses Modell repräsentiert Fleischmann-Qualität vom Feinsten. Hervorragendes Finish mit beeindruckenden Feinheiten bei korrekt maßstäblicher Ausführung ergeben einen ausgezeichneten Gesamteindruck.

Optik

Auf dem Dach finden sich die schon bei der 101 verwendeten Einholmstromabnehmer als Nachbildung des DSA 350 S, wie sie bei den ersten 10 Loks der BR 145 noch zum Einsatz kamen. Vorbildlich die in Farbe und Form korrekten Nachbildungen der Durchführungsisolatoren und Überspannungsableiter mit den angespritzten Verbindungsleitungen.

Während die Antenne richtigerweise gleich angegossen ist, ist das Typhon über jedem Führerstand einzeln aufgesetzt. Geschickt getarnt wurde der Anguß als zweiter Antennenflansch.

An der Fahrzeugfront gefallen die paßgenau eingesetzten Stirnfenster mit der dahinter gut sichtbaren Nachbildung der Inneneinrichtung sowie dem Lokführer ohne Uniform in Führerstand 1.

Präzise eingesetzt und in ihrer optischen Wirkung hervorragend sind die Stirnlampen. An dieser Stelle nicht korrekt ist die Anordnung der kaum zu erkennenden Signalscheibenhalter neben den Stirnlampen, die erst ab der 004 beidseitig angebracht sind. Das Bild wird vervollständigt durch die korrekte Nachbildung der beiden zierlichen, einzeln angesetzten Frontgriffstangen. Hierzu gehört auch der über dem Pufferträger angebrachte durchbrochene Trittrost, dessen Maschung allerdings etwas grob ausfiel.

An den Seiten gefallen die präzise gravierten Nachfüllöffnungen der Sandkästen, die angravierten und dadurch sehr zierlich und präzise wirkenden Griffstangen an den Führerstandstüren und die präzise eingesetzten Führerstandsfenster. Korrekt auch die Lage der Stoßkante zwischen Rahmen und Aufbau, die nur bei 145 001 und 002 in dieser Höhe liegt.

Alle Teile im Bereich der Rahmenunterkante sind vollständig vorhanden. Die Befestigungspunkte der Schlingerdämpfer ebenso wie die vollständige Nachbildung der Trittstufen (wobei die oberste in der Rahmenöffnung frei schwebende Trittstufe besonders hervorzuheben ist) oder der "Fangbügel" für die Drehgestelle.

Fein graviert und sehr plastisch ausgeführt sind die Drehgestelle. Besonders schön: die filigranen, durchbrochenen Zangen der Scheibenbremsen und die freistehenden Sandfallrohre.

Die beweglich am Drehgestell und Rahmen angebrachten Zug-/Druckstangen führen uns zum Transformator mit seinen separat angesetzten Leitungen. Auch hier wurden alle wichtigen Bauteile korrekt nachempfunden.

Die seidenmatte Lackierung in den korrekten Farbtönen, bei der auch die Unterkante des Rahmens nicht vergessen wurde, führt zu einem tadellosen äußeren Erscheinungsbild. Die komplette Beschriftung ist inhaltlich korrekt, vollständig und in Farben und Schrifttypen richtig.

Technik

Der grundsätzliche technische Aufbau dieses Lokmodells entspricht weitgehend dem neuen Konzept, das erstmalig bei dem Modell der BR 101 zur Anwendung kam. Das vollständig aus Kunststoff bestehende Gehäuse ist auf das Fahrwerk aus Zinkdruckguß aufgerastet und läßt sich durch Spreizen leicht abnehmen. Der 5polige Bühler-Motor mit zwei Schwungscheiben treibt über Kardangelenke und kombinierte Stirnrad-/Schneckengetriebe alle Achsen an.

Alle elektrischen Verbindungen, beginnend von den auf der Rückseite aller Räder arbeitenden Radschleifern bis zur oberen Leiterplatte sind lötfrei ohne Kabel nur mittels Kontaktblechen hergestellt. Diese Leiterplatte auf der Rahmenoberseite enthält neben der Fleischmann-typischen Schnittstelle in Form von Lötpunkten auch die Stecksockelbirnchen für die mit der Fahrtrichtung wechselnde Stirn- und Schlußbeleuchtung.

Bei Fleischmann eine Selbstverständlichkeit ist die Kurzkupplungskinematik mit ihrer präzisen Funktion.

Ausgewogene Laufeigenschaften und eine gute Regelcharakteristik durch die nur gering überhöhte Endgeschwindigkeit bei maßvollem Auslaufverhalten und geringem Geräusch zeugen von einer soliden und präzisen Mechanik. Die Zugkraft dürfte für vorbildentsprechende Güterzüge ausreichend sein.

Fazit

Eine hervorragende Nachbildung der 145, die zu keinerlei Kritik Anlaß gibt. Hier zeigt sich deutlich, daß es sich sowohl für den Hersteller als auch für den anspruchsvollen Modellbahner lohnen kann, wenn das Modell nach einem aktuellen Vorbild erst dann entsteht, wenn es bei der Bahn bereits im Einsatz ist.
Bernd Zöllner

Maßtabelle Baureihe 145 von Fleischmann in H0

 Vorbild1:87/NEMModell
Längenmaße
Länge über Puffer:18 900217,2216,7
Länge über Kasten:17 600202,3203,1
Höhenmaße über SO
Dachoberkante (OK Dachhauben):3 84544,244,4
Gesamthöhe Oberkante (Stromabnehmer gesenkt):4 38550,453,1
Breitenmaße
Breite Lokkasten:2 97834,234,2
Breite über Griffstangen:--34,9
Schleifstück:195022,426,8
Radstände
Gesamtachsstand:13 000149,4149,4
Drehzapfenabstand:10 400119,5119,4
Drehgestell-Achsstand:2 60029,930,0
Raddurchmesser:1 25014,414,4
Puffermaße
Pufferhöhe über SO:1 05012,112,7
Puffermittenabstand:1 75020,119,9
Radsatzmaße entsprechend NEM
Radsatzinnenmaß:- 14,3+0,114,3
Radbreite:-2,8min2,85
Spurkranzhöhe:-1,2max1,25
Spurkranzbreite:-0,7-0,90,8
Alle Maße in mm

Meßwerte BR 145

Gewicht Lok:553 g
Haftreifen:2
Meßergebnisse Zugkraft
Ebene:164 g
3% Steigung:143 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax Vorbild:140 km/h bei 10,0 V
NEM zulässig:196 km/h bei 12,0 V
Vmax Modell: 161 km/h bei 12,0 V
Vmin Modell:ca. 7 km/h bei 1,6 V
Auslauf
aus Vmax:350 mm
aus VVorbild:275 mm
Lichtaustritt
vorn: ab 60 km/h bei 4,5 V
hinten:ab 60 km/h bei 4,5 V
Schwungscheibe
Anzahl:2
Durchmesser: 20,9 mm
Länge:5,0 mm
Ca.-Preis:279,- DM


 

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