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BR 52 in TT

 
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Innovation und Engagement vielerorten sorgen für Bewegung in der TT-Spur. Schnittstelle, NEM-Schacht und gute Fahreigenschaften bei den Neuentwicklungen sind positive Zeichen für die Zukunft. Für Bewegung auf der TT-Spur sorgt zweifelsohne auch die neue BR 52 von Tillig. Was dürfen die TT-Bahner oder gar die Umsteiger von der BR 52 erwarten?

Die von Tillig nachgebildete Kriegslok ist die BR 52 3232 des Bw Neustrelitz. Sie zeigt sich in der Epoche-3-Ausführung mit den typischen DR-Lampen. Da die BR 52 von Hause aus schon eine ziemlich nackige Lok ist, durfte man auch nicht allzuviel Kesselarmaturen und sonstige Details am Modell erwarten. Die wenigen Nietreihen sind jedoch ebenso sauber nachgebildet wie die Leitungen und die am Kessel entlangführenden Griffstangen. Auch wenn die Kesselgriffstangen nur mit angespritzt sind, so sind sie doch so plastisch nachgebildet, daß sie fast den Eindruck freistehender Griffstangen erwecken. Freistehende Griffstangen und Sandfallrohre zu den Radsätzen würden den Gesamteindruck der 52er verbessern, hätten aber sicherlich einen höheren Preis zur Folge. An der Stehkesselrückwand sind keine Details nachgebildet. Zum einen würde man diese kaum in dem geschlossenen Führerhaus sehen, zum anderen würden sie sich ebenfalls im Preis niederschlagen.

Ein Augenschmaus stellen ohne Zweifel die akkurat nachgebildeten Treibräder dar. Feine Speichen, Schwimmhäute und weitere Details zeichnen die Räder aus. Das Gestänge besteht aus einem relativ weichen Kunststoff und ist daher trotz der Zierlichkeit recht robust. Treib- und Kuppelstangen geben im Bereich der Lager viele Details wieder. Die BR 52 verfügt über einen Tenderantrieb. Damit der Tender genügend Eigengewicht bekommt, besteht das Gehäuse im Gegensatz zu dem der Lok aus Metalldruckguß. Sehr angenehm fällt die nicht bis zum Rand aufgehäufte Kohle im Tender auf. So kann man mal eine Maschine an die Bekohlung stellen, die wirklich noch eine kleine Ladung Kohle braucht. Selbst im Betrieb wirkt der nicht ganz volle Tender überzeugender. Auch der Wannentender überzeugt vorbildgerecht mit wenig Schnickschnack.

Lackierung und Beschriftung des Modells sind sauber ausgeführt. Die Beschriftung ist lupenrein und unter der Lupe lesbar. Auch bei den TT-Loks hat sich das Nachrüsten diverser Kleinteile eingebürgert. So können Bremsleitungen und Kupplungshaken an der Pufferbohle nachgerüstet werden. Am Vorläufer können für den harten Wintereinsatz der NEM-Schacht gegen einen Schneepflug ausgetauscht und am Tender Schneepflugplatten angeklebt werden. Zudem kann der Tender mit eine Leiter, Ringgriff und Griffstange zugerüstet werden.

Technik

Für Fahrkultur sorgen ein fünfpoliger Motor und ein feinabgestuftes Getriebe. Wie bei Drehgestellokomotiven erfolgt der Antrieb auf beide Drehgestelle. Allerdings erfolgt die Kraftübertragung über ein Schnecken/ Kegelradgetriebe. Zwei Haftreifen sorgen für höhere Zugkraft.

Der Motor und das etwas höher untersetzte Getriebe erlauben ein sanftes Fahren, zeigen aber ein etwas lauteres Fahrgeräusch, daß sich durch ein gleichförmiges Summen bemerkbar macht. Die 52er läßt sich schon mit einem normalen Fahrtrafo gut aus dem Stand heraus bis zur vorbildentsprechenden Höchstgeschwindigkeit beschleunigen. Die guten Langsamfahreigenschaften prädestinieren sie sogar als Rangierbock.

Die Stromabnahme erfolgt über alle Tenderräder und über den ersten und vierten Kupelradsatz. Die Stromübertragung zwischen Lok und Tender erfolgt über die Kurzkupplungsdeichsel. Mit dieser großen Stromabnahmebasis hat die Lok auch keine Problem im Bereich von Weichenstraßen. Im Tender ist Platz für den Einbau des Selectrix-Decoder 66830. Möchte man die Stirnbeleuchtung schalten, muß zwischen Lok und Tender eine Kabelverbindung eingerichtet werden. Wer einen DCC-Decoder einbauen möchte, sollte auf den Digitrax-Decoder DZ 120 zurückgreifen. Er paßt in den Kohlebunker des Tenders. Allerdings muß die Schwungmasse dann abgedreht werden.

Kurzkupplungskulisse und NEM-Schacht bilden mittlerweile die Standardausrüstung bei neuen TT-Fahrzeugen und finden sich auch an diesem Modell. Sowohl die Treibachsen wie auch die Bremsbacken sind seitenverschiebbar gelagert.

Fazit

Neben dem ICE von Tillig, der BR 132 von Roco und anderen neuen TT-Loks bildet die BR 52 von Tillig ein gutes Fundament, um der TT-Bahn weiterhin Auftrieb zu geben. Positiver Gesamteindruck, angenehme Regeleigenschaften und ein Preis von unter DM 300,- lassen die Lok sicherlich bald auf vielen TT-Bahnen zum Einsatz gelangen.
gp

Maßtabelle BR 52 von Tillig in TT

 Vorbild1:120Modell
Längenmaß (LüP):22 975191,5192,0
Höhe Schlotoberkante über SO:4 40036,737,1
Pufferhöhe Lok:1 0508,758,8
Pufferhöhe Tender:1 0508,758,75
Breitenmaß (Führerhaus):3 04025,325,2
Achsstände
Gesamtachsstand:19 000158,3158,8
Achsstand Lok:9 20076,677,0
Achsstand Tender:5 90049,249,5
Raddurchmesser
Vorlaufräder:8507,17,0
Treib- und Kuppelräder:1 40011,611,5
Tenderräder:9307,77,9
Radsatzmaße entsprechend NEM 310
Radsatzinnenmaß:- 10,210,3
Spurkranzhöhe:-1,00,9
Radbreite:->2,42,2
Alle Maße in mm

Meßwerte

Gewicht
Lok:78 g
Tender:108 g
Haftreifen:2
Meßergebnisse Zugkraft
Ebene:25 g
3% Steigung:20 g
Geschwindigkeiten (Lokleerfahrt)
Vmax: 160 km/h bei 12 V
VVorbild:80 km/h bei 6,6 V
Vmin:ca. 7 km/h bei 1,9 V
Schwungscheibe:14,5 x 2,8 mm
Auslauf bei VVorbild:50 mm
Anmerkung: Alle Meßwerte sind ca.-Angaben
NEM-S-Schnittstelle für Decoder:nein
Decoder: Selectrix 66830 (Einbau nur durch Verlöten der Anschlüsse möglich)

 

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