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Roter Container
Zu den gelungenen Konstruktionen der LEW Hennigsdorf zählen die sechsachsigen Güterzug-Lokomotiven der Reihe 250/155. Bereits 1994 kündigte Gützold die Baureihe 155 in H0 auf der Spielwarenmesse an. Ungeduldig wurde das Modell erwartet, mit dem jetzt eine wichtige Lücke geschlossen ist. Daß die verkleinerte Konstruktion nicht weniger gelungen ist als das Vorbild, stellte Bernd Zöllner bei seinem Test fest.
Optik
Das vollständig aus Kunststoff gefertigte Gehäuse gibt das kantige Erscheinungsbild, das dieser Baureihe schon bald den Spitznamen "Container" eintrug, hervorragend wieder. Viele bereits ab Werk extra angesetzte Details erhöhen den vorbildgerechten Eindruck dieses maßstäblichen Modells. Auf dem Dach findet sich eine vollständige Ausrüstung, deren elektrische Funktion im ganzen nachvollziehbar ist, da auch die Anschlußleitungen des Hauptschalters, des Durchführungsisolators, des Oberspannungswandlers und des Überspannungsableiters an die jeweiligen Isolatoren mit angespritzt sind. Die Stromabnehmer stammen von Sommerfeldt, ein vorhandener Typ wurde soweit angepaßt, daß die Fußmaße exakt stimmen, die Längen der Scherenarme entsprechen nahezu der Vorbildvariante mit den langen Scherenarmen.
Die Dachhauben sind analog zum Vorbild ebenfalls als separates Teil eingesetzt, somit ergeben sich klare Farbtrennkanten. Extra aufgesetzte korrekte Nachbildungen der Stromabnehmerantriebe, die für diese Baureihe typischen Luftbehälter mit freiliegenden Anschlußleitungen, das durchbrochene Gitter der Ansaugöffnung des Bremswiderstandes und die angesetzten Dachlaufroste vervollständigen die vorbildlich nachgebildete Dachausrüstung.
An den Stirnseiten gefallen die separat angesetzten (jedoch leider etwas empfindlichen) Griffstangen, das typische Typhon, der Laufrost mit Tränenblechnachbildung und die charakteristische filigrane Aufstiegsleiter links neben dem Pufferträger. Auf den Seitenwänden mit korrekter Nachbildung der typischen Sicken dominiert das breite Lüfterband, an der durch eine geschickte Gravur die Lage der eigentlichen Lüftungsgitter gut zu erkennen ist. Separat angesetzte Aufstiegsgriffstangen, sauber eingesetzte Fenster, feine Nachbildungen der Haken zum Heben des Lokomotivkastens zeugen auch hier von guter Detailarbeit. Die Drehgestellblenden geben das Vorbild ebenfalls in allen Details korrekt wieder. Eine saubere, seidenmatte Lackierung in der richtigen Farbgebung sowie die typographisch und inhaltlich korrekte Beschriftung geben dem tadellosen Finish den letzten Schliff.
Technik
Nach Ziehen der Pufferstößel läßt sich das Gehäuse leicht vom Fahrwerk abheben. Unter dem Gehäuse findet sich ein präzise gefertigter Druckgußrahmen, der wie eine Glocke auf dem höchsten Punkt der Drehgestelle lagert. In diesem Druckgußrahmen ist von unten der Bühler-Motor mit Schwungscheibe eingelegt. Über Kardangelenke wird das Drehmoment auf beide Drehgestelle übertragen; ein voll gekapseltes kombiniertes Schnecken-/Stirnradgetriebe treibt die äußeren Treibachsen beider Drehgestelle an. In jedem Drehgestell tragen beide Räder des Radsatzes am Fahrzeugende Haftreifen, von den beiden inneren Radsätzen wird durch von oben auf den Laufflächen flach aufliegende Blechschleifer der Strom abgenommen. Dadurch ist beim mittleren, höhenbeweglichen Radsatz zusätzlich die sichere Auflage auf dem Gleis gewährleistet.
Die zentrale Elektrik in Form einer Leiterplatte, die neben dem Umschalter für Oberleitungsbetrieb auch die obligatorische Schnittstelle enthält, ist oben auf dem Rahmen befestigt. In einer Vertiefung im Rahmen ist Platz für einen Lokdecoder. Die mit der Fahrtrichtung wechselnde Stirn- und Schlußbeleuchtung erfolgt mittels Leuchtdioden, eine spezielle Schaltung sorgt für eine konstante Helligkeit über den gesamten Regelbereich. Der als Generator wirkende Motor sorgt beim Auslauf nach Abschalten des Stromes dafür, daß die Stirnbeleuchtung noch lange nachleuchtet.
Der obligatorische Normschacht wird in einer Kinematik geführt, die im Lokrahmen befestigt ist. Eine gute Lösung ist der am Normschacht befestigte Schneeräumer. Durch die großen Führerstandsfenster ist die angedeutete Einrichtung gut sichtbar.
Über den gesamten Regelbereich ist von dem Modell nur ein angenehm leises Geräusch zu vernehmen. Die bei 12 V gemessene Geschwindigkeit von 170 km/h liegt genau im Rahmen der nach NEM bei H0 zulässigen Erhöhung um 40 %. Dank des hohen Eigengewichtes und der guten Lastverteilung liegen ca. 61 % des Lokgewichtes auf den beiden haftreifenbelegten Treibachsen, so daß eine enorme Zugkraft erreicht wird. Vorbildgerechte Traktionsaufgaben können somit auf jeder Anlage voll erfüllt werden. Das Modell ist ab Werk komplett ausgestattet, lediglich die Nachbildungen der Bremsschläuche müssen bei Bedarf noch angebracht werden.
Fazit
Das Modell bietet zu einem guten Preis hervorragende Betriebseigenschaften. Ein interessantes Vorbild wurde detailgenau und präzise wiedergegeben. Ein rundum gelungenes Modell aus einem traditionsreichen Betrieb also, das auf keiner Anlage mit elektrischem Zugbetrieb fehlen sollte. Auf diese Konstruktion kann Gützold mit Recht stolz sein.
| Maßtabelle BR 155 von Gützold |
| | Vorbild | 1:87 | Modell | |
| Längenmaße: |
| Länge über Puffer | 19600 | 225,3 | 226,5 |
| Länge über Kasten | 18300 | 210,3 | 212 |
| Höhenmaße über SO: |
| Dachoberkante (OK Dachhauben) | 3900 | 44,8 | 44,4 |
| Dachoberkante (Stromabnehmer gesenkt) | 4650 | 53,4 | 52,6 |
| Breitenmaße:
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| Breite Lokkasten | 2970 | 34,1 | 34,6 |
| Breite (Umlauf) | 3090 | 35,5 | 36,8 |
| Schleifstückbreite | 1950 | 22,4 | 26,3 |
| Puffermaße:
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| Pufferhöhe über SO | 1050 | 12,1 | 12,1 |
| Puffermittenabstand | 1750 | 20,1 | 20 |
| Pufferlänge | 650 | 7,5 | 7,2 |
| Radstände: |
| Gesamtachsstand | 14500 | 166,7 | 166,7 |
| Achsstand Drehgestell: | 4500 | 51,7 | 51,7 |
| Drehzapfenabstand: | 11200 | 128,7 | 127,3 |
| Radmaße: |
| Raddurchmesser | 1250 | 14,4 | 14,4 |
| | Vorbild | NEM | Modell |
| Radsatzinnenmaß | - | min. 14,3 | 14,3 |
| Spurkranzhöhe | - | max. 1,2 | 1,0 |
| Spurkranzbreite | - | min. 0,7 | 0,9 |
| Radbreite | - | min. 2,8 | 2,8 |
| Alle Maße in mm |
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| Meßwerte BR 155 von Gützold |
| Gewicht Lok: | 685 g |
| Meßergebnisse Zugkraft |
| Ebene: | 207 g |
| 3% Steigung: | 190 g |
| Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt) |
| Vmax | 170 km/h bei 12 V |
| Vorbild-Vmax | 120 km/h bei 9 V |
| Vmin | 6 km/h bei 1,5 V |
| Auslauf aus |
| Vmax | 360 mm |
| Lichtaustritt (von/hinten) | 13 km/h bei 2 V |
| Schwungmasse |
| Anzahl: | 1 g |
| Durchmesser: | 20,9 g |
| Stärke: | 12,7 g |
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| Modelltechnik BR 155 von Gützold |
| Motor | 3-polig, 2 Wellenenden |
| Fahrwerk | 4 Haftreifen |
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